Zahntropfen
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Zelluloid
nicht so groß sein, daß der Zahnschmelz angegriffen
wird. Zusätze von organischen Stoffen,
z. B. Veilchenpulver, wirken oft ungünstig, da sie
sich zwischen den Zähnen festsetzen und schädliche
Zersetzungsprodukte bilden. Als Parfüm
dienen Mitcham Pfefferminzöl oder Nelkenöl,
als antiseptische Zusätze Thymol, Salizyl- oder
Borsäure. — Zahnseifen mischt man aus den
gleichen Bestandteilen zusammen, die bei Zahnpulver
genannt sind, und setzt gepulverte medizinische
Seife, sowie als Bindemittel Honig, Sirup
oder Glyzerin hinzu. Je nach der Menge der einzelnen
Stoffe erhält man eine weichere Zahnseife
oder eine festere Zahnpaste. — Zahnwässer
sind Auszüge von Ratanhiawurzeln, Katechu
usw. unter Zusatz von Myrrhentinktur, Borsäure,
Salizylsäure, Thymollösungen und aromatisiert
mit Nelkenöl, Pfefferminzöl u. a.
Zahntropfen (Zahnwehtropfen, lat. Guttae antodontalgicae)
sind Mischungen von ätherischen
Ölen, z. B. Nelkenöl mit Chloroform, Kreosot,
Lösungen von Karbolsäure, Kokain, Morphin
usw., die mittels Pinsels oder Wattebäuschchens
an die schmerzende Stelle gebracht werden. —
Doberaner Zahntropfen bestehen aus einem
Gemisch gleicher Teile Tinctura opii crocata,
Pfefferminzöl und Ätherweingeist.
Zander (Sander, Sandart, Schill, Schiel,
Amaul), ein gefräßiger Süßwasserraubfisch (Lucioperca
Sandra), der zu den Barschen oder
Stachelflossern gehört, besitzt einen gestreckteren
Körperbau als der Flußbarsch und kann
9—12 dm lang und über io kg schwer werden.
Er schimmert auf dem Rücken grünlichgrau und
erscheint an den Seiten silberweiß mit bräunlichen,
wolkigen Flecken und verwaschenen Querbinden.
Der Fisch liebt tiefe, reine Gewässer
mit sandigem Grunde und ist besonders im nordöstlichen
Deutschland, in den Flußgebieten der
Oder und Weichsd, aber auch in der Donau zu
Hause. Außerdem findet er sich in einigen
großen Landseen an der unteren Oder, z. B. dem
Schlawer See, und im Stettiner Haff in größter
Menge und bildet dort eine bedeutende Handelsware.
Der Z. hat ein ausgezeichnetes weißes und
fettes Fleisch, das besonders im frischen Zustande
sehr geschätzt ist, wird aber auch gesalzen und
geräuchert versandt, obgleich es dadurch sehr an
Wohlgeschmack verliert. Die gesetzliche Schonzeit
reicht vom io. April bis 9. Juni. Z. unter
3S cm Länge dürfen nicht verkauft werden.
Zaponlack, diese bekannte, zum Überziehen
wertvoller Dokumente sowie feiner Metallwaren
usw. benutzte Flüssigkeit, besteht im allgemeinen
aus Auflösungen von Zelluloid in Amylazetat, bisweilen
unter Zusatz von Azeton, Äther, Benzin
und Benzol. Beim Verdunsten des Lösungsmittels
bleibt auf den damit behandelten Gegenständen
ein dünner Überzug von Zelluloid zurück,
welcher die Einwirkung der Luft verhindert.
Zaunrübenwurzel (Gichtrübe, lat. Radix
bryoniae s. vitis albae, frz. Racine de bryone
blanche, engl. Bryony root), im getrockneten Zustande
ein Gegenstand des Drogenhandels, stammt
von Bryonia alba und dioica, klimmenden
Pflanzen aus der Familie der Kukurbitazeen,
von denen die erstere häufiger im östlichen, die
letztere mehr im westlichen Deutschland vorkommt.
