Full text : Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Siderolith

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Silber

Verwendung  findet.  Nach  Entfernung  des  Fleisches ­
  werden  die  etwa  45  °/o  Fett  enthaltenden
Nüsse  grob  gestoßen,  mit  Wasser  gekocht  und
das  dabei  an  die  Oberfläche  tretende  Fett  in
irdene  Töpfe  geschöpft,  wo  es  bald  fest  wird  und
die  Farbe  und  Festigkeit  von  tierischem  Talg
annimmt.  Es  hat  einen  angenehmen  Geschmack
bei  hinreichender  Haltbarkeit  und  eignet  sich
für  alle  Zwecke,  zu  denen  Palmöl  benutzt  wird,
S.  ist  von  grünlichweißer  Farbe,  die  sich  an
der  Luft  aber  schnell  ausbleichen  läßt.  Das
spez.  Gew.  beträgt  0,954,  der  Schmelzpunkt  28  bis
30 0 ,  die  Jodzahl  55—60.  Außer  als  Speisefett
eignet  sie  sich  auch  zur  Herstellung  von  Seife.
Siderolith  (wörtlich  Eisenstein)  nennt  man
eine  besondere  Sorte  von  Ton  waren  aus  weißer,
scharf  gebrannter  Tonmasse.  Zur  Herstellung
dient  ein  plastischer  Ton,  der  in  gleicher  Weise
wie  für  Steingut  zubereitet,  geformt  und  scharf
gebrannt  wird.  Die  Gegenstände  erhalten  aber
keine  Glasur,  sondern  werden  nach  dem  Brennen
mit  einem  farbigen  oder  Bronzefimis  überzogen,
teils  auch  mit  Vergoldung  versehen  und  sodann
im  Ofen  bei  mäßiger  Hitze  getrocknet.  Die
Erzeugnisse  haben  ein  hübsches  Äußere,  sind
aber  zur  Aufbewahrung  von  Flüssigkeiten  nicht
geeignet  und  werden  auch  bald  unscheinbar.
Die  Herstellung  hat  eine  bedeutende  Ausdehnung ­
  erreicht  und  wird  in  Böhmen,  auf  dem
ThüringerWalde  und  zu  Nymphenburg  in  Bayern
betrieben.
Sidol  ist  ein  flüssiges  Metallputzmittel,  das
neben  einer  wäßrigen  Lösung  von  Ammoniakseife ­
  Bolus  und  etwas  Oxalsäure  enthält.  In
ähnlichen  Putzmitteln  sind  außerdem  Mineralöle ­
  und  freie  Fettsäuren  aufgefunden  worden.
Sidonal,  ein  neueres  Arzneimittel,  wird  durch
Neutralisation  von  Piperazin  mit  Chinasäure  dargestellt ­
  und  ist  demnach  als  chinasaures  Piperazin ­
  (Piperazinum  chinicum)  anzusprechen. ­
  Das  farblose,  säuerlich  schmeckende
Kristallpulver  schmilzt  bei  168—171 0  und  ist  in
Wasser  leicht  löslich.  Es  bildet  wegen  seiner
harnsäurelösenden  Wirkung  ein  spezifisches  Mittel
gegen  alle  Krankheiten,  welche,  wie  die  Gicht,
auf  Harnsäureausscheidung  beruhen.
Siegellack  (Packlack,  Postlack,  lat.  Lacca
sigillata,  frz.  Laque  de  poste,  engl.  Sealing  Wax)
nennt  man  im  allgemeinen  Mischungen  harziger, ­
  in  der  Flitze  schmelzender  Stoffe  mit
Körperfarben.  Die  Grundlage  zu  gutem  S.  ist
Schellack,  dessen  Schmelzbarkeit  durch  Zusatz
von  etwa  !/ 4  oder  mehr  venetianischem  Terpentin
erhöht  wird.  Als  Farbkörper  für  den  feinsten
ro,ten  S.  benutzt  man  ausschließlich  guten  Vermillonzinnober.
  Bei  den  geringeren  Sorten  wird
dieser  Stoff  zum  Teil,  bei  noch  wohlfeileren  ganz
durch  Mennige,  Chromrot  oder  Englischrot  ersetzt, ­
  während  für  den  Schellack  Kolophonium
und  ähnliche  Flarzstoffe  eintreten.  Zur  Vermehrung ­
  des  Gewichts,  zur  Ersparung  an  Farbstoff ­
  und  zur  Abtönung  der  Farbe  werden  häufig
auch  weiße  erdige  Zusätze  von  Talkpulver,
Schwerspat,  Barytweiß  oder  Kreide  angewandt.
Die  erdigen  Stoffe,  zum  Teil  auch  die  Farbkörper, ­
  werden  bei  den  besseren  Sorten  erst
für  sich  mit  Terpentin  und  Terpentinöl  gut
verrieben  und  dann  zu  der  schmelzenden  Schellackmasse ­
  hinzugesetzt.  —  Gewöhnliche  Flaschenlacke ­

