Schmirgel
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Schoenit
wenden. — Fettschmink.en (lat. Unguenta
cosmetica, frz. Päte de cosmdtique, engl. Cosmetic
pate) bestehen aus Lanolin, Benzoeschmalz,
Kakaobutter oder anderen Grundlagen,
die innig zu einer homogenen Masse verrieben
werden müssen, ehe man die Riechstoffe und
die Farben zusetzt. — Schminkstifte (lat.
Styli cosmetici, frz. Bätons de cosmdtique, engl,
Cosmetic sticks) werden aus der vorher erwähnten
Salbengrundlage unter Zusatz einer
Wachsmischung geformt. — Die früher benutzten
Schmink papiere oder die Schminklappen
(lat. Bezetta rubra, frz. Tournesol de
drapeau, engl. Tournosol) bestanden aus feinen
Batiststoffen, die mit Koschenillelösungen getränkt
und dann getrocknet wurden. — Während
man bis Ende des vorigen Jahrhunderts in
bezug auf Schminken hauptsächlich auf Paris
und ,London angewiesen war, sind jetzt die in
Deutschland, z. B. von Leichner in Berlin, hergestellten
S. den ausländischen zum mindesten
ebenbürtig.
Schmirgel (Smirgel, lat. Lapis smiridis, frz.
Emeril, engl. Emery), ein äußerst wichtiges
und massenhaft gebrauchtes Mittel zum Schleifen
und Polieren von Metallen, Steinen und
Glas, besteht im wesentlichen aus dichtem Korund
(s. d.) mit beigemengtem Magneteisen.
Das Mineral tritt in derben Massen auf und
muß zum Gebrauch erst gestoßen und geschlämmt
werden. Es besitzt in seinen kleinsten
Teilen eine solche Härte, daß es das wirksamste
Schleifpulver nach dem Diamantstaub bildet, ist
aber nicht an allen Orten seines Vorkommens
gleich gut. Die beste und gesuchteste Ware von
der griechischen Insel N axia, dem alten Naxos,
hat eine gleichmäßig dunkelgraue Farbe und
ein Korn von besonderer Härte und Feinheit.
Sie ist für gewisse Zwecke,, namentlich für
Spiegel- und Edelsteinschleifer, unersetzlich,
während für andere, namentlich zum Stahlpolieren,
neuerdings sehr brauchbarer S. aus
Kleinasien (sog. türkischer S.) eingeführt wird.
Das Mineral kommt von Smyrna wie auch von
Naxia im unzerkleinerten Zustande und wird
erst in den Verbrauchsländern durch Stampfen,
Mahlen und Schlämmen gebrauchsfähig gemacht.
Die verschiedenen Sorten, von denen gröbere
zum Rauhschleifen, feinere zum Polieren dienen,
Werden durch Nummern oder die Zeitangabe
der Schlämmdauer unterschieden. Die Körner
haben die Größen des feinen bis groben Schießpulvers.
Außer in Pulverform, meistens mit Öl
gemischt, wird der S. auch noch, auf Papier
oder Zeug befestigt (Schmirgelpapier und S.-Leinwand,
s. Glaspapier), zum Schleifen von
Messing, Argentan und Stahlwaren sowie mit
Schellack eingeschmolzen und, in Formen gegossen,
zu künstlichen Schleifsteinen, Scheiben
Und Feilen verwandt,
Schnecken. Die Weinbergschnecke, Helix
Pom ata, bildet in Italien, Österreich, der
Schweiz und Süddeutschland ein beliebtes Volks-Nahrungsmittel
(Fastenspeise), das in besonderen
Schneckengärten oder S'chneckenbergen
durch Mästen gefangener Tiere marktfähig gemacht
wird und auch, in Säcke oder Fässer verpackt,
in den Handel gelangt. Der Verkauf geschieht
nachHundert oderSchock. DieSchnecken
sind’vom Spätherbst an, im ganzen Winter bis
zum März, solange sie mit Deckeln verschlossen
sind, genießbar und werden mit Salat, Gemüseabfall,
Kleie usw. gemästet; Das Gehäuse ist
gelb, graubraun gestreift, etwas durchscheinend,
bis 9 cm breit und etwa 9 cm lang. Zum Verspeisen
wird der Deckel geöffnet, die Schnecke
herausgezogen, von der schwarzen Haut, den
harten Teilen an Kopf und Schwanz und allen
schleimigen Teilen befreit, dann mit Salz eingerieben,
gut gewaschen und entweder gebacken,
gebraten, gekocht oder zu Schneckensalat
verarbeitet. Auch benutzt man sie zur
Herstellung von Suppen (Kraftsuppe gegen Auszehrungskrankheiten),
Schneckenmilch oder
Schneckendekokt (Decoctum helicum). Außer
der Weinbergschnecke verwendet man noch
die Kreiselschnecke, den Goldmund, das
M i d a s o h r und auf den ostindischen und
australischen Inseln große, bis x / 2 kg schwere
Seeschnecken, die auch nach China verkauft
werden und dort besonders mit Essig und Zitronensaft
eine beliebte Speise bilden. Eingemacht
in Gläsern, Büchsen oder Flaschen,
oder frisch in Blechbüchsen verlötet, gelangen,
sie auch auf weite Entfernungen zum Versand.
Schneeballrinde (lat. Cortex vlburni prunifolii,
frz. Ecorce de viburne, engl. Viburnum bark),
die Rinde des amerikanischen Schneeballstrauches,
aus der artenreichen Familie der
Kaprifoliazeen, hat ein rot- bis graubraunes
Außere und ist mit höckrigen schwarzen Punkten
besetzt. Sie enthält Viburnin, Bitterstoff
und Baldriansäure und wird in Extraktform,
z, B. gegen Krampfleiden, verwandt.
Schneiderkreide wird entweder aus Speckstein,
Talkum, in Form dünner Scheiben geschnitten
oder aus gepulvertem Talkum in herzförmige,
flache Stücke gepreßt. Außer der
weißlichen gibt es auch künstlich rot oder blau
gefärbte S. sowie in Holz gefaßte Stifte, ähnlich
den Bleistiften. Die S. ist ein weiches
Zeichenmaterial, das sich besonders zum Vorzeichnen
auf Tuch, Samt, Seide usw. eignet.
Schöllkraut (lat. Herba chelidonii, frz. Chdlidoine,
engl. Celandine) ist das Kraut von Chelidonium
majus, einer Pflanze aus der Familie
der Papaverazeen, die in Europa und Mittelasien
heimisch ist. Die Blätter sind zottig behaart,
hellgrün gefärbt und mehrpaarig gefiedert.
In der Pflanze findet sich ein gelber
Milchsaft, der z. B. gegen Warzen angewandt
wird. Das Kraut dient als harntreibendes und
abführendes Mittel, doch ist der alkaloidischen
Bestandteile halber Vorsicht geboten.
Schönheitsmittel. Hierunter versteht man die
große Zahl der kosmetischen Mittel, die zur
Reinigung, Pflege oder Färbung der Haut, des
Haares oder der Mundhöhle verwandt werden
und aus den verschiedensten Stoffen des Tier-,
Mineral- und Pflanzenreichs in Form von Auszügen,
Mischungen oder Verreibungen bestehen.
Zu ihrer Herstellung sollen nur völlig giftfreie
Farben Verwendung finden. Falls eine Parfümierung
gewünscht wird, darf, diese nicht so
hervortreten, daß sie aufdringlich erscheint.
Schoenit, ein Abraumsalz, besteht aus wasserhaltigem
Kalium-Magnesium-Sulfat (K 0 S0 4 -j-I
MgSO A +6H ä O).