Full text : Die Paumgartner von Nürnberg und Augsburg

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Nach  dem  Jahre  1472  entschwindet  Anton  Paumgartner
aus  unseren  Augen.  Nur  sein  Todesjahr  haben  uns  Familienaufzeichnungen ­
  aufbewahrt:  er  starb,  57  Jahre  alt,  zu  Würzburg
am  26.  Oktober  1475 1 ).  Fern  von  der  Heimat  also  hat  er  die
letzten  Jahre  seines  Lebens  zugebracht  und  ist  als  gebrochener
Mann  in  der  Fremde  gestorben.  Und  doch  wurde  gerade  er
der  Stammvater  eines  neuen  blühenden  Zweiges  des  Paumgartnerschen
  Geschlechts.  Einer  seiner  Söhne,  Anton,  wurde
Geistlicher  und  brachte  es  bis  zum  Domherrn  von  Brixen  und
Augsburg 2 ).  Zwei  andere  Söhne,  Franz  und  Hans,  aber  liessen
sich  durch  ihres  Vaters  Misserfolge  vom  Kaufmannsberufe  nicht
abschrecken.  Da  sie  in  die  Stadt  nicht  zurückkehren  wollten,
mit  der  ihr  Vater  in  so  heftiger  Fehde  gelegen  war,  mussten
sie  sich  einen  neuen  Wohnsitz  suchen.  Sie  wählten  als  solchen
Augsburg,  die  Rivalin  Nürnbergs.  Dort  in  der  Metropole  des
süddeutschen  Handels  tat  sich  ihnen  für  ihre  Tätigkeit  ein
weites  Feld  auf.  Bevor  wir  ihnen  jedoch  dorthin  folgen,  wollen
wir  uns  in  grossen  Zügen  die  weiteren  Schicksale  der  in  Nürnberg ­
  gebliebenen  Linie  vergegenwärtigen.

Viertes  Kapitel.
Ueberblick  über  die  späteren  Schicksale
der  Familie  in  Nürnberg.
Die  Fortsetzung  des  Nürnberger  Zweigs  der  Paumgartner
knüpft  sich  an  die  schon  obenerwähnten  zwei  Brüder  Antons:
Konrad  und  Martin.  Von  ihnen  wurde  Konrad  (f  1457)  der
Ahnherr  einer  Reihe  von  Gelehrten,  die  in  ihrem  engern  und
weiteren  Vaterland  sehr  verdienstvoll  wirkten.  Gabriel  Paum-')
  In  Konrad  Paumgartners  Familienchronik  ist  dieses  Datum
nachgetragen.
2 )  Herzog  Sigismund  bediente  sich  seiner  des  öftem  zu  Gesandtschaften ­
  nach  Rom.  Anton  (geh.  1451)  starb  im  Jahre  1492  zu  Brixen,
wo  sein  Grabstein  noch  zu  sehen  ist.  (Jos.  R  e  s  c  h:  Monumenta  veteris
ecclesiae  Brixinensis,  1765  Teil  I  S.  12,  enthält  den  Text  seines  Grabmals, ­
  das  mit  dem  Paumgartnerschen  Wappen  geschmückt  ist.)
            
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