Sozojodol
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Speckstein
marinden, Samen von Bockshornklee, Kümmel,
Blätter von Dragon, Kerbel, Minze, Thymian,
Majoran, Pfeffer, Paprika, Senf, Muskatnuß,
Gewürznelken, Ingwer, Garnelen, Hummer, An
chovis und Lobster. Von den bekannteren Soßen
soll Maggis Suppenwürze aus Gemüsen und
Steinpilzen hergestellt werden. Ovos, Wuk,
Sitogen sind unter Hefenextrakte, Shoya
(Soja) und Worcester unter ihrem Namen in
besonderen Aufsätzen besprochen worden.
Sozojodol, eines der vielen neueren Arznei
mittel, besteht aus Dijodparaphenolsulfosäure,
C6H 2 j 2 (0H)S0 8 H. Die in weißen Nadeln kri
stallisierende, in Wasser, Alkohol und Glyzerin
leicht lösliche Verbindung wird zu denselben
Zwecken wie Jodoform verordnet, vor dem sie
den Vorzug der Geruchlosigkeit hat,
Sparadraj} (Emplastra extensa) nennt man
die in Apotheken und Drogenhandlungen vor
rätig gehaltenen Pflaster, deren zur Aufnahme
der Pflasterschicht bestimmte Unterlage meist
aus Schirting oder Halbleinen besteht. Eine
Unterabteilung der S. sind die Pflastermulle
oder Guttaperchapflastermulle (Perchem-
plastra), die auf Mull oder mit dünner Gutta
perchalage bedeckten Mull ausgestrichen sind
und sich durch große Geschmeidigkeit und Kleb
kraft auszeichnen. Als bekanntere Beispiele seien
Sparadrap de Vigo, ein Quecksilberpflaster,
und Sparadrap de Thapsia, ein Harz-Terpen
tinpflaster, angeführt.
Spargel {Sparse, Sparschen, frz. Asperge,
engl. Asparagus) nennt man die jugendlichen,
nur eben über die Erdoberfläche herausgewach-
jsenen Sprossen der angebauten Spargelpflanze,
Asparagus officinalis. Die ausdauernde Pflanze
wird 0,5—i ,3 m hoch und besitzt dünne, nadel-
ähnliche Blätter, grünlichgelbe Blüten und
schwarze Samen in roten Beeren. Aus Samen
gezogene Pflänzchen werden bei etwa 5 cm Länge
20 cm voneinander entfernt in Reihen verpflanzt,
rein von Unkraut gehalten und dann auf die
Beete in Gräben oder neuerdings auf Hügeln
in 60 cm weiten Abständen in gut gedüngten
Boden gesetzt (reichlich Stalldünger mit Kali
salz). Die Anlage und Unterhaltung der Spargel
beete ist sehr kostspielig, da man für Rajolen
des Bodens, Düngung, Auswerfen der Gräben
oder Hügel und Pflanzung für den Hektar bis
über 1000 M. und an jährlichen Kulturkosten min
destens 600 M. rechnen muß. Die Dauer der
Beete beträgt 15—18 Jahre, auf Ertrag ist vom
dritten Jahre an zu rechnen. Gute Beete geben
dann in 65 Tagen Stechzeit auf den Plektar bis
4000 kg S. Trotz der hohen Kosten ist der An
bau außerordentlich lohnend. — Der S. enthält
neben geringen Mengen. Säuren, Zucker, Gummi
und Mineralstoffen als charakteristischen Be
standteil das harntreibende Asparagin, C 2 PI 3 .
