Zitral
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Zitronen
ein Stoff von völliger Unschmelzbarkeit und Un
veränderlichkeit in der Hitze, ist, mit Ton zu
kleinen Zylindern geformt und gebrannt, statt
des Kalkes als Leuchtkörper bei der Knallgas-
beleuchtüng benutzt worden. — Das Metall, Zr
= 90,7, dient zur Herstellung von Glühfäden in
elektrischen Lampen.
Zitral, der riechende Bestandteil des Zitronen
öls (s. d.), hat neuerdings technische Bedeutung
erlangt als Ausgangsmaterial für die Darstellung
des Jonons (s. d.). Die Hauptquelle für Zitral
ist das Lemongräsöl.
Zitronat (Cedrat, Sukkade, lat. Confectio
citri, frz. Citronat, engl. Candier lemon peel)
heißt die in längliche Stücke geteilte, sehr dicke
und schwammige, in Zuckersirup eingekochte und
zu feinen Bäckereien gebrauchte Schale einer
großen Zitrone, der Frucht von Citrus me-
dica macrocarpa Risso. Die abgenommene
und zerschnittene Schale wird in der Regel erst
einige Zeit in Salzwasser gelegt, dann gebrüht,
mit dem Zucker gekocht und in Fässer eingelegt.
Die in Deutschland meistgebräuchliche Sorte ist
nach dem Aufkochen mit Zucker an der Luft
getrocknet, aber nicht eingelegt und bildet dann
ein trockenes Z.
Zitronellaöl (ostindisches Melissenöl, lat.
Oleum citronellae, s. melissae ostindicura s. an-
dropogonis Nardi, frz. Essence de citronnelle,
engl. Citronella oil), ein stark melissenartig rie
chendes, aus Zeylon und Ostindien kommendes
ätherisches Öl, wird durch wäßrige Destillation
aus dem Zitronengras oder Kamelheu (An-
dropogon Nardus, Cymbopogon Nardus),
und zwar sowohl aus der wild wachsenden, als
der für diesen Zweck angebauten Pflanze dar
gestellt. Man unterscheidet im Handel zwischen
Zeylonzitronellöl und Javazitronellöl, und
zwar ist das letztere die wertvollere Sorte. Zey
lonzitronellöl ist eine gelbe bis gelbbraune,
bisweilen durch Kupfer grün gefärbte Flüssigkeit
vom spez. Gew. 0,898—0,920. Javazitronellöl
ist farblos bis blaßgelb und hat ein spez. Gew.
von 0,885—0,901, Die Öle lösen sich in 1—2 Teilen
8o°/oigen Alkohols. -Hauptbestandteile sind Ge
raniol und Zitronellal, sie betragen zusammen
beim Zeylonöl gewöhnlich 56—6o°/o, beim Javaöl
80 0/0 und darüber. Das Öl dient besonders zum
Parfümieren von Seifen und wird hauptsächlich
in den Vereinigten Staaten verbraucht.
Zitronen (lat. Fructus citri, frz. Citrons, engl.
