Full text : Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Ziegel

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Zimt

land  wird  am  ausgebreitetsten  in  der  Gegend  von
Magdeburg  betrieben,  aber  auch  bei  Braunschweig, ­
  Heringen  und  Hannover,  am  Rhein,
in  Baden,  Württemberg  und  Schlesien  findet
man  Zicborienfelder.  Die  Z.  verlangt  Lehm-  oder
leichten,  aber  kalkhaltigen  Ton-  und  Tonmergelboden ­
  und  reichliche  Düngung.  Zur  Herstellung
des  Kaffee-Ersatzes  werden  die  Wurzeln  in  Scheiben ­
  oder  kleine  viereckige  Stückchen  zerschnitten
und  hierauf  im  Darrofen  getrocknet.  Das  Rösten
geschieht  gewöhnlich  unter  Zusatz  von  x—2  °/o
Fett  in  großen,  den  Kaffeetrommeln  ähnlichen
Blechzylindem,  und  die  geröstete  Wurzel  muß
sofort,  bevor  sie  durch  Anziehen  von  Feuchtigkeit ­
  zähe  geworden  ist,  gemahlen  werden.  Das
Pulver  wird  in  Fässer  oder  in  die  bekannten
kleinen  zylinderförmigen  Papierpakete  verpackt
und  dann  in  Kellerräumen  mehrere  Wochen  der
Einwirkung  feuchter  Luft  ausgesetzt,  worauf  der-Inhalt
  eine  dunkelschwarzbraune,  zähe,  bröcklige, ­
  bisweilen  auch  etwas  schmierige  Masse  bildet. ­
  In  dieser  Form  gelangt  sie  zum  Verkauf.
Der  durch  kochendes  Wasser  erhaltene  tief
dunkelbraune  Aufguß  ist  gewöhnlich  etwas  trübe
und  schmeckt  bitterlich  süß.  Die  Z.  benutzt  man
entweder  für  sich  allein  zur  Herstellung  eines
Getränkes,  oder  als  Zusatz  zu  Bohnenkaffee,
dessen  Geschmack  und  Aroma  er  weniger  verändert ­
  als  andere  Ersatzstoffe,  wie  Rüben,  Eicheln
usw.  Trotz  ihrer  Billigkeit  wird  sie  doch  häufig
verfälscht,  hauptsächlich  mit  anderen  gerösteten
Wurzeln,  wie  Möhren  oder  Zuckerrüben.  Besonders ­
  letztere  bilden  als  Rübenschnitzel  der
Zuckerfabriken  das  häufigste  Verfälschungsmittel
und  können  mikroskopisch  nachgewiesen  werden.
Erdige  Beimischungen,  Sand  usw.,  lassen  sich
durch  die  Aschenbestimmung  erkennen.  Der
Gehalt  an  Asche  darf  8°/o,  der  .Sandgehalt  2,5  °/o
nicht  überschreiten.  Besondere  gesetzliche  Bestimmungen ­
  über  Z.  bestehen  zurzeit  in  Deutschland ­
  und  Österreich  noch  nicht,  während  in  Belgien ­
  folgende  Vorschriften  für  die  Z.  festgelegt
sind:  Zichorie  darf,  bei  ioo°  getrocknet,  nicht
mehr  als  15  °/o  an  Gewicht  verlieren,  ferner  in
pulverförmigem  Zustande  nicht  mehr  als  10  0/0,
im  gekörnten  Zustande  nicht  mehr  als  8  °/o  Asche
hinterlassen  und  höchstens  2  °/o  Fett-  oder  Zucker-Zusatz
  erhalten  haben.  1907  betrug  die  Anbaufläche ­
  für  Z.  in  Deutschland  6170  ha,  der  Ertrag
1,6  Millionen  Dopelzentner.  der  Wert  der  gerösteten ­
  Z.  58/4  Millionen  Mark.
Ziegel  (Backsteine,  Mauersteine),  die  einfachsten ­
  Tonwaren,  werden  aus  dem  häufig  vorkommenden ­
  Lehm,  der  bereits  die  zweckmäßigste
Mischung  von  Ton,  Sand,  Eisenoxyd  und  mitunter ­
  auch  Kalk  enthält,  hergestellt,  und  nur
solche  Lehmsorten,  die  nidht  mager,  sondern
durch  hohen  Tongehalt  zu  fett  sind,  erhalten
einen  Zusatz  von  Sand,  um  das  Verziehen  beim
Brennen  zu  verhindern.  Der  gegrabene  Lehm
bleibt  eine  Zeitlang,  am  besten  einen  Winter  hindurch, ­
  im  Freien  liegen,  wodurch  er  bildsamer
wird,  und  wird  dann  eingesumpft  und  durch
Treten  mit  den  Füßen  von  Steinen  und  Kalknieren ­
  befreit.  Der  Ersatz  dieses  urwüchsigen
Verfahrens  durch  Maschinenarbeit  (sog.  Tonscheider) ­
  bedeutet  eine  wesentliche  Vereinfachung, ­
  liefert  aber  eine  unreinere  Masse.  Die
mit  der  Hand  oder  ebenfalls  mit  Maschinen  geformten ­

