Full text : Die Eisenindustrie in Südrußland

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Größe  errichten,  um  nötigenfalls  für  den  Staatsbedarf  mindestens
2000  t  Steinkohle  jährlich  zur  Verfügung  zu  stellen.  Die  Frist  der
Errichtung  des  Werkes  war  auf  zwei  Jahre  festgesetzt.  Die  Gegenleistungen ­
  des  Staates  waren  sehr  bedeutend.  Die  Gesellschaft  bekam
unentgeltlich  ein  Grundstück  (ca.  18000  Dessjatinen)  längs  des  Flusses
Kalmius  im  Gouvernement  Jekaterinoslaw  und  an  der  Eisenbahn
Charkow-Asow  mit  reichen  Steinkohlenlagern,  teilweise  auch  mit
Eisenstein.  Dann  verpflichtete  sich  die  Regierung,  eine  Prämie  für
300000  Pud  Schienen  jährlich  und  auf  die  Dauer  von  zehn  Jahren
in  der  Höhe  von  fünfzig  Kopeken  (Silber)  pro  Pud  zu  bezahlen.
Hughes  hatte  auch  das  Recht  bekommen,  alle  für  den  Eisenwerkbau ­
  nötigen  Materialien  zollfrei  aus  dem  Auslande  zu  beziehen.
Ferner  wurde  von  der  Regierung  eine  Konzession  zum  Bau  einer
Eisenbahnlinie  von  85  Werst  Länge  an  die  Gesellschaft  erteilt,  wozu
die  Regierung  nicht  nur  drei  Viertel  der  für  den  Eisenbahnbau
nötigen  Summe  zinsfrei  darlieh,  sondern  auch  eine  5°/ 0 ige  Verzinsung
des  vierten  Viertels  garantierte 1 .
Trotz  verschiedener  Hindernisse  hat  Hughes  mit  großer  Energie
den  Bau  des  Werkes  zu  Ende  geführt.  Alle  Maschinen  und  Einrichtungen ­
  wurden  von  England  geliefert  und  dann  mehr  als  hundert
Werst  weit  von  der  Küste  des  Asowschen  Meeres  mit  Ochsen
transportiert.  Als  Arbeitskräfte  wurden  teils  englische  Arbeiter,  teils
das  frühe!  e  Personal  der  Staatswerke  in  Lugansk  und  Lissitschansk
herangezogen.  Nach  Beendigung  aller  Vorbereitungen  fand  am
24.  April  1871  die  erste  Verhüttung  des  Roheisens  statt 2 .  Wegen
einer  Hochofenbeschädigung  mußte  aber  die  Verhüttung  bald  vertagt ­
  werden;  sie  begann  erst  wieder  am  Anfang  des  Jahres  1872.
Nachdem  die  erste  Bestellung  von  2100000  Pud  Eisenschienen  für
die  Regierung,  wie  auch  eiue  andere  von  750842  Pud  für  Private
ausgeführt  worden  war,  bekam  Hughes  weitere  Bestellungen  seitens
der  Regierung  von  2700000  Pud  —  jetzt  Stahlschienen 3 .  Darum
mußte  er  sein  Werk  erst  der  Stahlschienenproduktiou  anpassen,
doch  wurde  auch  diese  Schwierigkeit  bald  überwunden.  Seitdem
nahm  die  Tätigkeit  des  Werkes  immer  größeren  Umfang  an.  Es
betrug  in  1000  Pud:

Jahr

Roheisenproduktion

Schienenproduktion

1875

435

362

1880

806

451

1885

1961

.  1581

1  lelkner,  a,  a.  0.,  S.  124;  Isslawin,  Überblick  über  die  Steinkohleound
  Eisenerzindustrie  des  Donezbassins,  St.  Petersburg  1875.  S.  20  u  21  (russisch).
2  Dehn,  a.  a.  0.,  S.  122.
3  Brandt,  a.  a.  0.,  S.  48.
            
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