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steigert wurde, weil man im politischen Widersacher auch den
religiösen Gegner bekämpfte. Besonders schlecht ist Sailer
auf Paumgartner zu sprechen, der „mit seinen gülden spies"
viele anrenne und bei manchem auch Erfolg habe mit seinen
Bestechungsversuchen 1 ). Der Einfluss, den Paumgartner in
den engen Grenzen dieser Politik als Vertrauter Granvellas
ausübte, war nicht unbedeutend. „Aus dem Paumgartner
handele Granvella Alles in Deutschland; der sage ihm, wie mit
dem wie mit jenem zu handeln sei,“ schreibt Sailer am 28. De
zember 1543 an Philipp von Hessen 2 ). Wenn unser Kaufmann,
den Karl V. am 27. Juli 1541 zu seinem Rat ernannt hatte,
trotz dieses Eifers nichts erreichte, so lag dies weniger an ihm,
als an der politischen Lage. Die Gegensätze der Parteien
hatten sich so verschärft, dass schliesslich nur die Waffen
entscheiden konnten.
Der Kaiser war ja längst zum Krieg entschlossen, in dem
er die ungehorsamen Fürsten, voran Philipp von Hessen,
demütigen und zur Pflicht zurückführen wollte. Er hatte im
Jahre 1544 mit Frankreich Frieden geschlossen, Ferdinand
die Türken zu einem Waffenstillstand vermocht, auch mit dem
Papst kam ein Bündnis zustande. Mit den oberdeutschen
Städten wurden noch bis zuletzt Verhandlungen gepflogen,
um sie zum Anschluss an die kaiserliche Sache zu bewegen.
Hans Paumgartner und sein Sohn David waren dabei als Ver
mittler tätig. Sailer berichtet am 15. Dezember 1545 aus
führlich, wie er mit Paumgartner, der ihn habe rufen lassen,
eine Unterredung gehabt habe, wobei letzterer unter Hinweis
auf die geringe Einigkeit und die schwachen Rüstungen der
Protestanten versucht habe, ihn an dem schmalkaldischen
Bündnis irre zu machen 3 ). Sailer zeigte den Fragen Paum-
gartners gegenüber grosse Zurückhaltung, da er überzeugt
war, dass man ihn nur ausforschen wollte. Noch im Juni 1546,
kurz vor Ausbruch der Feindseligkeiten, machten Granvella
und Paumgartner einen letzten Versuch, die Städte einzu
fangen 4 ). Doch diese waren zum Widerstand bereit. Die Handels
stadt Augsburg, wo der reiche Jacob Herbrot die Zügel der
‘) Lenz a. a. O, S. 316.
2 ) Ebenda S. 340 in der Anmerkung.
3 ) Ebenda S. 380.
4 ) Roth III S. 344.