Umbra
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Urethan
Wasser geschlämmt oder durch Erhitzen mit
Natriumsulfidlösung vom freien Schwefel befreit
und schließlich getrocknet und gesiebt. Um
helle, rein blaue Töne zu erhalten, genügt es,
das Blau noch mehrere Stunden auf Farbmühlen
zu mahlen. Durch Verwendung kieselsäurereicherer
Mischungen erhält man den sog.
alaunfesten U., der durch Behandlung mit
Chlor und Wa'sserdampf oder mit Luft und Salzsäure
oder mit Salmiak in violetten und roten
U. übergeführt werden kann. — Der U. bildet
ein zartes, feurig blaues, in Wasser, Alkohol
und Alkalien unlösliches und gesundheitlich
völlig unschädliches Pulver. Er ist als Wasser-,
Kalk- und Ölfarbe zu verwenden und zeichnet
sich durch eine hohe Widerstandsfähigkeit gegen
Luft, Licht und Schwefelwasserstoff aus. Hingegen
wird er durch Säuren und saure Salze
unter Entwicklung von Schwefelwasserstoff entfärbt.
Nur die kieselsäurereicheren Sorten sind
gegen Alaun beständig. Im Hinblick auf seine
Schönheit und Billigkeit findet U. die ausgedehnteste
Verwendung als Malerfarbe, zu Anstrichen,
bei der Herstellung von Tapeten und
Buntpapier, im Zeugdruck sowie zum Bläuen
von Papier, Zucker und Wäsche. AJs Verfälschung
sind Zusätze von Kreide, Gips und Ton
anzusehen, während Mischungen mit Zinkweiß
handelsübliche Malerfarben darstellen. Mit Bleifarben
darf U. seines Schwefelgehaltes wegen
nicht gemischt werden, da sonst leicht Nachdunkeln
der Anstriche eintritt. Auch kann aus
dem gleichen Grunde bleihaltiger Firnis nicht
zum Anrühren mit Ultramarin benutzt werden.
Umbra (lat. Terra umbracea, frz. Ombre, engl.
Umber), nur dem Klange nach verdeutscht in
Umbraun, nennt man Erdfarben verschiedener
Schattierungen und verschiedenen Ursprungs.
Die eigentliche oder echte U. ist ein toniger,
durch Verwitterung mulmiger Brauneisenstein
von leber- bis kastanienbrauner Farbe, der neben
kieselsaurem Eisenoxyd immer auch braunes
Manganoxyd enthält. Die beste Sorte, die auf
der Insel Zypern gefundene sog. zyprische
oder türkische- U., sieht gräulichbraun aus
und gibt, in verschiedenen Graden mit Weiß versetzt,
eine große Zahl schöner Farbentöne.
Beim Brennen nimmt sie eine rotbraune Farbe
an. Ähnliche, aber minder gute Ware wird auf
den Eisensteingruben um Saalfeld, Könitz und
Kammsdorf sowie in verschiedenen Gegenden
Englands und Siziliens gefunden. Die von letzterem
Fundorte gelieferte U. ist ein kastanienbrauner
Eisenocker mit muscheligem Bruch. —-Die
sog. kölnische U. (Kölnerbraun, Kesselbraun)
ist lediglich eine erdige, schön dunkelkaffeebraune
Braunkohle. Sie unterscheidet
sich von der echten U. durch ein viel geringeres
spez. Gew., riecht beim Erhitzen torfartig und
kann nicht geglüht werden. Kölner U. findet
sich häufig in der Umgegend von Köln, im
Bergischen und Jülichschen sowie in Thüringen
und wird sowohl gemahlen als auch in Stückform
verkauft. Alle Umbrasorten müssen vor
dem Gebrauche gepulvert und durch Schlämmen
von sandigen Teilen befreit werden. Man
verwendet sie zu Anstrichen aller Art, sowohl
als Öl- wie Wasserfarbe, zu dunkeln Firnissen,
besonders häufig für Wachstuch, zum Braunfärben
von Holz und als Vergoldergrund, die
kölnische auch zur Darstellung feinerer brauner
Farben. Zu diesem Zwecke wird sie in Ätzlauge
gelöst und der Farbkörper durch eine
Säure als feiner Schlamm wieder ausgefällt
(sog. brauner Karmin). Häufig ist die im
Kleinverkehr käufliche U. nichts anderes als geglühter
Ocker.
