Boldoblätter
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Boraxweinstein
Zeit haltbare, milchige Emulsionen. Von den im
Kriege eingeführten ölfreien Ersatzmitteln kommen
nach Marcusson hauptsächlich Sulfitlauge
(s. d.), Leimlösungen und pflanzenschleimhaltige
Flüssigkeiten in Betracht
Die letzteren werden durch Äufkochen von
Leinsamen, Salep oder Karragheen (s. d.) mit
der 20 fachen Menge Wasser und Zusatz von
Alkali oder Konservierungsmitteln hergestellt.
Schließlich sind auch gewöhnliche, stark wasserhaltige
Seifen ohne Mineralöl als B.. angeboten
worden.
Boldoblätter (Boldu, lat. Folia boldo, frz.
Feuilles de boldo, engl. Boldo-leaves), die getrockneten,
angenehm riechenden Blätter eines
in Chile heimischen Baumes, der von den Botanikern
verschieden benannt wird (Boldoa
fragrans, Peumus Boldus Molina, Ruizia
fragrans). Die ovalen, kurzstieligen, ganzrandigen,
ziemlich dicken und lederartigen Blätter
sind von blaßgrüner bis aschgrauer Farbe, mif
zahlreichen Öldrüsen besetzt und von kampferartigem
Geschmack, enthalten außer ätherischem
Öl ein Alkaloid, das B oldin, und werden gegen
Gallensteine und Leberleiden verwandt.
Bolus (Bol, Sphragit, frz. Bol, Terre bolaire,
engl. Bole). Man unterscheidet im Handel:
weißen B. (lat. Bolus alba, frz. Bol blanc,
engl. China Clay), einen weißen fetten Ton,
roten B. (lat. Bolus rubra, frz. Bol rouge),
einen eisenoxydhaltigen Ton, der als billige
Anstrichfarbe benutzt wird, und den mehr rotbraunen
armenischen B. (lat. Bolus armena,
frz. Bol d’armbnie), der früher als Arzneimittel
diente und in Form kleiner Scheibchen
mit dem Ursprungsstempel, daher auch Siegelerde
(lat. Terra sigillata, frz. Terre sigillde) genannt,
in den Handel gebracht wird.
Bonbons (Zuckerplätzchen, frz. und engl.
Bonbons), Erzeugnisse der Zuckerwarenindustrie,
welche in folgende Gruppen eingeteilt
werden: i. Karamellbonbons (Karamellen)
bestehen im wesentlichen aus geschmolzenem,
gefärbtem und parfümiertem Zucker und werden
in der Weise hergestellt, daß man den
Zucker mit etwas Wasser und Stärkezucker
kocht, dann auf Metallplatten ausgießt und mit
Messern in Stücke schneidet. Zur besseren Zurückhaltung
des Aromas werden sie mit Zucker
oder Stärkepaehl bepudert oder mit einer dünnen
Zuckerlösung überzogen (kandiert). Unterarten
sind der Gerstenzucker (gewöhnliche,
geschmolzene, gefärbte Zuckermasse in Stangenform),
Eibischzucker, Malzzucker (mit
Zusätzen von Pflanzenextrakten), Rocks (mit
Fruchtäthern und -säuren), gefüllte Karamellen
(mit einem Kern von Marmelade oder Likör).
2. Fondants entstehen aus bei niederer Temperatur
geschmolzenem Zucker, haben daher
weichere Konsistenz und zergehen leichter auf
der Zunge. 3. Pralinös, mit Schokolade überzogene
Kerne von Zucker und Stärkesirup.
4, Dragees, äußerlich gefärbte, mit Zucker
überzogene Körnchen von Koriander, Mandeln.
5, Morsellen, Pastillen.
