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(pro Jahr) Steuer 2 )
Gesellschaft der Mehrer, deren Mitglieder Zugang zur Herren
stube hatten und auch sonst fast alle Vorrechte der Patrizier
genossen 1 ). Rasch hatte sich so Hans Paumgartner eine ange
sehene gesellschaftliche Stellung unter Augsburgs Bürgern
errungen. Er schloss sich nun mit seinem Bruder Franz zu
gemeinsamer Ausübung des Handels zusammen. Wir sind
darüber im einzelnen freilich nicht näher unterrichtet, sehen
aber aus den Steuerbüchern, wie sich ihr Reichtum mehrte.
Die Brüder bezahlen nämlich:
1490 Franz 20 fl Hans 42 fl
1492—97 „ 26 „ „ 62 „
I49 8 .» 86 .. » X1 4 „ ,
Im Jahre 1498 stand damit Hans Paumgartner unter den
reichsten Bürgern an sechster, sein Bruder Franz an zehnter
Stelle. Die Fugger folgten erst an zwölfter, fünfzehnter und
siebzehnter Stelle 3 ). Das Vermögen des Hans Paumgartner
muss sich nach dieser Tabelle um das Jahr 1497 gewaltig ge
steigert haben. Woher kam nun dieser rapide Vermögens
zuwachs? Es waren die ersten Früchte der neuen bedeutungs
vollen Verbindung, in welche die beiden Brüder damals, andern
Augsburgern folgend, getreten waren: des Tiroler Bergbaus.
Um diese Dinge besser zu verstehen, müssen wir kurz auf
die Entwicklung der Tiroler Bergwerke und ihre Bedeutung für
das Finanzwesen der Habsburger einen Blick werfen 4 ). Die
Entdeckung der reichen Silbergruben in der Nähe von Schwaz,
am Falkenstein um die Mitte des 15. Jahrhunderts rief in der
damaligen Welt grosses Aufsehen hervor. Die Erlaubnis zum
Abbau wurde vom Landesherrn, der das Bergregal besass, an
*) Ueber die „Mehrer“, die gesellschaftlich eine Mittelstellung
zwischen den Patriziern und den Angehörigen der Zünfte einnahmen,
vgl. Dirr: Kaufleutezunft u. Kaufleutestube in Augsbg. zur Zeit
des Zunftregiments (1368—1548) in: Ztschr. d. Hist. Ver. f. Schw. u.
Nbg. Bd. 35 S. 137 ff. Ferner Dirr: Zur Gesch. d. Augsbg. Zunft
verfassung (ebda Bd. 39).
2 ) Nach den Augsburger Steuerbüchern der betreffenden Jahre.
3 ) Strieder: Zur Genesis des modernen Kapitalismus S. 19
(Tabelle 10), wo die „Vermögenden“ des Jahres 1498 zusammen
gestellt sind.
4 ) Diese Verhältnisse hat erstmals Jansen in seinen „Studien
zur Fuggergeschichte“ zum Gegenstand eingehendster Untersuchungen
gemacht. Vgl. bes. „Anfänge der Fugger“ S. 54ff. und „Jacob Fugger
der Reiche“ (Studien z. Fugger-Geschichte, 3. Heft 1910) S. 13 ff.