Full text: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Zimtsäure 
495 
Zink 
mit Eisenchlorid keine blaßgrüne, sondern eine 
blaue Färbung gibt. Sicherer geschieht der Nach 
weis durch die Bestimmung des Zimtaldehyd- 
sowie des Eugeruolgehalts. Das Zeylonzimtöl fin 
det besonders bei der Herstellung von Likören 
Verwendung. — 3. Das Zim tblätteröl (lat. 
Oleum foliorum chmamomi, frz. Essence de 
feuilles de cannelle, engl. Oil of cinnamom leaves), 
das aus den Blättern des Zey lonzimtstrau- 
ches durch Destillation gewonnene gelbliche 
ätherische Öl, hat das spez. Gew. 1,044—1,065 
und riecht nach Zimt und Nelken. Es enthält 
als Hauptbestandteil Eugenol (65—95 °/o) und 
wird in der Seifenindustrie, häufig aber auch zum 
Verfälschen des Zeylonzimtöles (s. d.) benutzt. 
Ziftitsäure (Phenylakrylsäure, lat. Acidum 
cinnamylicuon, frz. Acide cinnamique, engl. Cin- 
namic acid) findet sich teils frei, teils in ester- 
artiger Bindung im Perubalsam, Storax, Sumatra- 
benzoö und zahlreichen anderen Pflanzenstoffeo. 
Zu ihrer Darstellung geht man meist vom Sto 
rax aus, indem man aus diesem nach Zusatz von 
Ätznatron den Zimtalkohol und das Styrol ab 
destilliert und das zurückbleibende zimtsaure Na 
trium mit Salzsäure zerlegt. Durch Auflösen in 
Ammoniumkarbonat, wiederholte Fällung mit 
Salzsäure und Umkristallisieren, aus Wasser wird 
die reine Säure (Acidum cinnamyldcum medi- 
cinale) erhalten. Auf synthetischem Wege kann 
Z. durch Erhitzen von Benzaldehyd mit Azetyl- 
chlorid oder mit Essigsäureanhydrid und wasser 
freiem Natriumazetat, oder auch von Benzal- 
chlorid mit Natriumazetat dargestellt werden und 
führt dann die Bezeichnung „artificiale“. Z., 
C e H 5 . CH . CH . COOH, bildet je nach der Art 
des Lösungsmittels farblose Nadeln oder Pris 
men, die sich schwer in kaltem, hingegen leicht 
in heißem Wasser, Alkohol und fetten ölen 
lösen. Der Schmelzpunkt liegt bei 133 °. Sie de 
stilliert bei 300 0 unter teilweiser Zersetzung, ist 
aber sublimierbar und mit Wasserdämpfen flüch 
tig.,— Z. findet in der Technik ausgedehnte An 
wendung zur Darstellung von Orthonitrozimt- 
säure, die in Propiolsäure und künstlichen In 
digo übergeführt wird. In der Medizin dient sie 
als Mittel gegen Tuberkulose. Zu dem gleichen 
Zwecke benutzt man ihr Natriumsalz (Hetol), 
ein in kaltem Wasser schwer, in heißem Wasser 
leicht lösliches Kristallpulver, dessen Lösung mit 
Eisenchlorid einen schönen violetten Niederschlag 
liefert. 
Zinalin, ein jetzt nicht mehr im Handel vor 
kommender Teerfarbstoff, wird durch Einwir 
kung von salpetriger Säure auf eine alkoholische 
Lösung von Rosanilin als ein orangerotes Pulver 
erhalten. 
Zinchonidin, ein in manchen Chinarinden ent 
haltenes Alkaloid, unterscheidet sich von dem 
ähnlichen Chinidin durch schwerere Löslichkeit 
in Wasser, Alkohol und Äther. Das zuweilen 
medizinisch benutzte schwefelsaure Z. (Zin 
chonidinsulfat, lat. Cinchonidinum sulfuricum, 
frz. Sulfate de cinchonidine, engl. Sulfate of 
cinchonidin) besteht aus farblosen, sternförmig 
gruppierten Kristallnadeln von bitterem Ge 
schmack. 
