Full text: Die Paumgartner von Nürnberg und Augsburg

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obenerwähnten ersten Gemahlin Anna Kress (f 22. Septem 
ber 1415) schloss er am 22. November 1417 eine zweite Ehe 
mit Klara, der Tochter Konrad Zenners. Von den 21 Kindern, 
die diesen Ehen entsprossten, pflanzten fünf Söhne das Ge 
schlecht fort, vier Töchter verheirateten sich mit angesehenen 
Patriziern aus den Familien Tücher, Löffelholz, Graser und 
Tetzel. 
Wohl die glänzendste Verbindung ging Paumgartners 
älteste Tochter Margareta (geb. 1404) ein. Sie vermählte 
sich im Jahre 1420 mit Endres Tücher, Hans Tuchers Sohn. 
Der Prunk, der bei dieser Hochzeit entfaltet wurde 1 ), legte 
Zeugnis ab von dem Wohlstand der beiden Familien, die hier 
in verwandtschaftliche Beziehung zueinander traten. Noch 
bekannter in der Nürnberger Stadtgeschichte ist die Ver 
mählung einer anderen Tochter Paumgartners, Kunigunde, 
geworden, die sich im Jahre 1446 mit Wilhelm Löffelholz 
verheiratete. Zur Feier der Hochzeit veranstalteten die Pa 
trizier ein „Gesellenstechen“, über das wir durch Abbildungen 
und schriftliche Mitteilungen unterrichtet sind. Dieses Tur 
nier soll den Adel nicht wenig verdrossen haben. Die Nürn 
berger selbst glaubten, dass dasselbe den Ausbruch des Städte 
krieges im Jahre 1449 beschleunigt habe 2 ). Jedenfalls legte es 
Zeugnis ab von dem Stolz und Selbstbewusstsein des unab 
hängigen Bürgertums der freien Reichsstadt 3 ). 
Neben solch frohen Ereignissen musste Konrad Paum- 
gartner auch manches Traurige in seine Familienchronik auf 
nehmen. Von einem peinlichen Handel, der besonders seinen 
Sohn Anton anging, der aber auch für die Entwicklung des 
Handelshauses verhängnisvoll wurde, soll weiter unten noch 
die Rede sein. Im Jahre 1449 verlor Paumgartner in wenigen 
1 ) Chroniken der deutschen Städte II S. 5 Anm. 3: der preütt 
vergülter gürtet unnd gülden hefftlein gestunden 58 gülden, unnd die 
hochtzeitt kopff, mahelfingerlein, clayder, kürssner lotter ansing und 
kuchen gelt, badtclaidt unnd zech zur hochtzeitt 177 gülden; darzu gab 
Hanns Tücher diesem seinem sun gegen 800 fl hayrat guts tausennt 
gülden gegenschatz unnd noch tausennt gülden an lehen güettern . . . 
Vgl. dazu 37. Jahresber. d. Hist. Ver. v. Mittelfranken S. 120 ff. 
2 ) Chroniken der deutschen Städte I S. 218/19. 
3 ) Das Nürnberger Gesellenstechen vom Jahr 1446, radiert und 
herausgegeben von Philipp Walter. Mit einer geschichtlichen Ein 
leitung von Prof. Lochner , Nürnbg. 1845.
	        
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