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Pelzen verbrämte Mantel bringt uns den Reichtum des Dar
gestellten zum Bewusstsein 1 ).
Wenn das Vermögen ein Gradmesser ist für die Tüchtigkeit
eines Kaufmanns, dann müssen wir Hans Paumgartners Er
folge bewundern. Von Jahr zu Jahr erhöht sich seine Steuer
summe. Während er 1498 noch mit 1x4 fl eingeschätzt ist,
zahlte er 1510 bereits 346 fl, 1516 425 fl. Im zuletzt genannten
Jahr ist dann auch schon sein Sohn mit 173 fl verzeichnet 2 ).
Jedenfalls gehörten die Paumgartner Vater und Sohn damals
schon zu den allerreichsten Bürgern. Reicher waren wohl nur
die Fugger und Höchstetter.
In seinem Testament konnte Hans Paumgartner seinen
Kindern daher eine ansehnliche Erbschaft zur Verteilung hinter
lassen. Jede seiner sechs Töchter bzw. deren Kinder erhielten
14 500 fl. Der Sohn berechnet sein Erbteil (abgesehen von
den Häusern und liegenden Gütern) auf 51 000 fl 3 ).
Noch mehr als ein Jahrzehnt lebte Hans Paumgartner d. Ae.,
nachdem er sich von den Geschäften zurückgezogen hatte. Ein
schöner Lebensabend war ihm beschieden, währenddessen er
mit Befriedigung auf das von ihm Geschaffene zurückblicken
konnte und zugleich den Glanz seines Hauses unter seines
Sohnes Leitung weiter wachsen sah. Zwischen 10. September
und Oktober 1527 starb er 4 ), fast siebzigjährig — der Sohn
jenes Anton, der 1475 im Elend gestorben war.
1 ) Eine Reproduktion des Holzschnittes, „von den so sehr ge
schätzten Helldunkelblättern eines der schönsten“, findet sich in der
Kunstgeschichte von Knack fuss Bd. 2 S. 586 und bei Friedr.
Lippmann: Engravings and Woodcuts by old masters sec.
XV—XIX Part II (1891) Taf. 38.
2 ) Augsburger Steuerbücher der betreffenden Jahre.
3 ) Familienkodex Bl. 2.
*) Am 10. September 1527 wird seiner nochmals in den Tiroler
Kopialbüchern gedacht.