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er das corporative Monopol an Stelle des capitalistischen
Privilegiums und gelangt nur dadurch zur Abschaffung
der Concurrenz in den verschiedenen Productionsbranchen,
dass er sie in den Beziehungen jeder Industriebranche
unter sich verschärft. Aber abgesehen von diesen prin-
cipiellen Erwägungen, wäre es bei dem heutigen Stande
der capitalistischen Entwickelung eine wunderliche Illusion,
wenn man annehmen wollte, solche Cooperativassociationen
könnten, selbst mit Unterstützung des Staates, den grossen
Unternehmungen, die den Markt in der Hand haben und
beherrschen, eine siegreiche Concurrenz machen und sie
zum Weichen bringen.
Nur in den Productionszweigen, in denen die capi-
talistische Entwickelung noch in den Anfängen steht —
z. B. in den meisten ländlichen Industrieen — könnte
nach unserer Meinung das System der Productivassocia
tionen den Uebergang zu einer reinen Socialisierung ver
mitteln.
B. Das System des „Eindringens“.
Anstatt neue Unternehmungen zu schaffen, deren
Concurrenz die capitalistischen Unternehmungen ab
schaffen soll, strebt der moderne Socialismus vielmehr
danach, die bestehenden Unternehmungen zu vergesell
schaften, sei es auf dem Wege der Expropriation oder
durch (die Beteiligung des Staates. Auf dieses zweite System
bezieht sich der Plan der „freien Socialisierung“, den E.
Solvay am 27. December 1899 dem belgischen Senate
unterbreitet hat.
In der Absicht, dem Staate Mittel zu verschaffen, ohne
sie der Arbeit zu nehmen, gleichzeitig möglichst viel zu
vergesellschaften, ohne die Freiheit und die persönliche
Initiative zu gefährden, schlägt Solvay eine Reihe von
Massregeln vor, die er wie folgt zusammenfasst :
„Zunächst müsste man an eine Revision der Gesetze
über die Gesellschaften (Actiengesellschaften etc.) gehen,