Full text : Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Silberchlorid

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Skammonium

Zinn,  Zink  und  polierter  Stahl  erst  nach  vorhergehender ­
  Verkupferung  versilbern.  Derartig  versilberte ­
  Waren  aus  Neusilber  werden  als  Chinaoder ­
  Perusilber  bezeichnet.  Zur  Herstellung
von  Silberspiegeln  benutzt  man  Mischungen
von  ammoniakalischer  Silbernitratlösung  mit  ätherischen ­
  ölen,  Weinsäure,  Traubenzucker  oder
Milchzucker,  die  auf  eine  mit  Rand  versehene
Glasplatte  aufgetragen  werden  und  hier  unter
dem  Einfluß  der  Reduktionsmittel  ein  Häutchen
von  metallischem  S.  ausscheiden.  —  Die  Feststellung ­
  des  Silbergehaltes  von  Legierungen  mit
Hilfe  des  Probiersteins  (s.d.)  gibt  nur  annähernde ­
  Resultate.  Für  genauere  Bestimmungen ­
  bedient  man  sich  der  sog.  Kupellation
oder  des  Probierens  auf  der  Kapelle.  In  einem
kleinen  Tiegel  aus  gepulverter  Knochenasche
wird  eine  abgewogene  Menge  des  Metalls  mit
einer  bestimmten  Menge  feinen,  Bleis  geschmolzen. ­
  Das  Blei  löst  die  fremden  Stoffe  auf  und
wird  als  Glätte  abgetrieben,  während  das  reine
S.  zurückbleibt  und  gewogen  werden  kann.'  Die
ganz  genaue  Ermittlung  erfolgt  auf  analytischem
Wege.  Eine  einfache  Vorprüfung,  ob  ein  Gegenstand ­
  S.  oder  echt  versilbert  ist,  besteht  darin,
daß  man  ihn  mit  einer  Mischung  von  Kaliumdichromat ­
  und  Salpetersäure  betupft  und  dann
.abspült.  Echtes  S.  bekommt  einen  blutroten
Fleck  von  chromsaurem  S.,  während  andere
Metalle  schwarz  oder  braun  werden  oder  unverändert ­
  bleiben.
Silberchlorid  (Chlorsilb  er,  AgCl,  lat.  Argentum ­
  chloratum,  Argentum  muriatioum,  frz.
Chloride  d’argent,  engl.  Chloride  of  silver),  findet
sich  in  der  Natur  als  Silberhornerz  (Hornsilber, ­
  Kerargyrit)  und  wird  am  einfachsten
durch  Fällen  einer  Silberlösung  mit  Salzsäure
als  ein  weißer,  käsiger,  am  Lichte  sich  schnell
schwärzender  Niederschlag  erhalten,  der  bei  gelindem ­
  Erhitzen  schmilzt  und  dann  zu  einer  homiartigen
  Masse  erstarrt.  S.  wird  zur  Füllung  galvanischer ­
  Batterien,  in  der  Porzellanmalerei,  als
Zusatz  zu  Neusilberputzpulver,  ferner  zu  photometrischen ­
  und  photographischen  Zwecken  benutzt ­
  und  findet  außerdem  in  der  Medizin  als
Antiseptikum  Verwendung.
Silbergaze  zur  aseptischen  Wundbehandlung
wird  nach  einem  patentierten  Verfahren  in  der
Weise  hergestellt,  daß  man  metallisches  Silber
auf  der  Faser  niederschlägt.
Silbernitrat(salpetersaurös  Silb  er,  AgN0 3 ,
lat.  Argentum  nitricum,  frz.  Nitrate  d’argent,
engl.  Nitrate  of  silver)  wird  durch  Auflösen  von
Silber  in  Salpetersäure,  Eindampfen  und  Umkristallisieren ­
  in  Form  farbloser  Tafeln  (Argentum ­
  nitricum  cryst.)  erhalten,  die  sich  leicht  in
Wasser  lösen  und  bei  218°  schmelzen.  Durch
Ausgießen  der  geschmolzenen  Masse  in  federkielstarke ­
  Stängelchen  erhält  man  das  geschmolzene ­
  Salz  (Argentum  nitricum  fusum),  das  auf  der
Bruchfläche  eine  strahlige  Beschaffenheit  zeigt.
S.  hat  einen  scharf  metallischen  Geschmack,
ist  äußerst  ätzend  und  wirkt  innerlich  giftig.
Es  findet  ausgedehnte  Anwendung  in  der  Photographie, ­
  ferner  als  Haarfärbemittel,  als  Zeichentinte
  für  Wäsche  und  zur  Herstellung  der  übrigen ­
  Silbersalze.  Die  Medizin  benutzt  das  S.  als
Höllenstein  (Lapis  infernalis)  zu  Ätzungen.
Eine  mildere  Form,  das  durch  Zusammenschmelzen ­

