Drops
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Dynamit
zeichnis B der Verordnung vom 22. X. 1901
aufgeführten Drogen, Chemikalien und Zubereitungen
dürfen außerhalb der Apotheken nicht
feilgehalten und verkauft werden. Da die Verordnung
den Verkehr mit „Arzneimitteln"
regelt, ist bei einzelnen Artikeln, die kosmetische
oder technische Verwendung finden oder Des-,
infektionsmittel sind, beim Verkaufe und der
Signierung darauf zu achten; z. B. Chinarinde,
zur Herstellung des China-Kopfwassers, Eau de
Quinine, Chloroform zum Auflösen von Kautschuk,
um Fahrradreifen usw. zu kitten, Zinkchlorid zur
Herstellung des säurefreien Lötwassers usw.
Drops (Tropfen), zuerst in England hergestellte
rundliche Bonbons oder Plätzchen, mit
säuerlichen Fruchtsäften oder künstlichen Fruchtathern
gefüllt (Fruchtbonbons).
Duboisinsulfat (lat. Duboisinum sulfuricum,
frz. Sulfate de duboisine, engl. Sulfate of duboisine),
wird aus den Blättern der in Australien
heimischen strauchartigen Solanazee, Duboi-,sia
myoporoides, hergestellt. Es besteht je
nach der Art der benutzten Blätter aus Hyoszyamin-
oder Skopolaminsulfat und enthält
außerdem bisweilen Pseudohyoszyamin und
Hyoszin. D, findet beschränkte medizinische
Anwendung.
Düngemittel (frz, Engrais, engl. Manures)
nennt man im weiteren Sinne alle Stoffe, weiche,
dem Boden einverleibt, das Wachstum der Pflanzen
zu fördern vermögen. Gegenstand des Handels
auf größere Entfernung hin bilden jedoch
in der Regel nur die Fabrikate oder durch besondere
Behandlung versandfähig gemachte
Naturprodukte, die sog. Kunstdünger (frz.
Engrais artificiels, engl. Artificial manures), während
der Stalldünger und städtische Abfallstoffc
(Kloakeninhalt, Schlachthausabfälle) die Kosten
■eines weiteren, Transportes nicht vertragen, sondern
in der nächsten Umgebung verbraucht werden.
Nach ihrem Gehalt an Pflanzennährstoffen
unterscheidet man: Phosphorsäurehaltige D.:
Knochenasche, Thomasmehl, Superphosphate.
Stickstoffhaltige D.: Chilesalpeter, Ammoniumsalze.
Gemischte Phosphorsäure- und
Stickstoff-D.: Ammoniaksuperphosphat, Guano,
Knochenmehl,Tierkörpermeh), Fischdünger (Fischguario).
Kalihaltige D.; Abraumsalze, Holzasche.
Kalkhaltige D.: Kalk, Gips. Mergel.
Gemischte Kalk - Stickstoff - D.; Kalziumzyunamid
(Kalkstickstoff). Alle D. werden unter
Garantie eines bestimmten Gehaltes an Phos-Phorsäure,
Kali oder Stickstoff verkauft, und es
empfiehlt sich stets für den Käufer, sich durch
chemische Analyse von der vertragsmäßigen
Lieferung zu überzeugen. Vgl. die Spezialartikel.
Düngesalz. Mit diesem Namen belegt man
sowohl das zum Düngen bestimmte Kochsalz
oder gemahlene Steinsalz, als auch kochsalzhaltige
Abfälle der Salinen. Es sei jedoch be
merkt, daß Kochsalz kein direktes Pflanzennährmittel
ist, sondern nur indirekt durch chemischeund
physikalische Beeinflussung des Bodens wirkt.
Einen direkten Düngewert, der bei der Preis
bestimmung ausschlaggebend ist, besitzen nur
diejenigen Salinenabfälle, die kleine Mengen von
Kali enthalten.
Dulzin (Sukrol), ein künstlicher Süßstoff, der
200mal so süß als Rohrzucker ist, in chemischer
Hinsicht Paraphenetolkarbamid, wird durch Umwandlung
des zyansauren Paraamidophenetols
oder durch Einwirkung von Kohlenoxychlorid
auf Paraphenetidin und nachfolgende Behandlung
mit Ammoniak fabrikmäßig dargestellt als ein
weißes, in Wasser leicht lösliches Kristallpulver
vom Schmelzpunkt 173 0 . Es wird als Süßstoff für
Diabetiker benutzt, unterliegt aber denselben Beschränkungen
wie Saccharin (s. d.), insbesondere
ist die Einfuhr verboten.
Duratol, ein photographischer Entwickler, der
meist neben Hydrochinon angewandt wird, besteht
aus Benzylparaamidophenolbromhydrat.
Dynamit (frz. und engl. Dynamite), der bekannteste
und wichtigste Sprengstoff für Bergund
Eisenbahnbau, besteht aus einer Mischung
von Nitroglyzerin (s. d.) mit Infusorienerde (Kiesel
gur) im Verhältnis von 75:23 — 24,5, der meist
noch etwas Soda hinzugesetzt wird, um das Auftreten
freiör Säure zu verhindern. Die formbare
Masse wird in Hülsen aus Pergamentpapier ein
gedrückt und dann als Dynamitpatronen in
den Handel gebracht. An Steile der Kieselerde
werden neuerdings auch andere indifferente Mittel,
wie Sägespäne, Zellulose, zum Aufsaugen des
Nitroglyzerins benutzt, und die Gemische zur Milderung
der Wirkung mit verschiedenen Stoffen,
wie Schwarzpulver, Salpeter, Kaliumchlorat,
Schwefel, versetzt. Von den häufiger angewandten
Sprengmitteln dieser Gruppe seien angeführt:
Lithof racteur, Dualin, Karbodynamit,
Karbonit, Vigorit. Das D. hat bei außerordentlicher
Sprengkraft vor vielen anderen Mitteln
den Vorzug, daß es verhältnismäßig gefahrlos
zu handhaben ist und im Gegensatz zu Nitroglyzerin
nicht durch Stoß allein oder durch
Verbrennen, sondern nur durch plötzliche Entzündung
in geschlossener Patrone explodiert.
Trotzdem ist die Aufbewahrung und der
Transport zur Vermeidung unvorhergesehener
Unglücksfällc besonderen Sicherheitsmaßregeln
unterworfen.