Full text: Die Eisenindustrie in Südrußland

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England usw. Der Export nach allen diesen Ländern trägt aber 
bis jetzt einen mehr oder weniger zufälligen Charakter. Eine ständige 
Quote des Absatzes von Roheisen, Stahl und Eisenprodukten kommt 
nur bei drei Ländern in Betracht: Persien, China und Finnland: 
die Absatzmenge ist hier aber unbedeutend. 
Die Hauptmasse der Ausfuhr geht über die südrussischen Häfen. 
So wurden dort im Jahre 1908 etwa 95 °/ 0 des Gesamtexports aus 
geführt. Die Transportverhältnisse sind für den Süden wegen der 
Nähe des Asowschen und Schwarzen Meeres ziemlich günstig. Seit dem 
Jahre 1907 existiert auf den russischen Eisenbahnen ein sogenannter 
Exporttarif mit beinahe doppelt so billigen Tarifsätzen, als die ge 
wöhnlichen sind. So betragen die Eisenbahnunkosten für Roheisen 
transport von dem Zentrum des Douezgebiets bis Mariupol bloß 
2—2 1 / 3 Kop. pro Pud; die vom Jekaterinoslaw-Gebiet bis Nikolajew 
5,39—5,66 Kop. pro Pud. 
Die Einladekosten in den Häfen des Schwarzen und des Asowschen 
Meeres sind dagegen ziemlich hoch. Nach der Rechnung des Eisen 
industriellen Awdakow betragen sie für Odessa b 1 /^ Kop., Nowo- 
rossijsk 5 x / 2 Kop., Taganrog (mit Umladung) —7 Kop., Rostow 
3^2 Kop. pro Pud. 
Kapitel IX. 
Kapitalkraft und Rentabilität. 
Der dauernde Stillstand in der Produktionstätigkeit der süd 
russischen Eisenindustrie seit der Krisis vom Jahre 1901 hat auch 
auf die finanzielle Lage und auf die Rentabilität der meisten süd 
russischen Eisenunternehmungen ungünstige Wirkungen ausgeübt und 
eine Reihe von Gesellschaften in schlimme Notlage gebracht. Die 
Verluste waren bei denjenigen Aktiengesellschaften besonders groß, 
die als ein Ergebnis des Spekulationsfiebers der verschiedenen Gründer 
während der Zeit der Hochkonjunktur anzusehen sind und die bereits 
vor und während der Krisis unter starken Geldschwierigkeiten zu 
leiden hatten. Um nicht die Werke zu schließen, waren sie genötigt, 
immer neue Schulden zu machen, womit sie aber ihre finanzielle Lage 
immer mehr erschwerten. 
Besser war dagegen die Lage derjenigen, meistenteils alten 
Gesellschaften, die ihre Kapitalkraft während der Hochkonjunktur 
gut gestärkt hatten oder hauptsächlich mit Staatsbestellungen zu tun 
batten. Wir teilen die Gesamtzahl der südrussischen Eisengesellschaften 
ihrer Kapitalkraft und Rentabilität nach in drei Kategorien ein:
	        
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