Full text : Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Bocoholz

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Bohröle

fettes  Öl,  ferner  ein  unangenehm  riechendes
ätherisches  Öl,  22  °/o  Aleuron,  Trigonellin  und
andere  Bestandteile.  Man  unterscheidet  hellen
und  dunklen  Samen,  ersterer  ist  teurer.  Die  gepulverten ­
  B.  besitzen  einen  aromatischen,  an
Melilot  erinnernden  Geruch  und  schleimig  bitteren ­
  Geschmack  und  werden  als  Zusatz  zu  Kräuterkäse, ­
  zu  Viehpulvern  und  Umschlägen  nach
Kneipp  usw.  verwendet.
Bocoholz,  ein  feines  Nutzholz  für  die  Kunsttischlerei ­
  von  der  in  Guyana  wachsenden  Bocoa
  provacensis,  besitzt  einen  braunschwarzen ­
  Kern  mit  unregelmäßigen  Konturen.
Bogheadkohle,  eine  bituminöse  Schieferkohle
aus  Schottland,  welche  sich  besonders  zu  Destillationszwecken ­
  eignet.
Bohnen  (lat.  Fabae,  frz.  Fdves,  Haricots,  engl.
Beans).  i.Schmink-Gartenbohne,  Phaseolus,
eine  in  60  Arten  auf  der  ganzen  Erde  verbreitete
Gemüsepflanze,  wird  auch  bei  uns,  besonders  in
den  Gattungen  vielblütige  Schm.,  Ph.  oder
Lipusa  muldflorus  und  gemeine  Schm.,  Stangen- ­
  oder  Vietsbohne,  Ph.  vulgaris,  in  großem
Umfange  angebaut.  Die  erste  Gattung,  zu  der
auch  die  Feuerbohne  (türkische  oder  anatolische
  B.)  gehört,  stammt  aus  Südamerika,  die
letztere  mit  der  Busch-  oder  Zwergbohne
aus  Ostindien.  Als  wichtige  Abarten  der  gemeinen ­
  B.  seien  angeführt:  die  flache  Schwertoder ­
  Speckbohne,  Ph.  compressus,  mit  säbelförmigen, ­
  lang  zugespitzten  Hülsen,  die  Eßbohne
  oder  Salatbohne,  Ph.  gonospermus,
die  Dattelbohne,  Ph.  elongatus,  mit  langges
 chnäbelten  geraden,  Hülsen  und  dattelkernförmigen ­
  Samen,  die  Eierbohne,  Ph.  ellipticus,
  mit  kurzen,  geraden  Hülsen  und  eiförmigen ­
  Samen,  und  die  halbflache  B.,  Ph.  suboornpressus,
  mit  säbelförmigen,  lang  zugespitzte
 n  Hülsen  und  nierenförmigen  Samen.  Alle
yorstehend  genannten  Arten  werden  in  der
Hauptsache  als  grünes  Gemüse,  auch  als  Dörr-Semüse
  oder  mit  Salz  eingemacht  oder  in  Blechbüchsen ­
  konserviert,  verbraucht.  Zur  Gewinnung ­
  der  reifen  Samen,  der  trockenen,  weißen
“°hnen,  dient  besonders  eine  Abart  von  Ph.
ootnpressus,  Ph.  var.  albus.  Die  weißen  B.,
ü' e  in  handelsfähiger  Ware  schön  weiß  und
Slatt,  in  vorjähriger  Ware  hingegen  grau  und
runzlig  erscheinen,  bilden  eines  der  gehaltreichen ­
  Nahrungsmittel,  denn  sie  enthalten  neben
ii j 2 4°/o  Wasser,  1,960/0  Fett,  55,600/0  Stärke  und
3.66  o/ 0  Asche  durchschnittlich  23,66  o/ 0  Stickstoff-Substanz
  (Eiweiß).  Die  Bohnenzucht  wird  in
eutschland  besonders  bei  Erfurt,  noch  ausgedehnter ­
  aber  in  Holland,  Italien,  England  und
rankreich  (Angiens)  betrieben.  —  Außerhalb
_  Uropas  finden  besonders  folgende  Arten  Verödung; ­
  die  Mungobohne,  Ph.  Mungo,  eine
® r  wichtigsten  Nahrungspflanzen  Ostindiens,
.  16  sich  auch  nach  Afrika  und  Südeuropa  verrettet
  hat;  die  Strahlenbohne,  Ph.  radiatus,
le  in  ganz  Ostasien  von  China  bis  Ostindien
'/ e gen  ihrer  nahrhaften  Samen  angebaut  wird:
Jb'fer  wichtig  die  Similibohne,  Ph.  trilobus,
na  die  Muxbohne,  Ph.  Mux,  in  China,  Japan,
p  v a  und  Ostindien.  2.  Puffbohne,  Saubohne,
«debohne,  Faba  vulgaris  (Vicia  faba  oder
^‘garis),  eine  aus  Persien  und  Ägypten  stamc
  nde  Leguminose,  wird  nur  in  einigen  Gegenden ­

