Object: Holländische Wirtschaftsgeschichte

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expeditionen jener Zeit, eine enge Verbindung mit den Engländern 
bei solchen Unternehmungen schwerlich im niederländischen Inter- 
esse gelegen hätte und ihre Selbständigkeit gefährdet haben würde. 
Dieerste wirklicheIndienfahrt der Nieder- 
länder 1595 war freilich ertraglos; doch bildete sie den Beginn 
eines wirtschaftlichen Feldzuges, der in den nächsten Jahren sich 
zu einem höchst aussichtsreichen Unternehmen entwickeln und den 
Grund zu der Errichtung des holländischen Kolonialreiches legen 
sollte. Im Jahre 1598 fuhren schon 22 Schiffe nach Ostindien!); 
die rückkehrenden brachten reiche Schätze in die holländischen 
und seeländischen Seestädte. Was Antwerpen nie er- 
reicht hatte, das wurde nun: Ereignis: der 
direkte Bezug der ostindischen Erzeugnisse 
aus den. Produktionsländern. Die immer mehr zu- 
tage tretende Erschwerung des Handels mit Spanien und Portugal 
wurde dadurch zum großen Teil paralysiert. Als 1598 Philipp III. 
endlich allen Handel mit den Niederlanden verbot, konnte das nur 
noch die Wirkung haben, die Niederländer auf dem einmal be- 
tretenen Wege des Angriffs auf die Kolonien festzuhalten. Sie 
begannen, nun auch dieafrikanischen und ameri- 
kanischen Kolonien der spanisch - portu- 
giesischen Monarchie aufzusuchen ‚und hier 
direkte Verbindungen anzuknüpfen. Guinea wurde schon 1593 
von einem Enkhuizer Schiff angelaufen; um 1600 wurden von 
holländischen und seeländischen Schiffen die Küsten von Guay- 
ana, Venezuela und Brasilien besucht; es waren die 
ersten Versuche der Niederländer, auch in den spanisch-portugie- 
sischen Besitzungen der neuen Welt festen Fuß zu fassen. 
Ihre Krönung erreichten diese Schritte in 
der Gründung der Ostindischen Kompanie 
(1602) und der Westindischen Kompanie (1621); 
auf sie wird unten zurückzukommen sein. 
Das wirtschaftliche Ergebnis dieses Einbruchs der Nieder- 
länder in das feindliche Kolonialreich, das gleichbedeutend war 
mit der Schöpfung eines eigenen Kolonialbesitzes, bestand in der 
Befreiung von dem Lissabonner Kolonialmarkt, 
und in der Zentralisierung des Gewürzhandels, 
*) Blok, Geschiedenis v. h. ned. Volk, III, 457. 
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