Full text: Die Paumgartner von Nürnberg und Augsburg

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alle Quatember 2000 fl bar empfing 1 ). Das Geld brauchte 
der Kaiser zu Rüstungen gegen Ulrich von Württemberg, der, 
bekanntlich damals in die Reichsacht erklärt, Unruhen ver 
ursachte, die ihn schliesslich um sein Land brachten. 
Am 15. Mai 1520 zahlte Paumgartner an die Regierung 
zu Innsbruck 6000 fl in Sonnencronen, die zu einer Bezahlung 
an die Schweiz benötigt wurden. Er erhielt dafür 1200 M Silber 
aus seiner eigenen Schmelzhütte (monatlich 175 M), aber erst, 
wenn er für zwei frühere Beträge von 8000 fl befriedigt worden 
wäre 2 ). Aus besonderen Gründen, die ich aber nicht anzugeben 
vermag, schob Hans Paumgartner in einem Vertrag vom 
8. März 1521 seine beiden Söhne (die damals erst zwischen 
vier und acht Jahre alt waren) vor. Ihnen verschrieb der Kaiser 
damals für ein Darlehen von 20 000 fl 10 000 M Silber 3 ). Erst 
fünf Jahre später, als die Tiroler Regierung die Hüttwerke 
von den Fuggern wieder zurückbekam, konnte diese Silber 
lieferung beginnen, die dann im November 1527 ihren Ab 
schluss fand. 
Die Aufnahme von Geldern bei den Paumgartnern verlor 
jetzt immer mehr den Charakter einmaliger ausserordentlicher 
Forderungen. Wie die Fugger, so war auch unser Kaufherr 
zum ständigen Hofbankier geworden, an den man jeden 
Augenblick mit neuen Bitten um Darlehen herantrat 4 ). Fast 
alljährlich, ja oft mehrmals im Jahre, sandte die Regierung 
in Innsbruck einen der Räte mit einer „Credenz“ oder In 
struktion nach Augsburg, um bei den Kaufleuten wegen Geld 
aufnahme anzuklopfen. Paumgartner war neben den Fuggern 
immer einer der ersten, an den man sich wandte. So weilte 
im Juü 1521 Christof Fuchs von Fuchsberg in Augsburg,, 
um im Namen des Regiments und der Kammer für Karl V. 
6000 fl bei Paumgartner zu erlangen. Falls er abschlagen 
würde, sollte Fuchs mit den Höchstettern verhandeln 5 ). Etwas 
*) Innsbruck, Statthaltereiarchiv: Gemain Missiven (1521) f. 155.. 
2 ) Ebenda. Missiven und Befehl (1520) f. 180, 199. 
3 ) Ebenda. Entbieten und Befehl (1526) f. 177. 
*) Daneben sind auch die Höchstetter, Herwart und Bimmel 
dauernd Geldgeber der Habsburger. Gerade die Tiroler Kopialbücher 
bieten für die Geschichte der Augsburger Handelsfamilien eine Fülle 
von Material, das bisher noch wenig beachtet wurde, soweit die Zeit 
nach 1525 in Betracht kommt. 
5 ) Die „Instruktion und Memorial Herr Christof Fuchsen
	        
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