  mit  Kaliumnitrat  erhaltene  Argentum  nitricum ­
  mite,  hat  keinen  sternförmig  strahligen,  sondern ­
  glatten  Bruch.
Silbersalbe  nach  Credö  (lat.  Unguentum
argenti  colloidalis)  besteht  aus  einer  Salbengrundlage ­
  von  7,0  gelbem  Wachs,  78,0  Schweineschmalz ­
  und  2,0  Benzoesäureäther  mit  15,0  kolloidalem ­
  Silber.
Simarubarinde  (Ruhrrinde,  lat.  Cortex  radicis
  simarubae,  frz.  Ecorce  de  racine  de  simarube,
engl.  Simaruba  bark)  ist  die  stark  bittere  Wurzelrinde ­
  von  Simaruba  officinalis  und  S.
medicinalis,  von  hohen  Waldbäumen  des  heißen
Amerika  und  nahenVerwandtenderQuassiabäume.
Die  erstere,  die  Guyanarinde,  erscheint  in  der
Länge  nach  zusammengelegten,  etwa  5  cm  breiten
Streifen,  die  leicht,  schwammig,  biegsam  und
zähe  und  unzerbrechlich  sind.  Die  stark  höckerige ­
  Außenseite  bedeckt  eine,  schmutziggelbe,
dünne,  glänzende  Korkschicht,  die  stellenweise
fehlt  und  die  braune  feste  Mittelrinde  hervortreten ­
  läßt.  Die  Innenseite  bildet  eine  graugelbliche, ­
  grobfaserige,  sehr  zähe  Bastlage.  Die
Rinde  von  Jamaika  ist  auf  der  unteren  Seite
glatter  und  heller,  fast  weiß  und  an  der  Oberseite ­
  mit  kleineren  Warzen  dicht  besetzt.  Im
übrigen  sind  die  Rinden  völlig  gleich.  Ein  besonderer ­
  Geruch  fehlt,  der  Geschmack  ist  intensiv ­
  bitter  und  etwas  schleimig,  der  bittere
Stoff  dem  der  Quassia  sehr  ähnlich.  Die  Rinde
wird  in  Pulver  oder  Abkochung  als  ein  sehr
wirksames  Mittel  gegen  Ruhr  und  Kolik  verordnet
und  namentlich  in  Indien  vielfach  angewandt.
Sirup  (S^rup,  lat.  Sirupus,  frz.  und.  engl.
Sirop)  nennt  man  im  allgemeinen  gewisse,  aus
reinem  Zucker  mit  aromatischen  oder  arzneilichen ­
  Zusätzen  hergestellte,  dickflüssige  Lösungen, ­
  die  teils  als  Genußmittel  (Fruchtsirup,  Himbeersirup),
  teils  als  Heilmittel  (Altheesirup)  benutzt ­
  werden.  —  Unter  Sirup  schlechthin  ohne
nähere  Bezeichnung  wird  meist  das  Abfallprodukt
der  Rohrzuckerfabriken,  die  Zuckerrohrmelasse, ­
  verstanden,  eine  dicke,  gelblich-  bis
dunkelbraune,  zähklebrige  Masse  von  angenehm
süßem  Geschmack.  Sie  wird  entweder  als  Versüßungsmittel ­
  und  als  Zusatz  zu  Pfefferkuchen
in  den  Handel  gebracht,  oder  zur  Destillation  von
Rum  benutzt.  Die  Rübenmelasae  kann  wegen
ihres  hohen  Gehaltes  an  Salzen  und  sonstigen
unangenehmen  Geschmacksstoffen  erst  nach  umständlicher ­
  Reinigung  für  Genußzwecke  benutzt
werden  und  dient  meist  zur  Darstellung  von  Spiritus ­
  oder  Futtermitteln  (Torfmelasse).
Skammonium  (Win  den  harz,  lat.  Gummi  s.
resina  scammonium,  frz.  Scammonöe  d’Alep,
engl.  Scammony)  ist  der  eingetrocknete  Milchsaft ­
  der  Wurzel  einer  im  Orient  wild  wachsenden
Winde,  Convolvulus  Scammonia  (Purgierwinde). ­
  Die  gedrehten  Wurzeln  werden
bis  1  m  lang,  5—7  cm  dick,  zeigen  eine  braune
Farbe,  auf  dem  Querschnitt  dunklere  Harzgänge
und  kommen  noch  mit  den  Ranken  und  Blättern ­
  umwickelt  in  den  Handel.  Zur  Gewinnung
des  Harzes  entblößen  die  Landleute  von  Smyrna
und  Syrien  die  Wurzel,  machen  Einschnitte  hinein, ­
  fangen  den  herausquellenden  Saft  in  Gefäßen ­
  auf  und  trocknen  ihn  an  der  Luft  und  der
Sonne.  Gewöhnlich  wird  die  Masse  noch  weich
nach  Smyrna  gebracht  und  hier  von  den  Kauf-
            
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