Full text: Die Paumgartner von Nürnberg und Augsburg

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anfangs Juni die Kammer an Ferdinand und schilderte den 
traurigen Zustand der Finanzen 1 ). Die Bauernunruhen dauerten 
zum Teil im Pinzgau und bei Brixen noch fort. Den Knechten 
an der Etsch war man am 19. Mai 1526 bereits einen halben 
Monatssold (5000 fl) schuldig. Zott, der in Augsburg weilte, 
um Geld aufzunehmen, richtete nur wenig aus. Die Räte 
fürchteten, wenn nicht bald Hilfe komme, dass „grosses Geschrei 
und Gerücht und ander Nachteil im römischen Reich und 
bei anderen Leuten“ entstehen möchte. Gabriel Salamanca, 
Graf von Ortenburg, erlangte schliesslich bei den Fuggern 
40 000 fl und bei Paumgartner 9000 fl, dem letzteren wurde 
sein Darlehen auf das Hilfsgeld in der Lausitz verwiesen 2 ). 
Ferdinand genehmigte diese Verträge und riet, am 21. Juli mit 
Höchstetter und Bimmel weiter zu verhandeln 3 ). Die zu diesem 
Zweck nach Augsburg gesandten Räte Georg von Fiundsberg, 
Christof Fuchs und Hans Zott richteten dort aber wenig aus 4 ). 
Kaum waren die Aufstände beruhigt, so pochte im Osten 
der bei Mohacs siegreiche Türke stärker an die Pforten des 
Reichs. Ferdinand befand sich im Feldlager bei Ofen. Dort 
bestätigte er in einem Vertrag vom 18. August 1527, dass ihm 
die Höchstetter 7000 fl dargestreckt und sich auch für weitere 
10 000 fl verbürgt hätten, die bei Hans Paumgartner auf 
gebracht wurden. Diese Summen wurden auf Taufrer Kupfer 
verschrieben und den beiden Kaufleuten ausserdem ein Silber 
kauf von 8000 M gewährt 5 ). Im Laufe dieses Jahres waren bei 
1 ) Missiv an Hof (1526) fol. 89. 
2 ) Geschäft v. Hof (1526) fol. 373. 
3 ) Entbieten u. Befehl (1526) fol. 153. Das Schreiben Ferdinands 
ist datiert: Speyer, 21. Juli 1526. 
*) In diesen Zusammenhang gehört ein Brief Gg. v. Frundsbergs 
aus Augsburg v. 19. Sept. 1526. (Korrespondenz österr. Herrscher: Die 
Korrespondenz Ferdinands I. 1. Bd. Familienkorrespondenz in: Ver 
öffentlichungen der Kommission f. neuere Geschichte Oesterreichs II 
S. 484/85. Anm.) Frundsberg schildert hier seine Bemühungen, bei 
den Kaufleuten Geld aufzubringen zur „röttung der erlichen Gesellen“ 
in Mailand u. Cremona. Es handelte sich um ein Hilfsheer, das dann 
unter Frundsbergs Oberbefehl nach Italien zog. Die Gesandten der 
Tiroler Kammer versuchten bei Fugger, Welser, Höchstetter, Herwart, 
Paumgartner Geld aufzunehmen. Die Kaufleute entschuldigten sich 
aber mit früheren Darlehen und finanziellen Verlusten in Ungarn. (Jahr 
der Schlacht v. Mohacs!) 
5 ) Original desVertrags imAugsb.Stadtarchiv, Litter. S. 18. Aug. 1527.
	        
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