Object: Mehr Freiheit im Welthandel!

«1. Die Zollasten. 
Die Hochschutzzollbewegung hat nach dem Kriege immer 
mehr Länder in ihren Bann gezogen. Sie hat ein Steigen der 
Zollasten zur Folge, namentlich in den Vereinigten Staaten, 
in Frankreich, Italien, Polen, in der Tschechoslowakei, in Öster- 
reich, Japan und England. Diese betragen bis zu 50% des 
Wertes der Ware, in einzelnen Ländern und für einzelne Waren 
sogar bis zu 100% und darüber. Solche Zölle erschweren natür- 
lich den Absatz deutscher Erzeugnisse im Auslande außer- 
ordentlich. 
In Australien ist die öffentliche Meinung stark protek- 
tionistisch gesinnt. Bis vor einem Jahr war die Einfuhr deut- 
scher Erzeugnisse fast ganz unterbunden. Erst seit dieser 
Zeit hat Australien die Maßnahmen gegen das angeblich noch 
immer bestehende deutsche Valutadumping beseitigt. Doch 
ist der Handelsverkehr immer noch außerordentlich erschwert. 
Die Zölle sind sehr hoch.. Der Wettbewerb ist dadurch noch 
besonders erschwert, daß England eine Vorzugsstelle einnimmt. 
Neuerdings hat Australien auf gewisse deutsche Erzeugnisse 
höhere Zölle eingeführt. Diese treffen den Düsseldorfer In- 
dustriebezirk besonders hart, da es sich um Waren aus seinem 
Bereich handelt, nämlich um Draht und Röhren. 
Schon im August ds. Js. wurden die australischen 
Schutzzollwünsche, die sich gegen die deutsche Draht- 
industrie richteten, bekannt. Denn die Verbände der australischen 
Drahtindustrie, und zwar die Drahthersteller, die Weichstahl- 
industrie und die Drahtgeflechterzeuger, hatten sich mit einer 
Eingabe an ihre Regierung gewandt, die um verstärkten Zoll- 
schutz gegen die deutsche Industrie ersuchte. Als Grund gab 
sie an, die frühere Entwertung der deutschen Valuta wirke 
heute noch nach, indem sie niedrigere Löhne und eine längere 
Arbeitszeit ermögliche. Die Regierung solle daher die gesetz- 
lichen Vorschriften zu Antidumpingzöllen auch auf die Länder 
ausdehnen, die früher einen Währungsverfall durchgemacht 
hätten. Außerdem verwies die Eingabe auf das Abkommen 
zwischen deutschen KEisenerzeugern und HKEisenyverbrauchern, 
dem sie fälschlicherweise eine Exportsubvention von RM. 3.— 
pro Tonne nachsagt. Die Regierung hat den Antrag geprüft 
und schließlich mit Genehmigung des Parlamentes eine Anzahl
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.