Full text : Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Äpfeläther

Ätherische  Öle

sind  Getrocknete  A.  (Ringäpfel),  Apfelkraut
Apfelwein  in  besonderen  Artikeln  behandelt.
Außerdem  wird  auch  mit  oder  ohne  Zucker
eingekochtes  Apfelmus  in  hermetisch  verschlossenen ­
  Büchsen  in  den  Handel  gebracht
das  bisweilen  allerdings  durch  schweflige  Säure
künstlich  gebleicht  ist.  Die  aus  Frankreich  eingeführten ­
  sog.  gedrückten  Ä.  werden  durch
Schälen,  Dünsten  mit  wenig  Wasser,  Zerdrücken
und  Trocknen  oder  Darren  dargestellt.
Apfeläther,  ein  chemisches  Präparat,  das
zu  den  sogenannten  Fruchtäthern  gehört,  besteht ­
  aus  einer  alkoholischen  Lösung  von  Baldrianarayläther
  (Äpfelöl,  Appleoil).  Er  besitzt ­
  einen  angenehmen  Apfelgeruch  und  wird
zur  Bereitung  von  Fruchtbonbons  verwendet.
Apfelsäure  (lat.  Acidum  malicum,  frz.  Acide
malique;  engl.  Malic  acid),  eine  organische
Säure  (Oxybernsteinsäure,  C 4 H^0 5 ),  welche  sich
in  vielen  Pflanzen-  und  Fruchtsäften,  wde  Äpfeln, ­
  Trauben,  Vogelbeeren,  Berberitzen,  Kirschen, ­
  vorfindet  und  besonders  aus  Vogelbeeren
mit  Hilfe  des  Kalksalzes  im  großen  hergestellt
wird,  bildet  den  Hauptbestandteil  dos  Äpfeleisenextraktes ­
  (Extractum  ferri  pomatum),
w-elches  aus  dem  Safte  saurer  Äpfel  unter  Zusatz ­
  von  Eisenfeilspänen,  bereitet  wird  und  im
wesentlichen  aus  äpfelsaurem  Eisen  besteht.  Die
wäßrige  Lösung  des  Extraktes  wird  als  Tinctura
  ferri  pomata  bezeichnet.
Äpfelschnitte  (Äpfelspalten,  Ringäpfel)
sind  durch  Trocknen  haltbar  gemachte  Scheiben ­
  oder  Schnitte  geschälter  Äpfel,  die  in  großen
Mengen  von  Amerika  zu  uns  geschickt  werden.
Die  amerikanischen  Äpfel  verdanken  ihr  schönes
Aussehen  und  ihre  helle  Farbe  z.  T.  der  sorgfältigen ­
  Bearbeitung  mit  Hornmessern  und  der
Anwendung  niedriger  Trocknungstemperaturen,
z.T.  aber  auch  zweifelhaften  Kunstgriffen,  wie
früher  der  Behandlung  mit  Zinksalz'en,  neuerdings ­
  mit  schwefliger  Säure.  Die  Ä.  werden  als
Kompott  verwendet,  in  letzter  Zeit  auch  vielfach
zur  Herstellung  alkoholfreier  Getränke  (Pomril)
benutzt.  Auch  die  Abfälle  (Kerngehäuse,  Schalen) ­
  kommen  als  sog.  Peppings  zur  Einfuhr
und  bilden  ein  nicht  immer  einwandfreies  Ausgangsmaterial ­
  für  die  Fabrikation  von  Gelees,
alkoholfreien  Getränken  u.  dgl.
Asculin  (Polychrom,  Schillerstoff,  lat.
Aesculinum),  ein  zu  den  Glykosiden  gehöriger
Bestandteil  der  Roßkastanienrinde,  bildet  ein
zartes  weißes  Kristallpulver  von  stark  bitterem
Geschmack.  Seine  Lösungen  fluoreszieren  in
Gelb  ,  und  Blau.
Äther  (frz.  Ether,  engl.  Ether),  ein  Sammelname ­
  für  eine  Reihe  organischer  Verbindungen,
welche  aus  zwei  durch  ein  Sauerstoffatom  verbundenen ­
  Radikalen  bestehen.  Im  besonderen
^ersteht  man  hierunter  jedoch  meist  den  Äthyläther, ­
  iC a H 6 ) a O,  (Schwefeläther,  Vifriolna
 phtha,  lat.Aether  sulfuricus,  Naphtha  vitri-°
 ] i).  Zu  seiner  fabrikmäßigen  Darstellung  wer-!r
 en  5  Teile  Weingeist  und  9  Teile  konz.  Schwefelsäure ­
  in  großen  verbleiten  Destillationsblasen
bls  auf  135—.140°  erhitzt  und  darauf  nach  und
nach  weitere  Alkoholmengen  beständig  hinzu-S
 e geben.  Der  übergehende  Rohäther,  welcher
noch  Wasser,  Alkohol  und  Ätherschwefelsäure
enthält,  wird  mit  Kalkmilch  neutralisiert,  mit