Uran (lat. Uranium), ein seltenes, dem Chrom,
Molybdän und Wolfram verwandtes metallisches
Element vom Atomgewicht 239,5, findet
sich in der Natur hauptsächlich als Uranoxyduloxyd
in Form des Uranpecherzes oder der
Uranblende, eines gräulichen oder pechschwarzen,
glänzenden Minerals. Dasselbe bildet
fast nur in der Gegend von Johanngeorgenstadt
und Schneeberg in Sachsen sowie von
Joachimstal und Przibram in Böhmen größere
Lager in Gängen von Gneis und Glimmerschiefer
und wurde früher vielfach als wertloser Abraum
fortgeworfen, bis man seine hohe technische
Verwertbarkeit erkannte. Das Pecherz selbst
dient im gemahlenen Zustande als schwarze
Porzellanfarbe.Das künstlich dargestellte Uranoxyd,
U0 3 , sowie das uransaure Natrium
(Urangelb), Na 2 U 2 0 7 , gelbe Pulver, verleihen
Glasflüssen eine eigentümliche gelbgrüne Farbe
(Uranglas), die durch Zusatz von Kupferoxyd
in Smaragdgrün umschlägt. Von den sehr giftigen
Salzen findet das Uranazetat (lat.
Uranium aceticum, frz. Acdtate uranique, engl.
Acetate of Uranium) als Reagens bei der analytischen
Bestimmung der Phosphorsäure, und
das Urannitrat (lat. Uranium nitricum, frz.
Nitrate uranique, engl. Nitrate of Uranium) in
der Photographie als „Abschwächer“ Anwendung.
Als Ausgangsstoff für die Gewinnung
des Radiums (s. d.) ist die Pechblende neuerdings
außerordentlich kostbar geworden.
Uranin, ein seit 1871 bekannter Teerfarbstoff,
besteht aus der Natronverbindung des
Fiuoreszeins. Das gelbbraune Pulver, dessen
gelbe wäßrige Lösung eine sehr lebhafte gelbgrüne
Fluoreszenz zeigt, wird nur in beschränktem
Grade zum Färben von Wolle, mehr noch
für Wolldruck verwandt, eignet sich hingegen
nicht für Baumwolle. — Im Handel erhält man
unter dem Namen U. auch zuweilen das Methy
Ifluoreszetn.
Urethan (lat. Urethanum, frz. ürethane, engl.
Urethan). Den Namen Ürethane führt eigentlich
eine ganze Gruppe chemischer Verbindungen,
die man als Karbaminsäureester betrachten
kann, im besonderen aber versteht man
unter U. ein neuerdings als Arzneimittel aufgekommenes
Präparat, das seiner chemischen Natur
nach als Äthylurethan, NH 2 .COOC 2 H 6 ,
anzusprechen ist und als Schlafmittel empfohlen
wird. Es soll jedoch den Nachteil haben, daß
man sich sehr bald daran gewöhnt und daß es
dann nicht mehr genügend wirksam ist. Das U.
bildet färb- und geruchlose, säulenförmige Kristalle
von eigentümlichem, kühlendem Geschmack,
schmilzt zwischen 48—50 °, siedet gegen
170 0 und sublimiert dann unverändert. Es verbrennt
mit wenig leuchtender Flamme, ohne
Rückstand zu hinterlassen, und ist sowohl in
Wasser als auch in Alkohol, Äther und Chloroform
leicht und klar löslich. Die Lösungen zei