Full text : Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Zimtsäure

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Zink

mit  Eisenchlorid  keine  blaßgrüne,  sondern  eine
blaue  Färbung  gibt.  Sicherer  geschieht  der  Nachweis ­
  durch  die  Bestimmung  des  Zimtaldehydsowie
  des  Eugeruolgehalts.  Das  Zeylonzimtöl  findet ­
  besonders  bei  der  Herstellung  von  Likören
Verwendung.  —  3.  Das  Zim  tblätteröl  (lat.
Oleum  foliorum  chmamomi,  frz.  Essence  de
feuilles  de  cannelle,  engl.  Oil  of  cinnamom  leaves),
das  aus  den  Blättern  des  Zey  lonzimtstrauches
  durch  Destillation  gewonnene  gelbliche
ätherische  Öl,  hat  das  spez.  Gew.  1,044—1,065
und  riecht  nach  Zimt  und  Nelken.  Es  enthält
als  Hauptbestandteil  Eugenol  (65—95  °/o)  und
wird  in  der  Seifenindustrie,  häufig  aber  auch  zum
Verfälschen  des  Zeylonzimtöles  (s.  d.)  benutzt.
Ziftitsäure  (Phenylakrylsäure,  lat.  Acidum
cinnamylicuon,  frz.  Acide  cinnamique,  engl.  Cinnamic
  acid)  findet  sich  teils  frei,  teils  in  esterartiger
  Bindung  im  Perubalsam,  Storax,  Sumatrabenzoö
  und  zahlreichen  anderen  Pflanzenstoffeo.
Zu  ihrer  Darstellung  geht  man  meist  vom  Storax ­
  aus,  indem  man  aus  diesem  nach  Zusatz  von
Ätznatron  den  Zimtalkohol  und  das  Styrol  abdestilliert ­
  und  das  zurückbleibende  zimtsaure  Natrium ­
  mit  Salzsäure  zerlegt.  Durch  Auflösen  in
Ammoniumkarbonat,  wiederholte  Fällung  mit
Salzsäure  und  Umkristallisieren,  aus  Wasser  wird
die  reine  Säure  (Acidum  cinnamyldcum  medicinale)
  erhalten.  Auf  synthetischem  Wege  kann
Z.  durch  Erhitzen  von  Benzaldehyd  mit  Azetylchlorid
  oder  mit  Essigsäureanhydrid  und  wasserfreiem ­
  Natriumazetat,  oder  auch  von  Benzalchlorid
  mit  Natriumazetat  dargestellt  werden  und
führt  dann  die  Bezeichnung  „artificiale“.  Z.,
C e H 5  .  CH  .  CH  .  COOH,  bildet  je  nach  der  Art
des  Lösungsmittels  farblose  Nadeln  oder  Prismen, ­
  die  sich  schwer  in  kaltem,  hingegen  leicht
in  heißem  Wasser,  Alkohol  und  fetten  ölen
lösen.  Der  Schmelzpunkt  liegt  bei  133  °.  Sie  destilliert ­
  bei  300 0  unter  teilweiser  Zersetzung,  ist
aber  sublimierbar  und  mit  Wasserdämpfen  flüchtig.,— ­
  Z.  findet  in  der  Technik  ausgedehnte  Anwendung ­
  zur  Darstellung  von  Orthonitrozimtsäure,
  die  in  Propiolsäure  und  künstlichen  Indigo ­
  übergeführt  wird.  In  der  Medizin  dient  sie
als  Mittel  gegen  Tuberkulose.  Zu  dem  gleichen
Zwecke  benutzt  man  ihr  Natriumsalz  (Hetol),
ein  in  kaltem  Wasser  schwer,  in  heißem  Wasser
leicht  lösliches  Kristallpulver,  dessen  Lösung  mit
Eisenchlorid  einen  schönen  violetten  Niederschlag
liefert.
Zinalin,  ein  jetzt  nicht  mehr  im  Handel  vorkommender ­
  Teerfarbstoff,  wird  durch  Einwirkung ­
  von  salpetriger  Säure  auf  eine  alkoholische
Lösung  von  Rosanilin  als  ein  orangerotes  Pulver
erhalten.
Zinchonidin,  ein  in  manchen  Chinarinden  ent
haltenes  Alkaloid,  unterscheidet  sich  von  dem
ähnlichen  Chinidin  durch  schwerere  Löslichkeit
in  Wasser,  Alkohol  und  Äther.  Das  zuweilen
medizinisch  benutzte  schwefelsaure  Z.  (Zinchonidinsulfat, ­
  lat.  Cinchonidinum  sulfuricum,
frz.  Sulfate  de  cinchonidine,  engl.  Sulfate  of
cinchonidin)  besteht  aus  farblosen,  sternförmig
gruppierten  Kristallnadeln  von  bitterem  Geschmack. ­

