Full text : Die Eisenindustrie in Südrußland

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die  damals  in  der  russischen  Eisenindustrie  herrschenden  Produktionsverhältnisse ­
  zurückzuführen  ist.  Die  Unrentabilität  der  Staatseisenwerke ­
  noch  unter  Peters  Nachfolgern,  wie  auch  andere  Ursachen,
hatten  zur  Folge,  daß  die  meisten  uralischen  Eisenwerke  an  den
Adel  und  die  Hofgünstlinge  übergingen.  Ein  kleiner  Kreis
von  Personen,  die  eigentlich  mit  dem  Bergbau  nichts  zu  tun  hatten,
bekam  die  riesigen  Grund-  und  Bodenflächen  mit  reichen  Eisenerzlagern ­
  und  Urwäldern  mit  „zugeschriebenen“  ganzen  Dörfern  von
Leibeigenen,  welche  als  lebendiges  Inventar  mit  den  Werken  verbunden ­
  waren.  Dazu  haben,  nach  Besobrasows  ßechnung,  die
privaten  Eisenwerke  auch  bares  Geld  im  Betrage  von  etwa
15  Millionen  Rubel  bekommen 1 .  Die  Unternehmer  hatten  nach
verschiedenen  Bergprivilegien  das  Recht  der  eigenen  Justiz,  eigenen
Polizei  usw.  Aber  diese  schon  an  sich  privilegierte  Lage  wurde
durch  weitere  Umstände  zur  rein  monopolistischen.  Diese  Umstände
waren  von  zweierlei  Art.
Erstens  war  im  Jahre  1784  das  bekannte  Bergprivileg  Peters
des  Großen,  welches,  wie  wir  gesehen  haben,  einige  bergfreiheitliche
Züge  hatte,  nach  sechzigjähriger  Existenz  aufgehoben  worden.  In
dem  neuen  Berggesetz  wurde  das  Besitzrecht  auf  Grund  und  Boden
auch  mit  dem  Besitzrechte  auf  unterirdische  Schätze  verbunden.
Die  uralischen  Großgrundbesitzer  konnten  also  jetzt  wegen  ihrer
Eisensteinlager  ganz  sicher  sein.
Als  zweite  Ursache  müssen  wir  die  streng  merkantilistische  Zollpolitik ­
  der  russischen  Regierung  ansehen,  welche  sich  am  Anfang  des
19.  Jahrhunderts  in  eine  ganz  prohibitive  verwandelte.  Die  Zölle
betrugen  in  Kopeken 1 :

Tarif  vom
Jahre

Roheisen

Stabeisen

Schweißeisen ­


Eisenblech ­


Stahl

Eisenerzeugnisse,Schmiede ­
 ­


pro  Berkowez

pro  3  Pud

pro  Berkow.

1724

5°/o

37,5%

37,5  %
(d.Preises)

37,5%
(d.Preises)

12

(d.Preises)

(d.Preises)

proBerkow.

25

1731

25

50

20

75

12,5

100

(Seezoll)

(30)

(60)

(60)

(200)

(18)

(300)

1757

78

78

78  ■
(d.Preises)

260

78

390

1766

180

235,25

200
(d.Preises)

600

125,25

1200

1775

180

235

200

600

126,5

1200

1782

300

240

V  erboten

600

126

1200

1792

Verboten

V  erboten

Verboten

150

Verboten

1797

»  •

»

130
(pro  Pud)

”

1816

»

”

>,

30

»

1  Tugan-Baranowski,  a.  a.  O.,  8.  79.
            
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