Full text : Die Paumgartner von Nürnberg und Augsburg

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der  Gesellschaft  gehabt  habe.  Belastend  für  ihn  aber  war,
dass  die  dem  Hans  Arzt  entwendeten  Papiere  in  seinem  Hause
wieder  gefunden  wurden.  Er  erklärte  sich  schliesslich  auch
mit  seinem  Vater  bereit,  die  Entschädigung  an  Anna  Arzt
zu  bezahlen,  wenn  der  Rat  einen  Teil  der  Summe  auf  sich
nehme.  Er  hätte  dies  wohl  nicht  getan,  wenn  er  sich  nicht
doch  irgendwie  schuldig  gefühlt  hätte.
Schliesslich  verständigte  man  sich  dahin,  dass  der  Rat
von  den  28  700  fl  an  Paumgartner  10  350  fl  bezahlte,  die  übrigen
18  350  fl  entrichteten  Konrad  und  Anton  Paumgartner  aus
ihrem  Vermögen 1 ).  Kaspar  Nagel  blieb  noch  bis  zum  Jahre
1455  im  Nürnberger  Gefängnisse.  Er  schwört  am  16.  Juni
dieses  Jahres  bei  seiner  Freilassung  den  Nürnbergern  Urfehde.
Gleichzeitig  erklären  Konrad  und  Anton  Paumgartner,  Ulrich
Arzt,  Sigmund  Gossembrot  und  Justina  Ulstatt,  dass  sie  des
Nagels  wegen  mit  der  Stadt  Nürnberg  völlig  versöhnt  seien.
Anton  Paumgartner  schien  mit  der  Lösung  des  Streites  zufrieden ­
  zu  sein,  da  er  in  den  folgenden  Jahren  nicht  mehr
darauf  zurückkam.  Erst  zehn  Jahre  später  griff  er  wieder
darauf  zurück.
Dem  Ansehen  des  Handelshauses  tat  der  doch  recht  unwürdige ­
  Vorfall  keinen  Eintrag.  Wir  haben  bereits  oben  gesehen, ­
  wie  gerade  zwischen  1455  und  1460  die  Firma  zu  Florenz
und  Rom  in  Beziehung  trat.  Anton  Paumgartner  war  dabei
selbst  beteiligt.  Warenhandel  und  Geldgeschäfte  gingen  wie
zu  Konrads  Zeiten  nebeneinander  her.  Seit  Anfang  der  sechziger ­
  Jahre  erscheint  Anton  Ridler,  ein  Verwandter  Paumgartners,
  als  Teilhaber.  Den  beiden  Kaufleuten  wurden  Ende
August  1462  bei  Fulda  Waren  im  Werte  von  1237  fl  weggenommen ­
 2 ).  Neu  scheint  Paumgartners  Teilnahme  an  dem
eben  mächtig  auf  blühenden  Metallhandel  gewesen  zu  sein.
Im  Jahre  1463  kaufte  er  von  Ludwig  dem  Reichen,  dem  Inhaber ­
  der  Rattenberger  Silbergruben,  800  Mark  Silber  um
1 )  Die  Quittungen  der  Anna  Arzt  und  ihrer  Söhne  Hans  und
Wilhelm  vom  28.  Mai  und  24.  August  1453  über  den  Empfang  der
28  700  fl  haben  sich  im  Kreisarchiv  Nürnberg  D  1807  und  Urk.  VI  Ul
Nr.  2341  erhalten.  Anton  Paumgartner  erscheint  dabei  nur  als  Vertreter
seiner  Gattin  Klara.
*)  Nürnberger  Briefbücher  Bd.  30  S.  42  b.  Die  Waren  gehörten
Anton  Paumgartner,  dessen  Warenzeichen  f  die  Ballen  trugen  und
seinem  Mitgesellschafter  Anton  Ridler,  der  das  Warenzeichen  |  %  führte
            
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