Wasser  zur  Entfernung  des  Alkohols  geschüttelt ­
  und  schließlich  durch  Rektifikation  über
Chlorkalzium  rein  erhalten.  Neuerdings  stellt
man  Äther  auch  durch  Behandlung  von  Alkohol
mit  Benzolsulfosäure  oder  durch  Hydrierung  von
Azetylen  zu  Äthylen  und  Überführung  des  letzteren ­
  in  Äthylschwefelsäure  her.  —  Der  reine
Äther  ist  eine  wasserhelle,  leicht  bewegliche
Flüssigkeit  von  eigenartigem,  durchdringendem
Geruch  und  brennendem  Geschmack,  welche
unter  starker  Wärmeentziehung  verdampft  und
bei  34,9°  siedet.  Er  ist  sehr  leicht  entzündlich
und  brennt  mit  leuchtender  Flamme,  seine  Dämpfe
bilden  mit  Luft  explosive  Gemenge.  Mit  Alkohol, ­
  Chloroform,  Schwefelkohlenstoff  sowie
fetten  und  ätherischen  Ölen  ist  Äther  in  jedem
Verhältnis  mischbar,  hingegen  löst  er  sich  nur
in  der  13  fachen  Menge  Wasser,  von  welchem
wiederum  nur  1  Teil  in  35  Teile  Äther  übergeht.
Ä.  ist  ein  vortreffliches  Lösungsmittel  für  zahlreiche ­
  organische  Stoffe,  wie  Fette,  Harze,  Alkaloide, ­
  Paraffin  usw.  Von  anorganischen  Substanzen ­
  löst  er  Brom,  Jod,  Gold-  und  Platinchlorid. ­
  Man  unterscheidet  im  Handel  vier  Sorten. ­
  Am  reinsten  ist  der  Ä.  desD.A.B.  und
der  ebenfalls  medizinisch  angewandte  Ä.  pro
narcosi,  welche  beide  das  spez.  Gew.  0,7.20
haben.  Letzterer  kommt  in  braunen,  vollständig
gefüllten  Glasstöpselflaschen  von  50—250  g  Inhalt ­
  in  den  Handel.  Geringere  Sorten  sind  Ä.
bisrectificatus  vom  spez.  Gew.  0,725  und  Ä.
rectificatus  vom  spez.  Gew.  0,750.  Der  reine
Ä.  muß  folgenden  Anforderungen  entsprechen;
Spez.  Gew.  0,720,  Siedepunkt  35°.  Mit  Ä.  getränktes ­
  Filtrierpapier  soll  nach  dem  Verdunsten ­
  des  Ä.  geruchlos  sein.  Beim  Verdampfen
darf  kein  sauer  reagierender  Rückstand  hinterbleiben, ­
  und  bei  längerem  Stehen  mit  Kaliumhydroxyd ­
  sowie  mit  Kaliumjodid  in  völlig  gefüllter, ­
  geschlossener  Flasche  bei  Lichtabschluß
keine  Gelbfärbung  entstehen.  Verwendung
findet  der  Ä.  in  der  Medizin  als  Anästhetik  um,
ferner  im  Gemisch  mit  Alkohol  als  „H  o  f  f  -
mannstropfen“  bei  Ohnmacht,  Krämpfen,  und
in  Verbindung  mit  fetten  Ölen  zu  Einreibungen.
Die  Technik  benutzt  ihn  bei  der  Fabrikation
von  Tannin,  Milchsäure,  photographischem  Kollodium. ­
  Die  Aufbewahrung  hat  in  sehr  kühlen, ­
  feuersicheren  Räumen,  das  Abfüllen  nur
bei  Tageslicht  zu  geschehen.  Die  Versendung
auf  Eisenbahnen  erfolgt  nur  mit  besonderen
Güterzügen,  sog.  „Feuerzügen“.  Als  Verpackung
sind  Flaschen  zu  wählen,  die  in  starke,  mit
Kleie  oder  Sägemehl  ausgefütterte  Holzkisten  gestellt ­
  werden,  oder  Glasballons  mit  hinreichendem ­
  Verpackungsmaterial  in  Körben  mit  gutschließehdem
  Deckel.
Ätherische  Öle  (flüchtigeÖle,  lat.Oleaaetherea,
  frz.  Essences,  Huiles  volatiles,  engl.  Volatile
oils).  Mit  diesem  Namen  belegt  man  eine  große
Zahl  stark  riechender  flüchtiger  Stoffe  von  ölartigem
  Aussehen,  die  von  den  eigentlichen  oder
fetten  Ölen  sowohl  hinsichtlich  ihrer  Eigenschaften ­
  als  auch  ihrer  chemischen  Zusammensetzung ­
  vollständig  verschieden  sind.  Sie  bilden
auch  unter  sich  keine  bestimmt  ausgeprägte
Gruppe  chemischer  Verbindungen,  sondern  bestehen ­
  meist  aus  natürlichen  Gemischen  verschiedener ­
  Kohlenwasserstoffe  mit  zusammen ­
            
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