Full text : Die Paumgartner von Nürnberg und Augsburg

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5280  tl 1 ).  Paumgartner  lieh  dem  Herzog  dagegen  4000  fl.  In
Mainz  wurden  ihm  damals  bei  Eroberung  der  Stadt  während
der  Mainzer  Stiftsfehde  zwei  Saum  Gewand  im  Wert  von
350  fl  und  zwei  Säcke  mit  Kupfer  und  130  Mark  Feinsilber
weggenommen 2 ).
Solche  Schädigungen  konnten,  wenn  sie  sich  öfter  ereigneten, ­
  wohl  einen  ungünstigen  Einfluss  auf  den  Geschäftsgang ­
  ausüben.  Dazu  kam,  dass  im  Jahre  1460  Antons  jüngerer
Bruder  Martin  fallierte 3 ).  Dies  mochte  mit  der  Grund  sein,
dass  Anton  damals  in  Zahlungsschwierigkeiten  geriet.  Die
ersten  Anzeichen  davon  finden  sich  im  Jahre  1461.  Damals
unternahm  Herzog  Wilhelm  von  Sachsen  eine  Pilgerreise  ins
Heilige  Land.  Da  die  im  Orient  gebräuchliche  Münze  nicht
der  rheinische  Gulden,  sondern  der  Dukaten  war,  so  wandte
sich  der  Herzog  an  das  Bankhaus  Paumgartner  in  Nürnberg,
um  Gulden  in  Dukaten  umwechseln  zu  lassen.  Zwei  herzogliche ­
  Agenten  zahlten  in  Nürnberg  10  154  fl  ein  und  erhielten
dafür  Wechselbriefe,  gegen  welche  Paumgartners  Vertreter  in
Venedig,  Anton  Ridler,  die  entsprechende  Summe  Dukaten
auszahlen  sollte 4 ).  Paumgartner  nahm  nun  das  Geld  in  Nürnberg ­
  wohl  in  Empfang,  zögerte  aber  mit  der  Aushändigung
der  Dukaten.  Nach  auf  uns  gekommenen  Rechnungen  konnte
der  herzogliche  Agent  von  Ridler  nur  3350  Dukaten  erhalten.
Als  nun  der  Herzog  nach  seiner  Rückkehr  aus  Palästina  sein
Geld  ohne  Erfolg  zurückforderte  und  sich  auch  vergebens  an
den  Rat  wandte,  liess  er  den  Nürnbergern  Fehde  ankündigen
und  die  Warenzüge  der  Kaufleute  aufhalten.  Durch  Vermittlung ­
  der  Stadt  Erfurt  kam  im  Mai  1466  eine  Einigung  zwischen
Nürnberg  und  Herzog  Wilhelm  von  Sachsen  zustande,  indem
der  Herzog  seine  Forderung  —  8811  fl  12  kr  10  h  —  an  Nürnberger ­
  Bürger  ab  trat 5 ).  Anton  Paumgartner  hatte  aber  noch
M  München,  Reichsarchiv:  Neuburger  Kopialbücher  XXIV  fol.
302  a  u.  b.
2 )  Nürnberger  Briefbücher  Bd.  30  S.  63.
3 )  Simonsfeld,  Fondaco  I  S.  491.
*)  J.  G.  Kohl:  Die  Pilgerfahrt  des  Landgrafen  Wilhelm  des
Tapferen  von  Thüringen  zum  Hl.  Land  im  Jahre  1461,  Bremen  1868.
Das  ausführliche  Verzeichnis  der  Ausgaben  ist  S.  132  ff.  abgedruckt.
6 )  Nach  der  Erzählung  des  zeitgenössischen  sächsischen  Chronisten
Hartung  Kammermeister.  (Geschichtsquellen  der  Provinz  Sachsen
XXXV  S.  218.)
            
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