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Zitronenholz
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Zitronensäure
Zitronenholz nennt man i. das Holz des_Zitronenbaumes,
ein sehr dichtes und weißes
Holz, das nicht in unseren Handel kommt, und
2. ein gelbes Holz von unbekannter Abstammung
mit schwachem, zitronenartigem Geruch. Das
letztere ist sehr fein, dicht und ziemlich schwer,
nimmt eine Schöne Politur an und stammt aus
Westindien.
Zitronenöl (Limonenöl, lat. Oleum citri,
Oleum limonis, Oleum de cedro, f.rz. Essenee de
citron, engl.Lemon oil) wird auf Sizilien sowie im
südlichen Teile von Kalabrien aus den Fruchtschalen
der Zitrone oder Limone (Citrus
limonum R.) gewonnen. Zu seiner Darstellung
verfährt man folgendermaßen: Die Zitrone wird
halbiert und das Fruchtfleisch mit einem löffelartigen
Instrument entfernt, oder die Schale wird
in drei Längsstreifen von der Frucht herunter 1
geschnitten. Die Schale , wird dann fest gegen
einen Schwamm gepreßt, wobei die ölhaltigen
Zellen platzen und ihr öl an den Schwamm
abgeben, der von Zeit zu Zeit ausgepreßt wird.
Nach dem Absitzen des Wassers klärt man das
oben schwimmende Öl durch Filtrieren. Die
ausgepreßten Schalen werden dann noch mit
Wasser destilliert, da sich nicht alles Öl auspressen
läßt. Das so gewonnene, destillierte
Z. gelangt, mit gepreßtem vermischt, als geringere
Sorte in den Handel. Im halbreifen Zustande,
November und Dezember, sind die Zitronen
am ölreichsten. Das durch Pressen gewonnene
Z. äst eine hellgelbe Flüssigkeit von dem
angenehmen Geruch der frischen Zitronen und
aromatischem, hinterher etwas bitterem Geschmack,
die bei längerem Stehen häufig einen
gelblichweißen Bodensatz abscheidet. Das spez.
Gew. schwankt zwischen 0,856 und o,86i. Z. ist
rechtsdrehend und löst sich in absolutem Alkohol,
Äther, Chloroform, Benzol und Amylalkohol
in jedem Verhältnis. In (6—8 Teilen) 900/oigem
Alkohol ist es wegen der wachsartigen und schleimigen
Bestandteile meist nicht klar löslich. Den
Hauptbestandteil bildet das Rechtslimonen, während
der Geruch durch den Aldehyd Zitral bedingt
wird, obgleich dieser nur in einer Menge
von etwa 4—6°/o darin enthalten ist. Das gepreßte
Z. wird am häufigsten durch Verschneiden
mit destilliertem Z. verfälscht. Der Nachweis
dieser Verfälschung ist nur durch den Geruch
ausführbar, während Pomeranzenschalenöl und
Terpentinöl sich durch das verschiedene optische
Drehungsverrnögen erkennen lassen. Zusätze von
Spiritus und fetten ölen verraten sich durch das
spez. Gew., das durch ersteren herabgesetzt, durch
letztere erhöht wird. Das Z. ist eines, der beliebtesten
Gewürzöle zum Backen und findet
auch in der Parfümerie, sowie für Liköre und
Limonaden ausgedehnte Verwendung. Für die
letzteren Zwecke wird meist sog. terpenfreies
Zitronenöl benutzt, d. h. ein Zitronenöl,
aus dem die Kohlenwasserstoffe ganz oder teilweise
entfernt worden sind. Die Aufbewahrung
des Z. erfordert ganz besondere Sorgfalt, da es
durch Zutritt von Licht, und Luft sehr schnell
verdirbt und einen dicken, schmierigen Bodensatz
abscheidet. Man hebt es infolgedessen in
kleinen, ganz angefüllten Flaschen, vor Licht
geschützt, auf. Lösungen von Zitronenöl in Alkohol
werden als Zitronenessenz in den Handel
gebracht, der bisweilen beobachtete Verkauf
als Zitronenöl ist selbstredend unzulässig.
