Full text: Die Eisenindustrie in Südrußland

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die freie Konkurrenz durch die gemeinsame Verständigung auszu 
schalten, bemühen sich die Syndikate, diese Konkurrenz auch aus 
dem letzten Gebiete, wo sie noch existieren könnte — aus dem 
des Handels — zu beseitigen.“ Man hat dafür den ganzen russischen 
Absatz auf die besonderen Gebiete verteilt und in diesen Gebieten 
nur wenige große Handelsfirmen mit dem Verkauf der Artikel der 
Syndikate betraut oder letzteren besonders günstige Bedingungen ge 
stellt. Diese Firmen hatten dann, um die Preise hoch zu halten, 
ihrerseits kartellartige Verträge miteinander geschlossen und den 
Konsumenten gemeinsame Bedingungen gestellt. 
Die Kartcllbewegung schreitet in der südrussischen Eisenindustrie 
immer weiter fort; so vereinigt gegenwärtig „Prodameta“ in seinen 
Händen allein etwa zwei Drittel der ganzen südrussischen Eisen- 
und Stahlproduktion. Beinahe der einzige Artikel, der in Süd 
rußland nicht kartelliert ist, ist das Roheisen. 
Nach diesen allgemeinen Bemerkungen gehen wir zur Betrachtung 
der einzelnen Absatzgebiete der südrussischen Eisenindustrie über: 
des privaten Marktes, der Eisenbahnbestellungen und des Exports. 
2. Der private Markt. 
Die südrussischen Werke liefern an den privaten iunern Markt 
hauptsächlich zwei Arten von Produkten: a) Roheisen und b) fertige 
Produkte. 
a) Roheisen. 
Roheisen als Absatzartikel spielte in Südrußland beständig eine 
bedeutende Rolle. Die südrussischen Hütten sind jetzt die wichtigsten 
Lieferanten des Roheisens für ganz Rußland, wie folgende Tabelle 
des Roheiseuabsatzes zeigt: 
.J ahr 
Süden 
Andere Gebiete 
zusammen 
Tausend Pud 
% 
Tausend Pud 
01 
10 
Tausend Pud 
0/ 
10 
1903 
31730 
67,0 
15169 
33,0 
47 350 
100 
1904 
35566 
69,9 
15580 
.30,1 
51146 
100 
1905 
32 031 
68,4 
14821 
31,6 
46853 
100 
190« 
35 620 
71,3 
14289 
28,7 
49 909 
100 
1907 
44419 
79,3 
11672 
20,7 
56092 
100 
Der Süden hat also auf dem Roheisenmarkte beinahe ein Monopol. 
Der innere Markt konsumiert wohl noch ein kleines Quantum von 
ausländischem Roheisen; dieses ist aber gegenwärtig beinahe bis auf den 
Nullpunkt gesunken. So muß der südrussische Roheisenabsatz aus 
schließlich mit den inneren Konkurrenten, von denen der wichtigste 
das Uralgebiet ist, rechnen. Die Produktionsverhältnisse sind aber
	        
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