Zinchonin, ein vorzugsweise in den grauen 
oder braunen Chinarinden vorkommendes Al 
kaloid, schmeckt wegen der geringen Wasserlös 
lichkeit nur sehr schwach bitter, bildet hingegen 
stark bitter schmeckende Salze. Dieselben wer 
den jedoch viel seltener angewandt als die be 
treffenden Chininsalze, da sie sich weniger wirk 
sam erwiesen haben. In den Preislisten findet 
man: essigsaures Z. (Zinchoninazetat, lat. 
Cinchoninum aceticum), salzsaures Z. (Chlor 
wasserstoffzinchonin, lat. Cinchoninum mu- 
riaticum s. hydrochloricum) und schwefelsaures 
Z. (Zinchoninsulfat, lät Cinchoninum sui- 
furicum), sämtlich farblose, kristallisierbare Salze. 
Zineol, ein mit Eukalyptol und Kajeputol 
identischer Terpenalkohol, C 10 H 18 O, der sich in 
verschiedenen ätherischen Ölen, so im Zina-, 
Sternanis-, Zitwerwurzel-, Eukalyptus- (s. d.) und 
Kajeputol (s. d.) vorfindet, wird aus zineolreichen 
Ölen, wie z. B. dem von Eukalyptus Globulus, ge 
wonnen, als ein farbloses, nach Kampfer riechen 
des Öl, das in Wasser unlöslich ist, sich hingegen 
mit Alkohol und Äther mischt und bei 176° 
siedet. Das spez. Gewicht beträgt 0,928—0,930. 
Z. findet unter dem Namen Eukalyptol medizi 
nische Anwendung. 
Zink (Spianter, lat, Zincum, frz. Zinc, engl. 
Spelter, Zinc). Das Z. ist in Verbindung mit 
Kupfer als Bronze und Messing bereits seit dem 
Altertum bekannt, als besonderes, selbständiges 
Metall aber erst im 16. Jahrhundert beschrieben 
worden. Es findet sich in der Natur nur aus 
nahmsweise gediegen, hingegen meist in Form 
von Erzen, die sich in den älteren kristallinischen 
Gesteinen als Adern oder Gänge abgelagert 
haben. Das beste Zinkerz ist der edle Galmei 
oder Zinkspat (Zinkkarbonat). Neben ihm 
kommt gewöhnlich das Kieselzinkerz (Zink 
silikat) und gewöhnlicher Galmei (Gemenge 
von Zinksilikat und Karbonat) vor, das sich zwar 
etwas schwieriger verhütten läßt, aber doch mit 
dem ersten zusammen verarbeitet wird. Am häu 
figsten ist die Zinkblende (Schwefel-Z.). Die 
wichtigsten Lagerstätten finden sich in Ober 
schlesien mit einer Fortsetzung nach Galizien 
und in der Rheingegend von Aachen bis Lüttich, 
wo der edle Galmei am Altenberg (Vieille mon- 
tagne) seit alten Zeiten sogar im Tagebau ge 
wonnen wird; weitere Vorkommnisse in Frank 
reich, Spanien, Griechenland, Algier, Schweden, 
Sardinien, England und Amerika. Zur Darstel 
lung des Z. werden die Erze, besonders Galmei 
und Blende, durch längeres Lagern, Waschen 
und Schlämmen von der Gangart getrennt und 
darauf geröstet, wobei der edle Galmei unter 
Abgabe von Kohlensäure und Wasser leicht in 
Zinkoxyd übergeht. Das Rösten der Zinkblende 
erfolgt nur schwierig, weil die Entstehung von 
Zinksulfat möglichst vermieden werden muß. Das 
beim Rösten erhaltene Zinkoxyd wird dann mit 
Kohle oder Koks gemengt und in Retorten von 
feuerfestem Ton erhitzt, wobei das reduzierte 
Metall in Dampfform überdestilliert und in Vor 
lagen abtropft. Neben dem festen Zink sammelt 
sich hier meist ein als Zinkstaub bezeiohnetes 
graues Pulver an, das aus einem Gemisch von 
Z. und' Zinkoxyd besteht und in chemischen 
Laboratorien als Reduktionsmittel benutzt wird. 
Zur weiteren Reinigung wird das Metall noch 
mals in eisernen Kesseln umgeschmolzen und 
in Barren oder Platten gegossen, oder zu Blechen 
ausgewalzt. Es enthält dann meist 98—gg°/o Z.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.