Zitronensaft (lat. Succus citri, frz. Jus de citrons,
engl. Lemon-juice) wird durch Aüspressen
der geschälten und ihrer bitter schmeckenden
Kerne beraubten Zitronen dargestellt. Man überläßt
die ablaufende trübe Flüssigkeit meist einer
freiwilligen Gärung zur Zerstörung der geringen
Zuckermengen, filtriert dann, unter Umständen
nach Zusatz von Alkohol oder Specksteinpulver,
und macht den in kleine Flaschen gefüllten Saft
schließlich durch Erhitzen keimfrei. Der auf
diese Weise erhaltene Z. ist eine farblose bis
schwach gelbliche Flüssigkeit von stark saurem
Geschmack und eigenartigem, aber nicht an Zitronenöl
erinnerndem Aroma. Er hat im entgeisteten
Zustande ein spez. Gew. von ungefähr
1.033—1,041 und enthält in 100 ccm s—7 g Zitronensäure,
o—1 g Zucker, 0,4—0,6 g Asche, 0,02 bis
0,03 g Phosphorsäure und 0,04—0,07 g Stickstoff.
Der Z. nimmt unter den Fruchtsäften des Handels
insofern eine gewisse Ausnahmestellung ein,
als er nicht nur zu Genußzwecken (Limonade),
sondern gleichzeitig als eine Art Heilmittel (zu
Z.-Kuren) Anwendung findet. Schon seit alters
her wird er von den Schiffern als ein nie versagendes
Heilmittel gegen den gefürchteten Skorbut
geschätzt und besonders in letzter Zeit infolge
der Bekämpfung des Alkoholmißbrauchs
in steigendem Maße in den Verkehr gebracht.
Allerdings war bis vor kurzer Zeit ein großer
Teil des im Handel befindlichen Z. verfälscht
oder gar völlig künstlich hergestellt. Einfache
Auflösungen von Zitronensäure in Wasser wurden
vielfach als Natursäfte verkauft, und verschiedene
Fabriken stellten sogar zur Täuschung
der überwachenden Nahrungsmittel Chemiker auf
Grund chemischer Analyse kunstvolle Nachahmungen
her. Heutzutage kann der Käufer im allgemeinen,
dank der unermüdlichen Bekämpfung
der Verfälschungen, annehmen, daß er als Z.
auch einen reinen Natursaft erhält. Zusätze von
Konservierungsmitteln, wie Salizylsäure, Ameisensäure
und Benzoesäure, die zur Erhöhung der
Haltbarkeit bisweilen gemacht werden, sind in
der Aufschrift deutlich anzugeben. Als geeignetstes
Konservierungsmittel ist der Alkohol zu bezeichnen,
der auch in § 22 der Anleitung zur Gesundheitspflege
an Kauffahrteischiffen erlaubt
wird und in Höbe von 8—10 Vol.-°/o ohne Deklaration
benutzt werden darf. Ein durch geringe
Mengen Zucker, die zur Konservierung nicht
ausreicben, versüßter Z. hat im allgemeinen als
verdächtig zu gelten. Hingegen bildet der aus
40 Teilen Z. und 64 Teilen Zucker eingekochte
Zitronensirup eine reelle Handelsware.
Zitronensäure (lat. Acidum citricum, frz.
Acide citrique, engl. Citric acid), eine zuerst von
Scheele im Jahre 1784 in Kristallform dargestellte
organische Säure, findet sich frei und an Basen
gebunden, oft zugleich mit anderen organischen
Säuren, sehr verbreitet in der Natur. Frei kommt
sie hauptsächlich in Früchten vor, besonders
reichlich in den noch nicht völlig reifen Zitronen,
in den Johannis- und Preiselbeeren
usf. An Kalium und Kalzium gebunden, findet
sie sich in den Tabakblättern, im Schöllkraut, i n
den Knollen der Kartoffel, in den Runkelrüben,
in der Rinde der Kastanie, in den Eicheln und