  Norddeutschlands  (Hannover)  gärtnerisch
als  Gemüsepflanze,  in  großem  Umfange  aber  in
Deutschland,  Holland  und  England  als  Viehfutter ­
  angebaut.  Der  Anbau  erfolgt  meist  in
Reihenkultur  auf  etwas  bündigem  und  feuchtem
Boden  und  wird  durch  Blattläuse,  Bohnenkäfer
und  Rostpilze  gefährdet.  Die  jungen,  grünen
Samen  bilden  ein  in  Hannover  als  „große  oder
dicke  Bohnen“  sehr  geschätztes  Gemüse,  die
reifen  braunen  Samen  ein  vortreffliches  stickstoffreiches ­
  Viehfutter.  Auch  das  Kraut  wird
im  grünen  Zustande  oder  als  Stroh  verfüttert.
3.  Faselbohne,  Heilbohne,  Dolichos  Lablab,
wird  als  Gemüse-  und  Futterpflanze  in  wärmeren ­
  Klimaten  (Ägypten,  Sudan)  angebaut.  —
‘Die  ihr  verwandte  Art  Dolichos  Soja  s.  unter
Soja.  Als  Bohnenmehl  (lat.  Fabae  albae  pulv.,
frz.  Farine  de  föves,  engl.  Bean-meal)  bildet
das  Pulver  zu  trockenen  Umschlägen  gegen
Rose  usw.  einen  Gegenstand  des  Arzneimittelhandels. ­

Bohnenkraut  (Saturey,  Wurstkraut,Kölle,
Pfefferkraut,  lat,  Herba  saturejae,  frz.  Sariette,
  engl.  Savory),  ein  gewürzhaft  riechendes
und  schmeckendes  Kraut  (Satureja  hortensis),
  wird  vielfach  bei  uns  angebaut  und  sowohl ­
  im  frischen  als  auch  im  getrockneten  Zustande ­
  in  den  Handel  gebracht  und  als  Würze
für  Bohnen,  pikante  Soßen  usw.  verwandt.  .
Bohnermasse,  Bohnerwachs,  nennt  man
Wachsmischungen,  die  dazu  dienen,  Möbeln,
Fußböden,  Linoleumteppichen  usw.  Glanz  zu
geben,  und  zu  diesem  Zwecke  aufgetragen  und
verrieben  werden.  Man  unterscheidet  flüssige
und  feste  B.,  von  denen  die  letzteren  durch  Zusammenschmelzen ­
  von  I  Teil  Wachs  oder  Zeresin ­
  mit  3  Teilen  Terpentinöl  bereitet  werden.
Bei  Zusatz  von  mehr  Terpentinöl  oder  auch
Benzin  erhält  man  eine  flüssigere  B r  Kommt
es  auf  sehr  harte  Wachsüberzüge  an,  so  ersetzt
man  das  Wachs  durch  eine  Mischung  aus  Karnaubawachs
  und  Paraffin,  muß  aber  dann  die
Menge  des  Terpentinöls  ein  wenig  erhöhen.
Flüssige  B.  wird  bereitet,  indem  man  geschmolzenes ­
  Wachs  mit  Pottasche  und  Wasser  teilweise ­
  verseift.  Es  entsteht  dann  gewissermaßen
eine  überfettete  Wachsseife,  die  aber  wegen
ihres  Alkaligehaltes  niemals  dort  angewandt
werden  darf,  wo  ein  Ölfarbenuntergrund  vorhanden ­
  ist,  z.  B.  für  Linoleumteppiche.  Bei  der
flüssigen  B.  kann  das  Bienenwachs  niemals  durch
Paraffin  oder  Zeresin  ersetzt  werden,  da  diese
nicht  verseifbar  sind.
Bohröle,  Bohrfette,  sind  Stoffe,  die  in  wäßriger ­
  Lösung  oder  Emulsion  beim  Bohren,  Fräsen
und  Drehen  zum  Benetzen  der  Werkzeuge  und
Gußstücke  benutzt  werden,  um  einerseits,  das
Gleiten  der  Metallteile  zu  befördern  und  gleichzeitig ­
  zu  kühlen.  Sie  müssen  also  eine  größere
Benetzbarkeit  als  Wasser  zeigen  und  dürfen
weder  das  Metall  angreifen,  noch  feste  Stoffe
ausscheiden.  Am  besten  erfüllten  diesen  Zweck
die  im  Frieden  ausschließlich  benutzten  sog.
wasserlöslichen  Mineralöle,  die  durchAuflösen
  von  Ammoniak-,  Kali-  oder  Natronseifen
von  Ölsäuren,  Fettschwefelsäuren,  Plarzsäuren
und  Naphtensäuren  in  Mineralölen,  häufig  unter
Zusatz  von  Ammoniak,  Benzin  oder  Alkohol
hergestellt  wurden.  Sie  bilden  mit  Wasser  lange
            
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