fullscreen : Der deutsche Zollverein

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Zollverwaltung  in  den  westlichen  preußischen  Provinzen  ein  Wort
mitreden  zu  können,  das  Recht,  einen  Rat  bei  der  königlich
preußischen  Steuerdirektion  zu  Köln  zu  ernennen.
Prinzipielle  Änderungen  im  Zollwesen  sollten  nur  in  gemeinschaftlichem ­
  Einvernehmen  getroffen  werden,  auch  verpflichtete
sich  die  preußische  Regierung,  Handelsverträge,  durch  die  das
Interesse  des  Großherzogtums  und  der  westlichen  preußischen
Provinzen  berührt  würden,  nur  unter  Mitwirkung  der  großherzoglichen ­
  Regierung  abzuschließen.  Die  reinen  Zollerträge  sollten  nach
dein  Verhältnisse  der  Bevölkerung  des  Großherzogtums  zu  den  westlichen ­
  preußischen  Provinzen  durch  eine  gemeinschaftliche  Kommission
verteilt  werden.  Darmstadt  gab  ferner  die  vertrauliche  Zusage,
auch  die  wichtigsten  preußischen  Konsumtionssteuern  einzuführen;
bis  dahin  sollte  von  Bier,  Wein,  Branntwein  und  Tabakblättern
eine  Ubergangssteuer  erhoben  werden.  Endlich  sollte»  beide
Staaten  wechselseitig  ihre  Pauptzollämter  durch  Kontrolleure  beaufsichtigen, ­
  um  zugleich  auch  den  beiderseitigen  Geschäftsgang  bis
ins  Einzelne  kennen  zu  lernen.  Auf  diese  Weise  wurde  aufs  Gewissenhafteste ­
  die  Souveränität  des  Großherzogs  gewahrt  und
zugleich  ein  einladendes  Muster  für  fernere  Abschlüsse  mit  anderen
Staaten  aufgestellt.
Die  Dauer  dieses  neuen  Zollvereins  wurde  bis  zum  31.  Dez.
183^  festgestellt  und  sollte  dann,  falls  keine  Kündigung  erfolgte,
auf  weitere  sechs  Jahre  verlängert  werden.  Das  Kündigungsrecht
hatte  natürlich  Bedeutung  nur  in  der  pand  Preußens  und  für
dieses  war  es  die  einzige  Waffe,  um  es  gegen  den  Mißbrauch
des  gleichen  Stimmrechtes  sicher  zu  stellen,  namentlich  als  dann
später  der  Zutritt  anderer  Staaten  erfolgte  und  Preußen  dadurch
in  die  Minorität  gedrängt  war.  Wir  werden  sehen,  daß  Preußen
von  diesem  Rechte  später  mehrfach  Gebrauch  gemacht  hat,  um
Forderungen,  die  es  für  unerläßlich  hielt,  durchzusetzen.
Die  Folgen  des  Vertrages  waren  sehr  bald  ersichtlich.  Pandel
und  Verkehr  blühten  in  ungeahnter  Weise  im  pessenlande  auf  und
die  anfängliche  Opposition,  die  von  einem  „Löwenvertrage"  ge ­
            
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