Die großen rübenartigen Wurzeln, die
sich meist in Gestalt von Querscheiben im Handel
vorfinden, sind auf der Fläche weißlichgelb, ringförmig
gewulstet und durch nach dem Mittelpunkt
verlaufende Markstrahlen gestreift. Auch
die weißlichgelbliche Rinde zeigt zahlreiche Ringwulste.
Die Droge ist geruchlos, aber von unangenehm
bitterem Geschmack und wird als abführendes
Mitte! bei Rheumatismus usw. benutzt.
Der wirksame Stoff heißt Bryonin.
Zedernholz. Das echte Holz der Libanonzeder
ist längst außer Verkehr gekommen und
der Baum selbst auf den Gebirgen von Syrien
und Kleinasien zur Seltenheit geworden. Die
jetzige Bezeichnung umfaßt verschiedene andere,
einigermaßen ähnliche, wohlriechende und,weiche'
Hölzer, die meist in weiße und rote unterschieden
werden. Eines der ersteren, das sog. spanische
Z., stammt von einem baumartigen Wacholder,
Juniperus oxycedrus, der in den
Mittelmeerländern nicht selten ist, und auch zwei
amerikanische Nadelhölzer, Cupressus thujoides
und Taxodium distichum, liefern weißes
Z. Das in größeren Massen zu Bleistiften
verarbeitete rote Z.-Bleistiftholz (Red cedar)
stammt von zwei amerikanischen Wacholderbäumen,
Juniperus virginiana und bermudiana.
Hierzu kommt das braunrötliche, wohlriechende
Kuba-Z„ das vorzugsweise Zuckerkistenholz
genannt wird und von einem westindischen
Laubbaume, Cedrela odorata, gewonnen
wird. — Aus den Spänen, die bei der
Plerstellung von Bleistiften in großen Massen abfallen,
destilliert man noch eine erhebliche Menge
Öl. Eine geringwertigere Sorte des letzteren, die nur
aus den leichter siedenden Anteilen von weniger
feinem Geruch besteht, kommt aus den Trockenkammern
der amerikanischen Bleistiftfabriken.
— Das Zedernholzöl (Zedernöl, lat. Oleum
ligni cedri, frz. Essence de cedre, engl. Cedar oil),
ein blaßgedbes, etwas dickflüssiges ätherisches Öl
vom spez. Gew. 0,940—0,961 dient als Zusatz zu
Seifenparfüm, ferner zur Verfälschung von anderen
ätherischen Ölen und schließlich zum Parfürmieren
der aus inländischen Hölzern gefertigten
und etwas naturfarben gebeizten Zigarrenkisten.
Zedrobalsam heißt der aus der Zirbelkiefer
(Arve) gewonnene dünnflüssige Terpentin,
dar durch den Zusatz karpatischer
näher bezeichnet wird.
Zelloidin nennt man die aus Kollodium dargestellte,
ganz reine Nitrozellulose, die in Form
gelatineartiger Tafeln zum Verkauf gelangt und
in wäßriger Lösung wie Kollodium, vor allem
zur Herstellung des in der Photographie gebrauchten
Z.-Papiers benutzt wird. Vor gewöhnlichem
Kollodjumpapier ist es dadurch ausgezeichnet,
daß es aus Jodsilber kein freies Jod abscheidet.
Zelluloid (Zellhorn, Trocadero), eine aus
Nitrozellulose und Kampfer bestehende Masse,
der man je nach Bedarf verschiedene weiße oder
bunte Farbstoffe zusetzt, ist sehr hart, fest und
dabei elastisch und nimmt eine sehr schöne
Politur an. In Wasser unlöslich, ist es auch an
der Luft unveränderlich, wird aber bei 125 0 so
weich und plastisch, daß es sich in jede beliebige
Form bringen läßt und zur Herstellung der verschiedensten
Gegenstände, Armbänder, Broschen,