Bor, ein Element vom Atomgewicht B = 11,
findet sich nicht frei in der Natur vor, kann
aber durch Glühen von Borsäure mit Natrium
oder Magnesium unter einer schützenden Kochsalzdecke
oder durch Elektrolyse von Borax
als ein braunes, schwer schmelzbares, leicht
oxydierbares Pulver abgeschieden werden. Beim
Erhitzen dieses amorphen B. mit Aluminium
auf Nickelschmelzhitze entsteht, neben großen
dunklen Kristallen von Boraluminium, kristallisiertes
B., das nur wenig Kohlenstoff enthält
und wegen seiner Härte, Lichtbrechung
und Widerstandsfähigkeit als Bordiamant bezeichnet
wird.
Boral, borweinsaures Aluminium, ein weißes,
in Wasser lösliches Kristallpulver, welches durch
Auflösen von Aluminiumborat in 10 Teilen Weinsäurelösung
(1: 10) hergestellt wird und als
Antiseptikum Anwendung findet.
Borax (saures Natriumborat, Natriumbi-
oder -tetraborat, zweifach oder doppeltborsaures
Natron, lat. Borax oder Natrium
boracicum, frz. Borate de soude, engl. Borate
of sodium), Na 2 B 4 0 7 , findet sich als sog.
Tinkal fertig gebildet in Tibet, Indien, der Tartarei,
Zeylon und Südamerika sowie besonders
in den Boraxseen Kaliforniens, von wo er als
halbraffinierte Ware (konzentrierter B.) in
Säcken und als raffinierter B. in Kisten ausgeführt
wird. Der Name venezianischer B. (B.
veneta) stammt daher, daß der asiatische Tinkal
früher in Venedig gereinigt wurde. Jetzt
wird der meiste B. künstlich durch Erhitzern
von Borsäure mit Sodalösung hergestellt, und
zwar entweder als gewöhnlicher oder prismatischer
B. in farblosen, durchsichtigen, nur
oberflächlich verwitternden Kristallen des monoklinen
Systems mit 10 Molekülen (47,1 o/ 0 ) Kristallwasser
und als oktaedrischer B. (Rindenoder
Juwelierborax) in harten, klingenden
Platten aus fest zusammenhängenden oktaedrischen
Kristallen .mit 5 Mol. (30,90/0) Wasser,
die nicht verwittern und schwerer schmelzbar
sind. Beide Arten lösen sich in Wasser mit
alkalischer Reaktion, färben nach dem Ansäuern
mit Salzsäure Kurkumapapier nach dem Trocknen
braunrot und verleihen der Alkoholflamme
eine grüne Färbung. Beim Schmelzen verlieren
sie unter Aufblähen ihren Wassergehalt, so daß
wasserfreier, kalzinierter oder gebrannter B. als
eine leichte, glasartige Masse (Boraxglas) hinterbleibt.
B. findet ausgedehnte technische Anwendung,
zur Herstellung von Glasuren, Emaille
und einigen Glassorten, als Flußmittel bei der
Reduktion von Metalloxyden, zum Löten, zu
medizinischen Zwecken als Antiseptikum, zu
Wäsche- und kosmetischen Mitteln und zur Vertilgung
von Ungeziefer. Zur Konservierung von
Nahrungsmitteln darf B. nicht benutzt werden.
Borax Weinstein (Borsäureweinstein, löslicher
Weinsteinrahm, lat. Tartarus boraxatus,
Tartarus solubilis, Kalium tartaricum boraxatum,
frz. Tartrate borico potassique, engl-Borotartrate
of potash and soda), ein amorphes
weißes Pulver von stark saurer, Reaktion, welches
durch Erwärmen von Boraxlösung mit
Weinstein hergestellt wird. Da es zweifelhaft
erscheint, ob B. eine chemische Verbindung
oder ein Gemisch ist, läßt sich eine bestimmte
Formel nicht aufstellen. B. findet in der Medizin
als Abführmittel und äußerlich gegen Hautausschläge
Anwendung und vereinigt die Wirkungen
des Borax und Weinsteins.