Full text: Die Eisenindustrie in Südrußland

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Der Unterschied zwischen den Quoten der Jahre 1881—84 und 
der Jahre 1885—90 erreicht also 10°/ 0 der Warenpreise. Damit 
fällt im großen und ganzen auch die Erhöhung der Eisenzölle zu 
sammen, so daß sie für einige Artikel einen prohibitiven Charakter 
trugen. Besonders die Roheisenzölle waren hoch gesetzt. Es betrugen 1 : 
Tarifgesetze 
Roheisenzölle in Kop. 
Land- 
Seezoll 
Zolleinnahme 
in Papiergeld 
Tarif von 1850 
50 
Verboten 
„ „ 1857 
15 
15 
„ „ 1868 
5 
5 
Zölle 
Zölle in 
Zölle 
Zölle in 
in Gold 
Papiergeld 
in Gold 
Papiergeld 
Zolleinnahme i.Gold (seit 1877) 
5 
7 
5 
7 
Gesetz von 1882 
6 
10 
6 
10 
„ 1884 
9 
14 
9 
14 
,. ,. 1885 
12 
19 
12 
19 
„ „ 1886 
15 
25 
15 
2,5 
,. ,. 1887 
30 
54 
25 
45 
20% Zuschlag im Jahre 1890 
36 
50 
30 
41 
Tarif von 1891 
35 
52 
30 
45 
Konventionstarif von 1894 
30 
45 
30 
45 
Wie aus der Tabelle zu ersehen ist, waren die Roheisenzölle 
in den 70er Jahren sehr niedrig gesetzt. Die erste Erhöhung dieser 
Zölle kommt in den Jahren 1877—82, sie war aber nicht bedeutend 
und wurde hauptsächlich durch die Interessen des Fiskus veranlaßt. 
Als Folge der schwachen Roheisenzölle in den 70er Jahren und am 
Anfang der 80er Jahre erhob sich eine interessante Erscheinung. Es 
nahm nämlich damals die Bedeutung der reinen Walzwerke immer mehr 
zu. Viele Unternehmungen arbeiteten in dieser Zeit mit billigem aus 
ländischen Roheisen, was für sie um so vorteilhafter war, als damit die 
Möglichkeit nicht ausgeschlossen war, die Prämien für.die hergestellten 
Schienen zu bekommen. Eine besonders günstige Konjunktur war da 
durch im Königreich Polen entstanden, welches Gebiet seiner Lage nach 
in unmittelbare Berührung mit Deutschland kommt und wo die deutschen 
Eisengesellschaften hauptsächlich an der westlichen Grenze eine Reihe 
von Walzwerken errichteten, die gewöhnlich als Filialen dieser Ge 
sellschaften äuftraten und mit billigem deutschen Roheisen die Eisen 
bahnschienen herstellten. Diese Verhältnisse waren auch in anderen 
Gebieten zu beobachten, besonders im Nordwesten. Durchschnitt- 
1 Prokrowski, a. a. O., S. 92.
	        
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