Full text: Die Paumgartner von Nürnberg und Augsburg

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Umfang annahmen 1 ). Die Räte trugen Ferdinand ihre Not 
vor und erhielten den Rat, mit Höchstetter und Paumgartner 
über ein Anlehen von 20 000 fl auf Tauf rer Kupfer zu handeln. 
Die Kaufleute, die in solchen unruhigen Zeiten ihr Geld zu 
sammenhielten, gewährten aber nur wenig, so Paumgartner 
3000 und Fugger 6000 fl 2 ). Die Rückzahlung der Darlehen 
wurde immer schwieriger. So hatten sich die Schulden, die 
Ferdinand bei Paumgartner hatte, bis Ende 1524 auf 75 000 fl 
aufgelaufen, worunter noch Posten aus Maximilians I. Zeit 
waren 3 ). 
Im eigentlichen Sturmjahr 1525 selbst hielten die Kauf 
leute erst recht ihre Taschen zu. Trotzdem die Regierung 
die Räte Blasius Hölzl und Hans Löble nach Augsburg schickte, 
„da die Kammer eine eilende Hilf brauche“, waren bei Paum 
gartner nur 5000 fl (3000 im Juli und 2000 am 12. August) 
zu erlangen 4 ). 
Um so grösser war die Erschöpfung der Tiroler Finanzen 
dann im Jahre 1526, nachdem die Hauptgefahr vorüber war. 
Obwohl er noch 45 000 M Silber zu empfangen hatte, liess 
sich Paumgartner am 20. Februar doch herbei, 20 000 fl dar 
zuleihen. Es wird ihm dafür bewilligt, dass er mit dem Empfang 
der genannten 45 000 M sofort beginnen solle und auch die 
20 000 fl vom Wechselgeld des Schwazer Silbers zurückerhalte. 
Da Paumgartner die Hälfte der ihm zustehenden 45 000 M 
zum Vermünzen nach Hall gab, erhielt er dort für jede Mark 
10 fl 45 kr 5 ). Von den obenerwähnten 20000 fl beanspruchte 
Ferdinand sogleich 3200 fl für sich, um die Kosten seines 
„Aufbruchs“ von Augsburg zum Reichstag nach Speyer zu 
begleichen. Am 17. März lieh dann Paumgartner ausserdem 
noch 6000 fl 6 ). In eindringlichen Vorstellungen wandte sich 
1 ) Ferdinand I. an die Räte der oberösterr. Kammer: Geschäft 
v. Hof (1524) fol. 236. 
2 ) Gemain Missiven (1524) fol. 188. 
3 ) Karl Oberleitner: Oesterreichs Finanzen u. Kriegswesen 
unter Ferdinand I. (in: Archiv f. Kunde österreichischer Geschichts 
quellen XXII S. 17 ff. Oberleitner berechnet die Ausgaben der österr. 
Regierung für den Bauernkrieg auf 226 812 fl (S. 23). 
‘) Geschäft von Hof fol. 51 u. 61. 
5 ) Entbieten u. Befehl fol. 47. Genannte Summe war also wohl 
damals der Marktpreis des Silbers. 
®) Geschäft Von Hof (1526) fol. 48.
	        
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