Azetopyrin
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Azofarbstoffe
in Wasser, leicht in Alkohol, Äther, Chloroform
und fetten Ölen. Bei der Anwendung als Schlafmittel
(in Gelatin<;kapseln) ist Vorsicht geboten.
Vorsichtig aufzubewahren!
Azetopyrin (Akopyrin), eine Verbindung von
Antipyrin mit Aspirin, kommt als weißes Kristallpulver
vom Schmelzpunkte 65° in den Handel
und wird als Ersatz seiner Einzelbestandteile
gegen Fieber und Rheumatismus verordnet.
Azetylen, ein gasförmiger Kohlenwasserstoff
(C.jH,), entsteht bei der Einwirkung von Wasser
auf Kalziumkarbid und findet in der Beleuchtungstechnik
ausgedehnte Verwendung. Wegen
der großen Explosionsfähigkeit von Azetylenluftgemischen
ist bei der Behandlung der Apparate
Vorsicht geboten, auch müssen an ihnen
Kupferteile vermieden werden, weil Azetylenkupfer
stark explosiv ist. Zur Reinigung des
Azetylens benutzt man ein Gemisch von Chlorkalk
mit Bleichromat (Akagin) oder mit Chromsäure
getränkte Kieselgur (H eratol) oder Kieselgur
mit einer Lösung von Kupferchlorür und
Salzsäure (Frankolin).
Az tylzellulose, Zelluloseazetat, entsteht
bei der Einwirkung von Azetylchlorid und Zinkazetat
als eine in Wasser, Alkohol, Äther und
Azeton unlösliche, in Chloroform und Eisessig
lösliche Masse, deren Chloroformlösung beim
Verdunsten elastische, durchscheinende Häutchen
hinterläßt. Sie findet zur Herstellung von
Films, isolierenden Überzügen usw., neuerdings
auch von Geweben (Zellon), ausgedehnte Anwendung.
Azinfarbstoffe sind Abkömmlinge des Orthochinondiimids
und durch das Vorhandensein
zweier Stickstoffatome, entsprechend der allgemeinen
Formel: R.N 2 .R, gekennzeichnet. Das
einfachste Glied der Reihe ist das Phenazin,
C G H 4 .N 2 . C 6 H 4 , daneben kommen noch in Betracht
das Phenonaphtazin, C 6 H 4 . N 2 . C 10 H 0 ,
das Dinaphtazin, Cj 0 H s . N 2 . C 10 H 6 , usw. Von
diesen Endgliedern lassen sich folgende Farbstoffgruppen
ableiten: Durch Eintritt von 1 oder
2 Aminogruppen in das Phenazin entstehen
die Eurhodine (s. Neutralrot), durch Eintritt
von Hydroxylgruppen die Eurhodole. Als
Amidoderivate des Phenonaphthazins sind die
wosinduline und die Isorosinduline (s. Induline)
anzusprechen. Treten an den mittleren
Stickstoff der Eurhodine oder Eurhodole noch
Alkylgruppen, so entstehen die Safranine (s.
d') bzw. Safranoie, Aposafranine und Sa-‘
taninone. Wenn in die beiden Phenylgruppen
des Phenazins je zwei alkylsubstituierte Ammo-|
r )rppen eintreten und gleichzeitig der mittlere
Stickstoff mit einer Alkylgruppe verbunden ist,
gelangt man zu den Indulinen (s. d.),
' ^ H )s C 8 H 5 N 2 . C 0 H 2 (K. NH),.
, Azoblau, ein blauschwarzes, in Wasser mit
Holetter Farbe lösliches Pulver, welches Baumw°ll
e i m Seifenbade grauviolett färbt, besteht
aus dem Natronsalze der Ortho-Tolidindisazoa
Phanaphtolmonosulfosäure.