Zinchonin,  ein  vorzugsweise  in  den  grauen
oder  braunen  Chinarinden  vorkommendes  Alkaloid, ­
  schmeckt  wegen  der  geringen  Wasserlöslichkeit ­

  nur  sehr  schwach  bitter,  bildet  hingegen
stark  bitter  schmeckende  Salze.  Dieselben  werden ­
  jedoch  viel  seltener  angewandt  als  die  betreffenden ­
  Chininsalze,  da  sie  sich  weniger  wirksam ­
  erwiesen  haben.  In  den  Preislisten  findet
man:  essigsaures  Z.  (Zinchoninazetat,  lat.
Cinchoninum  aceticum),  salzsaures  Z.  (Chlorwasserstoffzinchonin, ­
  lat.  Cinchoninum  muriaticum
  s.  hydrochloricum)  und  schwefelsaures
Z.  (Zinchoninsulfat,  lät  Cinchoninum  suifuricum),
  sämtlich  farblose,  kristallisierbare  Salze.
Zineol,  ein  mit  Eukalyptol  und  Kajeputol
identischer  Terpenalkohol,  C 10 H 18 O,  der  sich  in
verschiedenen  ätherischen  Ölen,  so  im  Zina-,
Sternanis-,  Zitwerwurzel-,  Eukalyptus-  (s.  d.)  und
Kajeputol  (s.  d.)  vorfindet,  wird  aus  zineolreichen
Ölen,  wie  z.  B.  dem  von  Eukalyptus  Globulus,  gewonnen, ­
  als  ein  farbloses,  nach  Kampfer  riechendes ­
  Öl,  das  in  Wasser  unlöslich  ist,  sich  hingegen
mit  Alkohol  und  Äther  mischt  und  bei  176°
siedet.  Das  spez.  Gewicht  beträgt  0,928—0,930.
Z.  findet  unter  dem  Namen  Eukalyptol  medizinische ­
  Anwendung.
Zink  (Spianter,  lat,  Zincum,  frz.  Zinc,  engl.
Spelter,  Zinc).  Das  Z.  ist  in  Verbindung  mit
Kupfer  als  Bronze  und  Messing  bereits  seit  dem
Altertum  bekannt,  als  besonderes,  selbständiges
Metall  aber  erst  im  16.  Jahrhundert  beschrieben
worden.  Es  findet  sich  in  der  Natur  nur  ausnahmsweise ­
  gediegen,  hingegen  meist  in  Form
von  Erzen,  die  sich  in  den  älteren  kristallinischen
Gesteinen  als  Adern  oder  Gänge  abgelagert
haben.  Das  beste  Zinkerz  ist  der  edle  Galmei
oder  Zinkspat  (Zinkkarbonat).  Neben  ihm
kommt  gewöhnlich  das  Kieselzinkerz  (Zinksilikat) ­
  und  gewöhnlicher  Galmei  (Gemenge
von  Zinksilikat  und  Karbonat)  vor,  das  sich  zwar
etwas  schwieriger  verhütten  läßt,  aber  doch  mit
dem  ersten  zusammen  verarbeitet  wird.  Am  häufigsten ­
  ist  die  Zinkblende  (Schwefel-Z.).  Die
wichtigsten  Lagerstätten  finden  sich  in  Oberschlesien ­
  mit  einer  Fortsetzung  nach  Galizien
und  in  der  Rheingegend  von  Aachen  bis  Lüttich,
wo  der  edle  Galmei  am  Altenberg  (Vieille  montagne)
  seit  alten  Zeiten  sogar  im  Tagebau  gewonnen ­
  wird;  weitere  Vorkommnisse  in  Frankreich, ­
  Spanien,  Griechenland,  Algier,  Schweden,
Sardinien,  England  und  Amerika.  Zur  Darstellung ­
  des  Z.  werden  die  Erze,  besonders  Galmei
und  Blende,  durch  längeres  Lagern,  Waschen
und  Schlämmen  von  der  Gangart  getrennt  und
darauf  geröstet,  wobei  der  edle  Galmei  unter
Abgabe  von  Kohlensäure  und  Wasser  leicht  in
Zinkoxyd  übergeht.  Das  Rösten  der  Zinkblende
erfolgt  nur  schwierig,  weil  die  Entstehung  von
Zinksulfat  möglichst  vermieden  werden  muß.  Das
beim  Rösten  erhaltene  Zinkoxyd  wird  dann  mit
Kohle  oder  Koks  gemengt  und  in  Retorten  von
feuerfestem  Ton  erhitzt,  wobei  das  reduzierte
Metall  in  Dampfform  überdestilliert  und  in  Vorlagen ­
  abtropft.  Neben  dem  festen  Zink  sammelt
sich  hier  meist  ein  als  Zinkstaub  bezeiohnetes
graues  Pulver  an,  das  aus  einem  Gemisch  von
Z.  und'  Zinkoxyd  besteht  und  in  chemischen
Laboratorien  als  Reduktionsmittel  benutzt  wird.
Zur  weiteren  Reinigung  wird  das  Metall  nochmals ­
  in  eisernen  Kesseln  umgeschmolzen  und
in  Barren  oder  Platten  gegossen,  oder  zu  Blechen
ausgewalzt.  Es  enthält  dann  meist  98—gg°/o  Z.
            
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