Lemons) sind die bei den Italienern Limonen
genannten Früchte des Zitronenbaums, Ci
trus medica, Citrus limonumR., der wie der
verwandte Orangenbaum (Citrus Aurantiorum)
zu der Gattung der Rutazeen (Aurantioideen)
gehört. Er soll aus Indien, nach anderen aus
Medien stammen, wird aber jetzt im ganzen
Süden, in Portugal, Spanien, Italien, den, grie
chischen Inseln, Nordafrika und Südfrankreich,
hier allerdings nur an wenigen Punkten angebaut
und hat infolgedessen zahlreiche Spielarten ge
bildet. Auch auf den Westindischen Inseln ist
die Zitronenzucht eingebürgert, wenngleich von
hier keine Früchte, sondern nur Zitronensäfte
ausgeführt werden. Der Zitronenbaum ist ein
höchstens s m hoch .werdendes Holzgewächs mit
rötlichen Sprossen, abwechselnden lederartig-kah-
len, immergrünen und schwach kerbig-gesägten
Blättern und rötlichen Blüten. Die dünnschaligen
Früchte besitzen eine kugelige, eiförmige oder
längliche Gestalt mit meist zitzenförmigen En
dungen. Sie sind anfangs grün, in der Reife aber
hellgelb (zitronengelb) gefärbt und enthalten in
10—12 Fächern je 2—3 Samen und einen stark
sauren Saft. Nach Mitteilung von W. Leske in
Cossebaude und Messina erfolgt der Anbau der
Z. in getrennt liegenden, gut umzäunten Gärten,
die 20 bis zu 15 000 Bäume enthalten. Die Gärten
liegen in Gebirgstälern und ziehen sich an den
Bergen bis zu einigen hundert Metern Meeres-
hühe hinauf. Meist sind künstliche Bewässerungs
anlagen vorhanden, durch welche ermöglicht
wird, daß die Bäume dafe ganze Jahr hindurch
gleichzeitig Knospen, Blüten, grüne und reife
gelbe Früchte tragen. Der Boden muß sorgfältig
bearbeitet, gelockert und gedüngt werden. Der
Zitronenbaum hat ein großes Wärmebedürfnis
und gedeiht besonders gut auf heißem, vulkani
schem Boden. Neben Kalabrien und Neapel
kommt für die Massenerzeugung hauptsächlich
Sizilien, und hier in erster Linie die Provinz Mes
sina in Betracht. Jeder Baum liefert vier Ernten,
und zwar eine im Winter, drei im Sommer. Der
Winterschnitt, der im November erfolgt, mit
Nachernten bis in den April und Mai, liefert die
gehaltreichsten und haltbarsten Früchte (Edel
Z.). Die Sommerfrüchte zerfallen in die weißlich-
gelbe BiancheiJi-Z. (Hauptschhitt April-Mai,
Nachernten bis Juni-Juli), die mehr grünliche
Verdelli-Z. (Hauptschnitt Juli-August, Nach
ernten bis September-Oktober) und die kleine
rundliche Bastard-Z. (Hauptschnitt September,
Nachernten bis Dezember). Der Hauptschnitt,
für den man die Früchte mit besonders reiner
und glatter Schale auswählt, -dient fast hur für die
Ausfuhr. Diese Früchte werden der größeren
Haltbarkeit wegen, und weil sie auf der Fahrt
noch nachreifen, grün von den Bäumen genom
men und zur Versendung, meist mit Papier um
wickelt, in Kisten zu 400—700 Stück regelmäßig
eingeschichtet. Für den Winterversand in käl
tere Gegenden packt man eine größere Zahl
Kisten in Fässer und stopft die Zwischenräume
mit warmhaltenden Stoffen aus. Die Z. bedürfen
einer Aufbewahrung in trockenen, kühlen Kellern
und. häufiger Besichtigung, damit alle angegange
nen und fleckig gewordenen Stücke sogleich
entfernt werden können. Zweckmäßig ist es unter
Umständen auch, die Früchte einzeln, so daß sie
sich nicht berühren, in Kochsalz einzubetten,
nachdem vorher die Anhaftungsstelle des Stiels
mit geschmolzenem Paraffin überzogen worden
war. — Für die Zusammensetzung der reifen Zi
tronen gibt König folgende Zahlen an: 82,64%
Wasser, 0,74 % Stickstoffsubstanz, 5,39 % Zitro
nensäure, 0,37 % Invertzucker, 10,30 % stickstoff
freie Extraktstoffe, Rohfaser und Kerne, und
0,56 °/o Asche. —■ Die beim Hauptschnitt auf den
Bäumen zurückbleibenden und alle sonst für
die Ausfuhr nicht geeigneten Früchte werden
an Ort und Stelle auf Zitronenöl und Zitronen
säure verarbeitet. Die Preßrückstände finden
als Ziegenfutter Verwendung. — Die Zitrone
wird in großen Mengen für die Zwecke des
Haushalts, der Küche und Konditoreien, zur
Herstellung von Limonaden, Punsch usw. ver
braucht.