,■ Azofarbstoffe. Unter diesem Sammelnamen
•p t man eine außerordentlich große Zahl von
eerfarben (s. d.) zusammen, welche sämtlich
>e sog. Azogruppe, d. h. zwei miteinander dopverbundene
Stickstoffatome enthalten. Durch
er bindung der beiden freibleibenden Valenzen
mit organischen Radikalen entstehen ganz allgemein
gefärbte Stoffe, welche aber noch nicht
auf der Faser haften, vielmehr ist es zur Erzeugung
eigentlicher Farbstoffe erforderlich, daß
noch Gruppen sauren oder basischen Charakters
eintreten. Die Farbstoffe, in denen mit der Azogruppe
nur Benzolreste verbunden sind, zeigen
meist gelbe bis braune Töne, während durch
Einführung der Naphtalingruppe oder anderer
höherer Radikale auch rote, violette und blaue
Farben entstehen. — Die Darstellung beruht im
Grunde darauf, daß man ein Amin, z. B. Anilin,
mit Salzsäure und Natriumnitrit diazotiert und
die entstandene Diazoverbindung mit einem geeigneten
Amin oder Phenol zusammenbringt.
Schon aus der Überfülle der verfügbaren Amine
und Phenole ergibt sich, daß eine ungeheure
Zahl von Azofarbstoffen theoretisch möglich ist.
Sie wird nahezu unendlich, wenn man bedenkt,
daß neben den Farbstoffen mit einer Azogruppe
(Monoazofarbstoffe) auch solche mit zwei (Disazofarbstoffe)
und mehr Azogruppen (Tris-,
Tetrakis-, Polyazofarbstoffe) hergestellt werden
können. — Um einen gewissen Überblick über
das große Gebiet zu geben, sei nach Mofa lau
und Eucherer folgende Einteilung zugrunde
gelegt. I. Die Monoazofarbstoffe zerfallen in
folgende vier Unterabteilungen, a) Aminoazofarbstoffe
enthalten eine oder mehrere mit
der Azogruppe verbundene Aminogruppen und
entsprechen sonach der allgemeinen Formel;
R. N : N . R 1 .NH 2 . Als wichtigste Glieder dieser
Reihe seien angeführt: Chrysoidin' (s. d.).
Säuregelb (s. Echtgelb), Diphenylaminorange
(s. Säuregelb), Methylorange (s. d.),
Bismarckbraun (s. d.), Toluylenbraun, aus
Amidodiazotoluolsulfosäure und m-Phenylendiamin,
Azogelb (s. d,), Metanilgelb (s. d.).
b) Oxyazofarbstoffe entstehen durch Einführung
von aromatischen Hydroxylderivaten in
das Diazomolekül und werden demnach durch
die allgemeine Formel R.N:N.Rt.OH dargestellt.
Zu ihnen gehören u.a.: Naphtolorange
(s. Tropaeolin), Echtrot (s. d.), Ponceau (s.
d.), KosehenillescharlachGausDiazobenzolchlorid
und re-Naphtolsulfosäure. c) Monoazofarbstoffe
aus Peri-Dioxynaphtalinderivaten
umfassen eine Reihe von Farbstoffen, welche
bei schönem blaustichigrotem bis violettblauem
Tone und guter Lichtechtheit ein großes Egalisierungsvermögen
besitzen und zur Erzeugung
licht- und walkechter Beizenfärbungen auf Wolle,
in der Regel mit Nachchromierung, dienen. Sie
werden durch Einwirkung von Diazokörpern
auf Dioxynaphtalindisulfosäure, die sog. Chromotropsäure,
hergestellt. Das bekannteste Glied
der Reihe ist Chromotrpp 2 R. d) Oxykarbonsäuremonoazofarbstoffe
werden hauptsächlich
zum Zeugdruck auf chromgebeizte Faser
benutzt. Zu ihnen gehören Alizaringelb G
und R, welche aus diazotiertem meta- oder
para-Nitranilin und Sal zylsäure hergestellt werden.
II. Disazofarbstoffe werden nach dem Ausgangsmaterial
in drei Unterabteilungen zerlegt,
a) Disazofarbstoffe aus Monoazofarbstoffen.
Zu ihrer Herstellung kombiniert man
einen Azofarbstoff mit noch einem Molekül einer
Diazoverbindung, doch ist es meist nicht nötig,
den Monoazofarbstoff vorher zu isolieren. Wich-