Full text : Die Eisenindustrie in Südrußland

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Die  Produktion  von  Roheisen  hat  also  während  der  letzten
drei  Jahre  um  22,6  °/ 0 ,  die  von  Halbzeug  um  40,3  °/ 0  und  die  von
fertigen  Fabrikaten  um  44,4°/ 0  zugenommen.  Die  Vorräte  des  Roheisens ­
  und  Halbzeuges  sind  dagegen  beinahe  um  die  Hälfte  vermindert, ­
  ein  Umstand,  der  die  Verbesserung  der  Konjunktur  noch
deutlicher  bezeichnet.  Darüber  belehrt  uns  endlich  auch  die  Vergrößerung ­
  der  Nachfrage  von  verschiedenen  Eisenprodukten  auf  dem
Markte.  So  stiegen  in  der  letzten  Zeit  die  Bestellungen  an  das
Syndikat  Prodameta  in  folgendem  Maße  (in  1000  Pud) 1 :

Jahr

1910

1909

1908

1907

Blech

9316

7735

7  102

8375

Träger  u.  Schwellen

10950

6916

5185

5  530

Gußröhren

zerfallen

652

896

1133

Bandageu

1221

692

1060

1153

Achsen

515

380

448

443

Stab-  und  Formeisen

43924

‘  32681

syndiziert

Leichte  Schienen

838

913

1.  Jan.  1909

Zusammen:

66767

49971

14694

16642

Besonders  gewachsen  ist  die  Nachfrage  nach  Stab-  und  Formeisen. ­
  Da  diese  beiden  Sorten  überwiegend  gewerblichen  Zwecken
dienen,  so  zeigen  sie  wiederum  eine  Verbesserung  'der  allgemeinen
Wirtschaftslage.
In  gewissem  Gegensatz  zum  Süden  bleibt  die  Entwicklung  der
anderen  eisenproduzierenden  Gebiete  im  großen  und  ganzen  stabil,
so  daß  die  relative  Bedeutung  des  Südens  in  den  letzten  Jahren  noch
mehr  hervortritt.
Wir  gelangen  nun  zur  Frage,  wie  wird  sich  die  Entwicklung  der
südrussischen  Eisenindustrie  weiter  vollziehen?  Wird  sie  alsbald
eine  Monopolstellung  erreichen  und  andere  Gebiete  in  volle  Abhängigkeit ­
  von  sich  bringen,  oder  sind  dabei  auch  noch  andere  Entwicklungstendenzen ­
  zu  erwarten?
Die  zukünftige  Lage  des  Südens  hängt  von  zwei  Umständen
ab:  1.  von  der  Größe  der  Produktionskräfte  des  Südens  selbst  und
2.  von  der  weiteren  Entwicklung  seiner  Konkurrenten,  hauptsächlich
des  Urals.
Die  wichtigste  Grundlage  der  südrussischen  Eisenindustrie  bilden,
wie  schon  früher  erwähnt  ist,  die  billigen  und  vorzüglichen  Rohstoffe.
Um  die  zukünftige  Lage  des  Südens  klar  zu  stellen,  müssen  wir
also  das  Vorhandensein  und  die  Quantität  dieser  Rohstoffe  feststellen.

1  Kartellrundschau,  .Februar  1911.
            
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