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Schon ganz allgemein läßt die Steigerung der Ernteergebnisse
einen Schluß auf den gesunden Zustand der japanischen Landwirtschaft
zu, besonders aber muß man die hohe Bedeutung einer günstigen Reis-
ernte für das japanische Wirtschaftsleben nicht vergessen. Bei dem aus
gedehnten Verbrauch von Reis, den Japan bekundet, ist ein günstiger
Ausfall der Reisernte von einschneidender Bedeutung für das ganze
Wirtschaftsleben der Japaner, und wer diesen Einfluß jenmls kennen
gelernt hat, der weiß auch das günstige Moment zu beurteilen, was
für Japan in Kriegszeiten eine gute Reisernte bedeutet.
Aus Anlaß des Krieges hat auch die japanische Regierung keinen
Augenblick gezögert, durch Vornahme entsprechender großer Arbeiten,
die zum Teil als Notstandsarbeiten betrachtet werden können, der
heimischen Landwirtschaft in den bevorstehenden schweren Zeiten helfend
beiznspringen. Eine Maßnahme in diesem Sinne war die Vornahme
ausgedehnter Neuanpflanzungen von Forsten, wodurch den betreffendeil
landwirtschaftlichen Kreisen liicht nur Arbeitsgelegenheit sowie materielle
Einnahmen gesichert wurden, sondern ihnen auch in der Gestalt des
Waldes ein Fonds für die spätere Zukunft gegeben ist. Diese tu
großem Stile unternommenen Regierungsarbeiten hatten fernerhin auch
das Gute an sich, daß arbeitslosen Elementen au vielen Stellen des
Landes Gelegenheit zur Beschäftigung geboten wurde. Bei diesen Auf-
forstungen waren die ausführenden Organe entweder der Regierungs
bezirk, der Landkreis oder die Gemeinde, und ebenso war der mit diesen
Neuanpflanzungen — die, wie gesagt, in großem Maßstabe betrieben
wurden — verbundene augenblickliche Zweck nicht überall derselbe.
Einnial geschah die Aufforstung aus rein finanziellen Gründen, dann
um etwaiger lokaler Versandung vorzubeugen, ferner zil Zwecken der
Volksschule oder des roten Kreuzes. Aber auch aus allgenieiu volks
wirtschaftlichem Interesse, lediglich um Arbeitsgelegenheit zu bieten. —
Einige kurze Beispiele mögen dazu dienen, den Wert und die Be
deutung dieser Aufforstungen zu illustrieren.
Im Regierungsbezirk Kagoschima wurde beschlossen zum Andenken
an den gegenwärtigen Krieg und zwecks späterer finanzieller Einnahmen
umfangreiche Neuanpflanzungen vorzunehmen. Nach einem aufgestellten
Plan, der Genehmigung gefunden, hat jedes Haus durchschnittlich ein
Zehntel Cho Forst anzupflanzen. Da nun innerhalb dieses Regierungs
bezirkes etwa 200000 Häuser bewohnt werden, so entstehen infolge
dieses Beschlusses rund 20000 Cho neuer Forst, dessen Jahresertrag
später auf jährlich eine Million Jen geschätzt wird. Da diese Neuan
pflanzungen völlig den Charakter einer freiwilligen Gemeinschaftsleistung
tragen, so entstehen keinerlei Kosten, sondern jegliche Arbeitsleistung da
bei erfolgt ohne irgendwelches Entgelt. In anderen Regierungsbe