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Die ausländischen Börsen (Paris, Brüssel), die hier ausschlaggebend
sind, haben, wie wir schon früher geschildert, während der Krisis in
der Eisenindustrie mit einer Heruntersetzung der Kurse der Wert
papiere der Gesellschaften um 65 °/ 0 geantwortet. Wie, die ver
schiedenen Kurse im Jahre 1907 standen, zeigt folgende Übersicht:
Aktien
Nominal-
Wert
Auf der
Pariser Börse
(Francs)
Auf der
Brüssel. Börse
(Francs)
Auf der
St. Petersb.
Börse (Rubel)
maxim.
minim.
maxim.
minim.
maxim.|minim.
Dnjepr- A.-G.
125 Rbl.
1835
1290
1885
1235
—
—
Brjansk- „
100 „
430
272
480
267
112,5
98
Russo-Belge- „
250 Frs.
—
—
1249
875
—
:—
D.-Jurjewka- „
250 Rbl.
—
—
330
215
220
84
Druschkowsk- „
125 „
894
673
—
—
—
—
Taganrog- „
400 Frs.
—
—
401
138
—
—
K.-Rog-
500 „
1150
1090
—
—
—
—
N.-Mariupol- „
125 „
70
70
201
135
73
59,5
Olchowaja- ' „
250 „
—
—
300
25
—
R.-Providence- „
1000 .,
—
—
140
15
—
Werch-Dnjepr- „
250 „
1230
70
—
—
—
—
Konstantin- „
250 „
—
—
260
212
—
—
Hartmann- „
100 Rbl.
—
—
—
—
300
220,5
Jekaterinoslaw-
Gußstahlwerk- „
100 Ers.
156
156
—
—
Während also z. B. die Aktien der Russo-Belge-A.-G. etwa
fünfmal so hoch als der nominelle Wert stehen, kotierte man die
Aktien von Provideuce-Russe mit dem nominellen Wert von 1000 Er.
nur zu 15 Er.
Alles zusammenfassend, können wir sagen, daß die finanzielle
Lage der einzelnen Unternehmungen sehr verschieden bleibt. Die
Zeit des Stillstandes offenbarte mit Klarheit die früheren Geld
mißbräuche der verschiedenen Aktiengesellschaften; sie zeigt außer
dem auch, daß die Anpassung der Produktionsmittel der Unter
nehmungen an die Konsumtion sich nur unter großen Störungen
vollzieht. Endlich müssen wir sagen, daß dieser Vorgang sich in
der südrussischen Eisenindustrie abnorm verlängert hat, haupt
sächlich dadurch, daß die freie Konkurrenz zwischen den einzelnen
Unternehmungen und das Emporkommen der konkurrenzfähigsten
teilweise durch die Kartellierung der Konkurrenten und auf Kosten
der Konsumenten gehemmt wurde.