(NH 2 )(C,OOH)COONH 2 . Die Samen enthalten
ein fettes Öl, die reifen Beeren Traubenzucker
und einen roten Farbstoff, Stengel und Kraut
Inosit. Die frischen S. sind Gegenstand des
Orts- und des Welthandels, des Groß- und des
Kleinhandels und werden auch in Dosen, Glä
sern und Büchsen eingemacht in den Verkehr
gebracht. Nach den Grundsätzen der braun
schweigischen Konservenfabrikanten soll erster
S. aus normal gewachsenen (nicht krummen)
Stangen mit weiß gestochenen Köpfen, (rostfrei
und ohne Faulflecke) bestehen, die vom Kopfe
bis auf die Mitte des unteren Schrägabschnittes
nicht unter 22 cm lang sind, bei einem Gewicht
von mindestens 35 g für jede einzelne Stange,
Roter Anlauf der Stange, der augenscheinlich
nach dem Stiche eingetreten ist, beeinträchtigt
die Eigenschaft als erster S. nicht. Zweiter S.
soll im Durchschnitt nicht mehr als 22 Stangen
auf Va kg aufweisen und nicht länger als 22 cm
sein. Gänzlich grüne Köpfe dürfen in dieser
Sorte nicht enthalten sein und ebensowenig
vollständig hohle Stangen. Suppenspargel muß
sich gut schälen lassen.
Spartein (lat. Sparteinum, frz. Sparteine,
engl. Spartein). Die mit den Kelchen getrock
neten, goldgelben Blüten des Besenginsters,
Sarothamnus scoparius seu Spartium sco-
parium (lat. Flores Spartii scoparii seu Ge-
nistae, frz. Fleurs de genest, engl. Broom Flowers),
enthalten neben gelbem Farbstoff und dem stark
diätetisch wirkenden Bitterstoff Skoparin
auch ein flüssiges und flüchtiges Alkaloid, das
Spartein, das dem Kurare und Koniin ähnlich
wirkt. Das auch aus den in England gegen
Wassersucht benutzten Zweigspitzen der Pflanze
hergestellte Alkaloid bildet ein farbloses Öl von
eigentümlichem Gerüche und stark bitterem Ge
schmack, das sich an der Luft rasch verändert.
Das Spartein und sein schwefelsaures Salz, Spar
teinsulfat (lat. Sparteinum sulfuricum), finden
beschränkte medizinische Anwendung bei Herz
erkrankungen.
Sparterie (Spanböden) nennt man Flecht
werke aus dünnen, bandartig geschnittenen Strei
fen von weichem, weißem Holze, wie Linden,
Weiden, Espen, die zum Teil durch Handflech
terei, zum Teil auf dem Webstuhl, mitunter
auch im Gemisch mit Zwirnsfäden, hergestellt
werden. Man fertigt aus Sp. Tischdecken,
Fenstervorsetzer, Plutfutter sowie Mützen und
Hüte, die fälschlich auch Bast- oder Reis
strohhüte genannt werden. Die Industrie ist
besonders in Böhmen heimisch, und die wohl
feilen Waren werden weit versandt.
Speck. Mit diesem Namen belegt man das.
noch nicht ausgelassene, nur aus dem Körper
gewisserTie're ausgeschnittene, festere Fettgewebe,
namentlich der Schweine (Schweinespeck,
Speckseiten), doch spricht man auch von
Robbenspeck und Walfischspeck. Speck
seiten werden gewöhnlich gesalzen und ge
räuchert.
Speckstein (Steatit, venetianische oder
spanische Kreide), ein aus wasserhaltiger
kieselsaurer Magnesia bestehendes Mineral
(siehe auch Talk), ist sehr weich, fettglänzend
und fettig anzufühlen, rein weiß oder oft gelb
lich, grünlich bis gräulich gefärbt und sehr leicht
zu schneiden, .wird aber im Feuer so hart, daß
er selbst Glas ritzt. Der Stein findet sich nester
weise in unregelmäßigen, kleineren und größeren
Stücken in zersetztem Glimmerschiefer sowie auch
eingewachsen in Serpentinfels. Seine hauptsäch
lichsten Fundorte sind bei Wimsiedel in Bayern
(Göpfersgrün, Thiersheim), doch findet er sich
auch im Fichtelgebirge, bei Zöblitz und Alten
berg in Sachsen, in Briangon und in Nyntsch
(Ungarn). Aus S. werden auf der Drehbank und