Full text : Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Sprenggelatine

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Stärke

Stoffe  sind  Angelika-,  Anis-,  Kümmel-,
Löffelkraut-,  Wacholder-,  Lavendel-,  Melissen-, ­
  Rosmarinspiritus.  Der  Ameisenspiritus ­
  (lat.  Sp.  formicarum)  wurde  früher
durch  Destillation,  von  Weingeist  über  lebende
Ameisen  dargestellt,  während  man  ihn  jetzt  durch
Auflösen  von  Ameisensäure  in  Spiritus  erhält.
Senfspiritus  (Sp.  sinapis)  ist  eine  Auflösung
von  ätherischem  Senföl  in  Weingeist,  wird  aber
auch  durch  Destillation  hergestellt.  Kampferspiritus ­
  (Sp.  camphoratus)  und  Seifenspiritus
(Sp.  saponatus)  sind  Auflösungen  von  Kampfer
oder  Seife  in  Weingeist,  Verschiedene  hierher
gehörige  Flüssigkeiten  sind  ätherhaltig,  so  Sp.
acetico-aethereus,  Essigätherweingeist;  Sp.
muriatico-aethereus,  Salzäthergeist  (versüßter
Salzgeist);  Sp.  nitrico-aethereus,  Salpeteräthergeist
  (versüßter  Salpetergeist).  Sp.  sulfuricoaethereus
  ist  ein  Gemisch  von  einem  Teil  Äthermit
  drei  Teilen  Alkohol  (Hoffmannsche  Tropfen). ­
  Unter  Spiritus  vini,  Weingeist,  versteht
man  jetzt  den  reinen  Kartoffelsprit.  Ferner  wurden ­
  früher  als  S.  bezeichnet:  Sp.  fumans  Beguini,
  Schwefelammonium;  Sp.  fumans  Libavii,
Zinndichlorid;  Sp.  salis,  Salzsäure;  Sp.  cornu
cervi,  Hirschhorngeist,  eine  Lösung  von  unreinem,
brenzligem,  kohlensaurem  Ammoniak.
Sprenggelatine  nennt  man  eine  äußerst  brisante ­
  Mischung  von  Nitroglyzerin  (s.  d.)  mit
nitrierter  Zellulose  (s.  Schießbaumwolle),  eine
durchscheinende,  gelatineartige  Masse,  die  an
Sprengwirkung  das  Dynamit  übertrifft,  aber
wegen  der  Abscheidung  von  Nitroglyzerin  gefährlicher ­
  zu  handhaben  ist.  Die  Nachteile  der
S.  werden  vermindert  durch  Zusatz  von  Salpeter,
Holzpulver,  Soda,  und  das  so  entstehende  Gelatinedynamit, ­
  das  im  Gegensatz  zum  Kieselgurdynamit ­
  auch  zum  Sprengen  im  Wasser  benutzt
werden  kann,  scheint  eine  größere  Bedeutung
zu  erlangen.  Ähnliche  Sprengmischungen  sind
das  Kolonialpulver  (mit  Zusatz  von  Schwarzpulver) ­
  und  Meganit.
Sprengstoffe.  Unter  dieser  Bezeichnung  faßt
man  eine  große  Zahl  verschiedener  explosiver
Stoffe  oder  Stoffgemische  zusammen,  die  entweder ­
  als  Treibmittel  (Schießmittel)  oder  zum
Zwecke  der  Sprengwirkung  Verwendung  finden.
Die  wichtigsten  derselben  sind  in  besonderen
Aufsätzen  besprochen  worden.  Wegen  der  mit
ihrer  Handhabung  verbundenen  Gefahr  ist  das
Reichsgesetz  gegen  den  verbrecherischen  und
gemeingefährlichen  Gebrauch  von  Sprengstoffen
vom  9.  VI.  1884  erlassen  worden,  nach  dessen
§  1  die  Herstellung,  der  Vertrieb  und  der  Besitz
von  Sp.  sowie  die  Einführung  aus  dem  Auslande
nur  mit  polizeilicher  Genehmigung  zulässig  ist.
Nur  eine  Reihe  sog.  Schießmittel  wie  Schwarzpulver, ­
  Zündhütchen,  Gewehrpatronen  u.  dgl.  sind
von  diesen  Bestimmungen  ausgenommen.  Als
Sp.  im  Sinne  dieses  Gesetzes  gilt  nach  dem  Urteile ­
  des  Reichsgerichts  vom  28.  III,  1898  „jeder
Stoff,  der  bei  der  Entzündung  eine  gewaltsame
Ausdehnung  von  elastischen  Flüssigkeiten  oder
Gasen  hervorruft  und  sich  mit  Rücksicht  auf
diese  Eigenschaft  zur  Verwendung  als  Sprengmittel ­
  eignet“.  Zu  ihnen  gehören  also  nicht
nur  Nitroglyzerin,  Dynamit,  Knallquecksilber,  sondern ­
  auch  ein  so  verbreiteter  Stoff  wie  die
Pikrinsäure  kann  als  Sp.  angesehen  werden.

