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Buch III.
Die Gesetze der Verteilung.
Drei Parteien teilen das Erzeugnis: der Arbeiter, der Kapitalist
und der Grundbesitzer.
Wenn bei einer Zunahme der Produktion der Arbeiter nicht mehr
erhält und der Kapitalist nicht mehr erhält, so ist die notwendige Schluß
folge, daß der Grundbesitzer den ganzen Gewinn erntet.
Und die Tatsachen stimmen mit dieser Schlußfolge überein. Ob
gleich weder der Lohn noch der Zins irgendwo mit Zunahme des mate
riellen Fortschritts steigt, so ist doch die unvermeidliche Begleitung und
i das Anzeichen des materiellen Fortschritts die Erhöhung der Grundrente,
das Steigen der Landwerte.
Das Steigen der Grundrente erklärt, warum der Lohn und der
Zins nicht steigen. Die Ursache, welche dem Grundbesitzer gibt, ist die
selbe, welche dem Arbeiter und Kapitalisten verweigert. Daß Lohn und
Zins in neuen Ländern höher sind als in alten, geschieht nicht, wie die
Ökonomen der herrschenden Richtung sagen, darum, weil dort die Natur
dem Arbeits- und Kapitalsaufwand einen größeren Ertrag darbietet,
sondern weil der Grund und Boden wohlfeiler ist und somit die Arbeit
und das Kapital, da ein kleinerer Teil des Ertrages von der Rente in
Anspruch genommen wird, für ihren Anteil einen größeren Teil der
Naturgaben behalten können. Nicht der Gesamtertrag, sondern der
Nettoertrag nach Abzug der Rente bestimmt, was als Lohn und Zins
verteilt werden kann. Daher wird der Lohnsatz und Zinsfuß überall
nicht sowobl durch die Ergiebigkeit der Arbeit als durch den Wert des
Bodens bestimmt. Wo immer der letztere verhältnismäßig niedrig
ist, find Lohn und Zins verhältnismäßig hoch; hingegen wo Grund-
und Boden verhältnismäßig hoch, sind Lohn und Zins verhältnismäßig
niedrig.
Wäre die Produktion nicht über jenes einfache Stadium hinaus,
in welchem alle Arbeit direkt auf den Boden verwendet wird und alle
Löhne in natura gezahlt werden, so wäre es nicht zu übersehen, daß,
wenn der Grundbesitzer einen größeren Anteil nimmt, der Arbeiter sich
mit einem kleineren zufrieden geben muß.
Aber die unendliche Verzweigung der Produktion im zivilisierten
Zustande, wo ein so großer Teil vom Handel beschafft und so viel Arbeit
auf Rohstoffe verwendet wird, nachdem sie vom Grund und Boden
losgelöst sind, ändert nichts an der Tatsache, obschon sie dieselbe den
Gedankenlosen verbergen mag, daß alle Produktion noch immer die
Vereinigung der beiden Faktoren Land und Arbeit ist, und daß die
Grundrente (der Anteil der Grundbesitzer) nicht steigen kann, außer
auf Kosten des Lohns (des Anteils der Arbeiter) und des Zinses (des
Anteils des Kapitals). Gerade wie der Ernteanteil, welchen in ein
facheren Formen des Gewerbfleißes der Besitzer von Ackerland nach
Beendigung des perbstes als Rente empfängt, den dem Bebauer für
Lohn und Zins übrig bleibenden Betrag vermindert, so vermindern die
Grundrenten des Bodens, auf welchem eine Fabrik- oder Handelsstadt