Full text: Die Paumgartner von Nürnberg und Augsburg

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500 Meiler (= 5000 Zentner) Kupfer zu Venedig um 32 000 fl. 
Die Bezahlung dieser Summe übernahm für Maximilian Ulrich 
Fugger, um die Baumgartner nicht wieder in Besitz von Silber 
kommen zu lassen. Mit diesen Kupfer vertrügen beginnt die 
zweite Periode in der Entwicklung unserer Firma. Im Jahre 
1492 schloss der König wieder einen grossen Kauf ab, da man 
in den Niederlanden viel Kupfer zum Giessen von Granaten 
benötigte. Baumgartner kaufte damals von den Gewerken 
30 000 Zentner Schwazer Kupfer (den Zentner zu 4% fl), um 
142 500 fl. Maximilian übernahm davon 24 000 Zentner kaufs 
weise von der Kufsteiner Gesellschaft, den Zentner zu 6 y 2 fl, 
so dass diese also am Zentner 1% fl gewann 1 ). Es würde zu 
weit führen, die ganze Reihe der Verträge, die nun in den 
folgenden Jahren abgeschlossen wurden, hier aufzuführen. Es 
mag der Hinweis genügen, dass alle die monopolartige Stellung 
der Baumgartner von Kufstein im Tiroler Kupferhandel zeigen. 
Wer Kupfer nötig hatte, der König, die Augsburger Kaufleute, 
wie die seit 1496 in Verbindung auftretenden Fugger, Gossem- 
brot und Herwart, sie alle kauften von Baumgartners Gesell 
schaft, die allein die Verträge mit den Schmelzern abschloss 
und das Kupfer auf den Markt nach Venedig brachte. 
Hans Baumgartner, der Gründer und langjährige Leiter des 
Geschäfts, wirkte in dieser neuen Tätigkeit nicht mehr lange. 
Er starb am 23. August 1493 2 ). In Kufstein hatte er dem Rat 
angehört und war im Jahre 1476 Bürgermeister gewesen. Er 
war mit Elisabeth Soiter vermählt und am 20. Februar 1491 
von Friedrich III. geadelt und ihm sein Wappen verbessert 
worden 4 ). 
*) Jansen: Jacob Fugger d. Reiche S. 22. 
2 ) Sein Grabmal, ein Werk des bekannten bayrischen Steinmetzen 
Wolfgang Leeb, ist an der südlichen Aussenwand der Kufsteiner Pfarr 
kirche heute noch wohlerhalten zu sehen. Es trägt die Umschrift: hie 
ligt begraben der edel und vest hanns Bawmgartner zu kuefstain, ist 
gestorben an sand Bartholomeus abent do man zelet nach der geburd 
Cristi M“CCCC° und in dem LXXXXIII jar. dem got genedig sey 
amen. Vgl. Ph. M. H a 1 m: „Wolfgang Leeb“ in: Ztschr. d. Münchener 
Altertumsvereins. N. F. Bd. 14/15 (1903/04) S. 20 ff. Hier auch S. 22 
eine gute Abbildung des Grabsteins. 
4 ) C h m e 1: Regesta Friderici III. S. 780. Das neue Wappen, 
das gleichzeitig auch seine Wasserburger Vettern erhielten, stellt einen 
über Flechtwerk (Gartenzaun) schreitenden Löwen dar. (Abb. z. B.
	        
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