Skunks
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Soda
leuten durch Stärkemehl, Gummi- und Mine
ralstoffe verfälscht. Die verhältnismäßig reinste
Handelssorte: Aleppo-S., bildet eine leichte,
lockere und brüchige, äußerlich bestäubte, auf
dem Bruche aber glasglänzende Masse von
schwachem Geruch und 1 bitterem Geschmack.
Sie soll 75—85 0/0 ätherlösliche Stoffe, aber höch
stens 8 0/0 Asche enthalten. Das minder wert
volle Smyrna'-S. ist schwärzlich oder dunkel
braun, fester und schwerer, in Äther nur wenig
löslich und wird anscheinend durch Auskochen
der ganzen Pflanze und Eindicken des Aus
zuges hergestellt. Eine noch geringere Sorte
führt die Bezeichnung Skilip. Wegen der
häufigen Verfälschung der orientalischen Ware
bezieht man neuerdings meist die getrockneten
Wurzeln und extrahiert sie, wie bei Jalape an
gegeben ist, mit Alkohol. Das so erhaltene
Harz wird als Patent-S. bezeichnet. S. dient
wegen seines Gehaltes an dem glykosidischen
Skammonin als drastisches Abführmittel.
Skunks, die Felle des Stinktieres (Me-
phitis putorius oder chinga), besitzen im
rohen Zustande einen ekelhaften Geruch nach
dem anhaftenden Safte der .Stinkdrüse und
können erst als Pelze verwertet werden, seitdem
durch langwierige Versuche ein Verfahren zu
ihrer Entstänkeruhg gefunden worden ist. Das
zur Familie der Dachse gehörige, etwa iltis
große Waldtier lebt im Norden der Vereinigten
Staaten, besonders häufig in Ohio, und in Ka
nada und wird mit Hilfe abgerichteter Hunde ge
fangen. Die etwa 40 cm langen und 20 cm breiten
Felle tragen nur bis 4 crh langes Haar von dun
kelbrauner oder schwärzlicher Farbe, die durch
zwei auffallende weiße, vom Kopfe zu beiden
Seiten des Rückens bis zum Schwänze ver
laufende Streifen unterbrochen wird. Diese, übri
gens auch grobhaarigen hellen Teile werden
ausgeschnitten und die übrigbleibenden dunklen
Stücke zusammengesetzt. S. bilden ein beson
ders in Rußland beliebtes Pelzwerk und werden
in ständig wachsender Menge (jährlich gegen
800000 Felle) nach Europa eingeführt.
Slibowitz (Slivowitz) ist der besonders in
Serbien und den anderen slawischen Balkan
staaten verbrauchte Zwetschenbranntwein.
Zu seiner Herstellung werden die unzerstampften
Früchte gleich nach der Ernte in Fässer ge
schüttet, diese nach einigen Tagen fest verspum
det und 1—2 Monate sich selbst überlassen. In
folge der freiwillig eintretenden Gärung ent
steht eine stark nach Essigsäure riechende
Flüssigkeit, welche der Destillation unterworfen
''vird. Der S. enthält wechselnde Mengen Ex
trakt, Fuselöle, Essigsäure, Furfurol, Aldehyde,
Ester und Blausäure. Der Alkoholgehalt beträgt
2 3—64 °/o.
Smaragd (frz. Emöraude, engl. Emerald). Die
ser wegen seiner schönen grünen Farbe sehr
geschätzte Edelstein ist eine Abart des Berylls
(s. d.) und besteht wie dieser im wesentlichen
aus kieselsaurer Tonerde und kieselsaurer
Eeryllerde. Die Färbung rührt von einer Spur
Chromoxyd her. Die besten Sorten dieses schon
Altertum hochgeschätzten Edelsteines stam
men aus Ägypten, wo sie irh Glimmerschiefer
hegen. Sehr schöne S. von herrlicher, saft
grüner Färbung und bis zu eigroßen Stücken
werden im Ural sowie in Peru gefunden. Bis
weilen findet der S. sich auch lose im Sande der
Flüsse, so in der Gegend von Ava in Birma. Er
wird häufig als Schmuckstein verwandt, in den
gewöhnlichen Edelsteinformen geschliffen und
bei schöner satter Färbung ä jour gefaßt. Fehler
freie Stücke sind teuer, und die Preise wachsen
mit der Größe, wie bei den Diamanten.