  Ziegel  werden  lufttrocken  gemacht  und
in  Ringöfen  gebrannt.  Sie  sind  dann  porös  und
durchlässig  für  Wasser  und  Luft,  haften  an  der
Zunge  und  besitzen  erdigen  Bruch.  Die  mehr
oder  weniger  rote  Farbe  rührt  von  einem  Gehalte
au  Eisenoxyd  her.  Bei  zu  hoher  Temperatur
des  Ofens  gebrannte  Z.,  die  oberflächlich  geschmolzen ­
  sind  und  eine  glatte,  glasartige  Haut
von  grüner,  gelber  oder  brauner  Farbe  erhalten
haben  (sog.  Klinker  oder  Glasköpfe),  saugen
kein  Wasser  ein  und  sind  für  gewöhnliche  Bauten
unbrauchbar,  weil  sie  den  Mörtel  nicht  binden,
können  aber  zu  Wasserbauten  benutzt  werden.
Zur  Herstellung  von  Dachziegeln  muß  der  Ton  W
besonders  sorgfältig  vorbereitet  werden.  Ver-i“
blendsteine  nennt  man  eine  gewisse  Sorte  gut
gearbeiteter  Ziegel  mit  glatter  Oberfläche,  die  zu
Rohbau  ohne  Abputz  Verwendung  finden.  Auch
werden  glasierte  Z.  gebrannt.  Zu  Isolierungszwecken ­
  stellt  man  Ziegel  unter  Verwendung
von  Korkabfällen  her.  Zur  Ermittlung  des
Gebrauchwertes  der  Z.  bestimmt  man  ihre  Druckfestigkeit, ­
  ihr  spez.  Gew.,  die  Porosität,  Frostbeständigkeit ­
  und  das  Wasseraufsaugungsvermögen. ­
  Außerdem  prüft  man  die  Steine  auf  das
Vorhandensein  wasserlöslicher  Salze,  sowie  von
Kalziumkarbonat,  Gips  und  Schwefelkies.
Zimt  (Zimmt,  Zimtkassia,  Zimtrinde,
Kaneel,  lat.  Cinnamomum,  frz.  Cannelle,  engl-Cinnamom),
  ein  überaus  wichtiges  Gewürz,  das
auch  medizinische  Bedeutung  besitzt,  besteht  aus
den  Rinden  verschiedener  tropischer  Bäume,  die
alle  der  Familie  der  Lorbeergewächse  oder
Laurineen  entstammen  und  besonders  der  Gattung ­
  Cinnamomum  angehören.  Die  Bäume
haben  aromatische,  immergrüne  Blätter,  Rispenblüten ­
  und  einsamige,  vom  Perigon  becherförmig
umhüllte  Früchte.  Die  beiden  wichtigsten  Zimtsorten ­
  sind  der  chinesische  und  der  Zeylonzimt.
  —  Der  chinesische  Z.,  Zimtkassia  (lat-Cortex
  cinnamomi  chinensis,  cinnamomi  cassiae,
Cassia  lignea,  frz.  Gasse  de  chine,  Cannelle  de
Chine,  engl.  Cassia  hark)  stammt  von  Cinnamomum ­
  Cassia  (Nees)  Blume.  Der  Baum  ist  im
südlichen  China  und  in  Kotschinchina  heimisch
und  wird  in  den  chinesischen  Provinzen  Kwangsi
und  Kwangtung,  sowie  jauch  in  Kotschinchina  und
auf  Zeylon,  den  Sundainseln  und  an  der  Küste
von  Malabar  angepflanzt.  Er  hat  ganzrandigc.
unterseits  weichhaarige,  dreinervige  Blätter  und
gelblichweiße  Blütenstände.  Man  läßt  die  Bäumchen ­
  sechs  Jahre  alt  werden  und  schält  die  Rinde
von  den  etwa  2  cm  dicken  Zweigen  im  März.
April  und  Mai,  indem  man  die  Blätter  und  kleineren ­
  Zweige  entfernt,  zwei  Längsschnitte  macht,
hierauf  in  45—50  cm  Entfernung  Querschnitte  aDr
bringt  und  schließlich  die  Rinde  mit  einem
Hornmesser  ablöst.  Die  noch  frischen  Rindenstreifen
  werden  von  dem  Korke  oberflächlich
durch  Abkratzen  befreit  und  nach  dem  Trocknen
in  Bündel  zusammengebunden.  In  das  Inner®
derselben  wird  herkömmlicherweise  der  beim
Schälen  erhaltene  Abfall,  die  sog.  Chips,  verteilt. ­
  Der  chinesische  Z.  bildet  einseitig  gerollt®
Röhren  oder  Halbröhren  von  so  cm  Längf.
o,s—3  cm  Durchmesser  und  i—3  mm  Dicke.  Di®  ,
rotbraunen  Stücke  enthalten  teilweise  noch  Kork'
reste  und  haben  korkartig  glatten  Bruch-Dar
  Geschmack  ist  würzig,  zugleich  aber  etwas
            
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