  bestehen  nur  aus  Kolophonium,
Burgunderharz  oderWeißpech  und  gewöhnlichem
Terpentin  nebst  billigen  Farbkörpern.  Als  Farben ­
  benutzt  man  für  Schwarz  feinen  Ruß,  Bernschwarz ­
  oder  Pechasphalt,  für  Braun  Zinnober
mit  Ruß  oder  irgendeine  braune  Erdfarbe,  für
Gelb  und  Orange  die  betreffenden  Chrombleifarben, ­
  für  Grün  Chromgrün  oder  Kupfergrün
(Schweinfurtergrün  darf  zu  S.  nicht  verwandt
werden,  da  es  beim  Schmelzen  giftige  Dämpfe
von  arseniger  Säure  entwickelt),  für  Blau  Ultramarin. ­
  Der  blaue  S.  ist  am  schwierigsten  herzustellen, ­
  da  hierzu  die  Harzmasse  besonders
hell  sein  muß,  und  man  benutzt  daher  gebleichten ­
  Schellack  in  Verbindung  mit  Dammar  oder
anderen  hellen  Harzen.  Zu  Gold-  und  Bronzelack ­
  werden  in  die  Masse  kleine  Flitter  von
echtem  Blattgold  oder  Bronze  eingerührt.  -—
Zum  Parfümieren  feiner  S.  benutzt  man  Benzoeharz, ­
  Tolu-  oder  Perubalsam  oder  Moschus,
die  erst  der  zum  Ausgießen  fertigen  Masse  einverleibt ­
  werden.  Die  Vereinigung  der  Bestandteile ­
  erfolgt  durch  gelindes  Schmelzen  über
Kohlenfeuer.  Man  erhitzt  und  rührt,  bis  das
Gemisch  Blasen  wirft,  nimmt  es  dann  vom  Feuer
und  rührt  weiter,  bis  die  Blasen  vergehen,  und
gießt  die  Masse  schließlich  in  blecherne,  innen
verzinnte  Formen,  die  mit  etwas  feinem  Öl  ausgestrichen ­
  sind.  Die  erhärteten  Stangen  werden
geglänzt,  indem  man  sie  rasch  durch  eine  Spiritusflamme ­
  oder  die  Hitze  eines  Kohlenfeuers
zieht.
Sienaerde  (lat.  Terra  de  Siena,  frz.  Terre  de
Sienne,  engl.  Siena  earth,  so  genannt  vön  ihrem
Fundorte  Siena  in  der  italienischen  Provinz  Toskana, ­
  ist  eine  Art  Ocker,  und  zwar  allerfeinster
Ocker,  der.  von  Natur  hellbraun,  dunkelgelb
bis  dunkelbraun,  durch  Brennen  andere  Farbentöne ­
  in  Braun,  Rötlich  und  Orangegelb  annimmt-Im
  rohen,  geschlämmten  Zustande  dient  S.  als
gelbe  Aderfarbe  für  Holzanstriche.  Gebrannt
gibt  sie  ein  feuriges  Rotbraun  und  wird  hauptsächlich ­
  als  Lasurfarbe  benutzt.
Sikkative  (Siccative,  Trockenmittel)
nennt  man  verschiedene  Metallverbindungen,  die
Leinöl-  oder  Firnisfarben  zugesetzt  werden,  uro
diesen  eine  größere  Trocknungsfähigkeit  zu  verleihen. ­
  Die  flüssigen  S.  (Trockenöle)  sind  zum
Teil  stark  bleihaltige  Firnisse,  die  durch  Kochen
von  altem  Leinöl  mit  Mennige,  Bleiglätte  oder
Bleizucker  hergestellt  und  zum  Gebrauch  roh
Leinölfirnis  oder  Terpentinöl  verdünnt  werden.
Auch  durch  Anwendung  von  Braunstein,  borsaurem ­
  oder  oxalsaurem  Manganoxydul
und  von  .Zinksalzen  erhält  man  Trockenöle,  die
vor  den  bleihaltigen  den  Vorzug  besitzen,  selbst
nicht  dunkel  zu  werden  und  Anstriche  mit  Zinkweiß ­
  nicht  dunkel  zu  färben.  Durch  Zusammenschmelzen ­
  der  genannten  Metallsalze,  mit  Fichtenharz ­
  oder  durch  Eindampfen  der  Trockenöle  erhält ­
  man  die  S.  in  fester  Form.  —  Auf  1  kg
streichfertige  Ölfarbe  rechnet  man  40—50g
flüssiges  Sikkativ,  während  von  borsaurern
Manganoxydul  10—20  g  genügen.
Silber  (lat.  Argentum,  frz.  Argent,  engl.  Silver)
findet  sich  sowohl  gediegen,  wie  in  Form  von
Erzen  auf  der  Erde  in  ziemlicher  Verbreitung.  Von
den  Erzen  haben  Silberglanz  (Schwefelsilber),
Hornsilber  (Chlorsilber),  S  i  1  berk  u  p  f  er-
            
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