Springkörner  (lat.  Semina  cataputiae  minoris),
die  Früchte  von  Euphorbia  Lathyris  L.,  wurden ­
  früher  in  Deutschland  als  Abführmittel  benutzt. ­
  Sie  enthalten  als  wichtigste  Bestandteile
ein  fettes  Öl  und  Äskuletin.  —  Als  große  S.  bezeichnete
  man  auch  die  Rizinussamen.
Sprotte  (Breitling,  Clupea  sprattus  L.),
ein  zu  den  Heringen  gehörender,  aber  nur  etwa
17  cm  langer  Fisch  der  Nord-  und  Ostsee,  der
oben  blau,  seitlich  silberfarben  aussieht,  wird
an  den  Küsten  in  großen  Mengen  gefangen  und,
eingesal^en  und  geräuchert,  in  den  Handel  gebracht. ­
  Hauptfangorte  sind  Kent,  Essex  und
Suffolk  in  England,  die  Bretagne  und  Normandie
in  Frankreich  und  die  ganze  Nordsee  bis  hinauf
nach  Island.  Von  den  Ostsee-S.  gelten  die  bei
Kiel  gefangenen  als  die  besten.
Spunde  nennt  man  zum  Verschließen  von
Fässern,  Flaschen  usw.  bestimmte  Stöpsel  aus
Holz  oder  Kork,  die  je  nach  Wunsch  in  verschiedenen ­
  Größen  geschnitten  werden  (s.  auch  Kork).
Stachelbeeren,  die  Früchte  von  Ribes  Grossularia,
  sind  echte  Beeren,  d.  h.  das  ganze  aus
dem  Fruchtblattgewebe  (Karpidium)  entstandene
Fruchtgewebe  (Perikarpium)  ist  fleischig,  breiig
und  saftig.  Die  reifen  Beeren  enthalten  neben
85,6  0/0  Wasser  0,470/0  Stickstoffsubstanz,  1,37  0/0
freie  Säure,  7,100/0  Invertzucker,  0,8s  °/o  Rohrzucker, ­
  0,64%  stickstofffreie  Extraktstoffe,  3,52  °/o
Rohfaser  und  Kerne  und  0,44  o/ 0  Asche.  Die  S.
dienen  im  unreifen  Zustande,  mit  Zucker  eingekocht, ­
  als  Kompott,  im  reifen  Zustande  als
Tafelobst  und  zur  Herstellung  von  Stachelbeerwein. ­

Stäbchen  (lat.  Bacilli)  nennt  man  eine  zwar
nicht  offizielle,  aber  sehr  gebräuchliche  Zuckerwerksform, ­
  welche  in  der  Weise  hergestellt  wird,
daß  man  Gemische  von  Zucker  oder  Süßholzsaft
mit  arzneilichen  Stoffen  zu  zylindrischen  Stäbchen ­
  von  Stricknadeldicke  ausrollt  und  dann
erhärten  läßt.
Stänker,  ein  äußerlich  angewandtes  Tierheilmittel, ­
  enthält  Tieröl  (Oleum  animale),  Asa  foetida
  usw.
Stärke  (lat.  Amylum.  frz.  Amidon,  Fdcule,
engl.  Starch).  Die  Stärke  ist  einer  der  verbreitetsten ­
  Bestandteile  der  Pflanzen,  in  denen
sie  sich  in  drei  verschiedenen  Formen  vorfindet:
als  Produkt  der  Assimilation  in  den  Blättern,
als  Reservestoff  in  den  Wurzeln,  Samen,
Knollen  und  Stämmen  und  als  Zwischenglied  auf
der  Wanderung  zwischen  den  Assimilations-  und
Reserveorganen,  sog.  transitorische  Stärke.
Die  Stärke  entsteht  in  den  Blättern  unter  der
Mitwirkung  von  Licht  und  Chlorophyll  aus  der
Kohlensäure  der  Luft  unter  Aufnahme  von
Wasser  und  Abgabe  von  Sauerstoff,  und  zwar
entweder  direkt  oder  nach  Ansicht  einiger  Forscher ­
  auf  dem  Umwege  über  Glykose  oder  Rohrzucker. ­
  Von  den  Blättern  aus  wandert  sie  in
gelöster  Form  zu  den  Reserveorganen,  in  denen
sie  in  Gestalt  kleiner  Körnchen  abgelagert  wird.
Die  Form  und  Größe  der  Körner  ist  nach  der
Art  der  Pflanzen  außerordentlich  wechselnd  und
für  die  Abstammung  bezeichnend.  Neben  kreisrunden ­
  (kugeligen)  und  ovalen,  finden  sich
eckige  und  unregelmäßig  geformte,  neben  einfachen ­
  zusammengesetzte,  neben  geschichteten
ungeschichtete.  Die  Größe  sdrwankt  zwischen
            
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