Smaragdgrün. Diesen Namen führen im Han
del zwei Farben: 1. das Chromgrün oder
Chromoxyd und 2. ein Gemisch von Safran
surrogat (s. d.) mit Indigokarmin, das früher
zum Grünfärben von Likören und Bonbons ver
wandt wurde, dessen Benutzung für diesen Zweck
aber jetzt nicht mehr statthaft ist.
Soda (kohlensaures Natrium, Natrium
karbonat. lat. Natrium carbonicum, Sal sodae,
frz. Carbonate de soude, Sei de soude, engl.
Soda salt, Carbonate of sodium), eines der wich
tigsten Erzeugnisse der chemischen Großindu
strie, findet Heb, auf gewisse Gegenden be
schränkt, bereits fertig gebildet in der Natur,
und zwar besonders als Rückstand eingetrock
neter Landseen, sog. Natronseen, und als Aus
witterungsprodukt des Erdbodens. Durch Sam
meln der Ausblühungen und Krusten, ferner
durch Auslaugen des damit durchsetzten Erd
reichs mit Wasser und Abdampfen der erhaltenen
Lösungen kann diese S., allerdings durch Na-
triumchlorid oder -sulfat stark verunreinigt, ge
wonnen werden. Die aus Ungarn stammende
sog. Debrecziner- oder Kehrsoda enthält
gegen 90% Natriumkarbonat. Die ägyptische
„Trona“ und die kolumbische „Urao“ bestehen
aus einem Gemisch von Natriumkarbonat und
-bikarbonat. Große Mengen Soda werden auch
in Nevada durch direktes Eindampfen des Wassers
vom Mono- und vom Owensee dargestellt. In
Europa benutzte man bis zur großen franzö
sischen Revolution hauptsächlich die Asche ge
wisser natronreichcr Strand- und Seepflanzen
(Salsola, Salikornia, Chenopodium, Atriplex) zur
Sodagewinnung. Das beste derartige Produkt
mit etwa 30% Soda war die von Salsola stam-
i mende spanische Bari 11a. Südfrankreich lieferte
die is o/t, S. enthaltende Salikor von Narbonne
und die sog. Blanquette vonF rontignan mit weni
ger als8o/o S. Noch gehaltärmer war dieAschege-
wisser Seetange, Kelp in Schottland und Irland,
Varek in der Normandie. Eine völlige Umwäl
zung erfolgte durch das im Jahre 1794 erfundene
Verfahren von Le Blanc, das in seinen Grund
zügen noch heute erhalten ist. Kochsalz ward
durch Erhitzen mit Schwefelsäure unter Entwei
chen von Salzsäure in Natriumsulfat übergeführt,
letzteres getrocknet und mit Kohle und Kreide oder
Kalkstein geglüht. Hierbei wird das Sulfat unter
Entweichen von Kohlensäure zu Schwefelnatrium
reduziert und das Sulfid durch die Kreide in Na
triumkarbonat neben gleichzeitig entstehendem
Schwefelkalzium umgewandelt. Die. graue, stei
nige Rohsoda, die sog. Schmelze, ein Ge
misch von rund 45 °/o Natriumkarbonat, 30 0/0
Kalziumsulfid, io °/o Ätzkalk, 5 °/o Kalziumkarbo
nat und 10 0/0 fremden Stoffen, wird zerschlagen,
einige Tage der Luft ausgesetzt und dann mit
kaltem Wasser ausgelaugt. Die unlöslichen Stoffe:
Kalziumsulfid und -oxysulfid und Kalziumkarbo
nat bilden den sog. Sodarückstand, der auf