108
höhten sie die Preise wieder um 10 °/ 0 1 . Heutzutage fällt die ganze
Produktion von Schwellen und Trägern Prodameta zu, in welche Ge
sellschaft das erwähnte Syndikat als Unterorganisation eingetreten
ist. Sie setzte im Jahre 1908/9 etwa 6592000 Pud dieser Sorten ab.
Die Preise auf Stab- und Formeisen zeigen eine abnehmende
Tendenz. Sie waren:
1902/3
1906/7
Starke Sorten
■144,29
127,07
Feine „
127,97
119,16
Das erklärt sich dadurch, daß hier eine starke Konkurrenz
zwischen dem Süden und anderen Bezirken, hauptsächlich dem Ural
und dem polnischen besteht, und zweitens, daß die südrussischen
Eisenproduzenten selbst bis in die letzte Zeit nicht organisiert waren.
Das Syndikat für diese Produkte wurde unter Vermittlung von
Prodameta erst im Jahre 1908 gegründet. Da dem Syndikat die
wichtigsten Produzenten beigetreten sind, so ist auch hier eine be
deutende Preiserhöhung zu erwarten. Im Jahre 1908/9 verkaufte
die Gesellschaft Prodameta 17 376000 Pud von diesen Sorten. Sie ver
einigte somit etwa 75 °/ 0 des südrussisohen Absatzes in ihren Händen.
Die südrussischen Drahtproduzenten traten in das allrussische
Syndikat „Prowoloka 11 ein. Da dieses Syndikat gegen seine Kon
kurrenten energisch kämpft, so haben die Preise auf Draht verhältnis
mäßig nicht stark zugenommen. In einigen Bezirken wurden sie
sogar vom Syndikat selbst bedeutend erniedrigt. Man hat sie hier
als Kampfpreise angesetzt, um damit den Konkurrenten vom Markte
zu drängen. Die heimischen Produzenten organisieren sich aber
ihrerseits, um den Markt zu behalten, was wir z. B. im Kaukasus
und in Polen sehen. Aber auch hier wird die Beseitigung der ge
meinsamen Konkurrenz beabsichtigt 1 2 .
So sehen wir denn eine lebhafte Kartellbewegung in Südrußland.
Den Verkauf von fertigen Produkten betreibt hier hauptsächlich das
Syndikat Prodameta, zu dem außer den drei genannten Syndikaten
noch ein Röhren-Syndikat und ein Syndikat für Absetzung von
Bandagen und Achsen gehört. Unorganisiert bleibt bis jetzt nur der
Verkauf von Dachblech. Die ermittelten Tatsachen zeigen, daß die
Preise seit der Krisis hauptsächlich infolge der Organisation der
Produzenten zu steigen angefangen haben.
Es besteht weiter in der Gegenwart ein lebhafter Kampf um
den privaten Markt zwischen dem Ural und dem Süden. Dieser
Kampf zwingt die Unternehmer beider Bezirke ihrerseits wieder zur
1 Gutachten der Eisenindustriellen, S. 23. Lauwick, a. a. 0. S. 204.
2 Kaffenhaus, a. a. O., S. 108.