Full text : Die Paumgartner von Nürnberg und Augsburg

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den  Markt  Neuburg  a.  d.  Kammei,  die  er  am  20.  April  1524
von  Wolf  von  Rechberg  um  15  100  fl  gekauft  hatte,  aber  bereits
am  1.  Oktober  1524  um  denselben  Preis  an  Erhärt  Vöhlin  von
Frickenhausen  wieder  verkaufte 1 ).  Dagegen  ging  ein  Turm
und  Schloss  zu  Schwabmünchen  im  Jahre  1526  in  seinen
dauernden  Besitz  über.  Er  erwarb  diese  Güter  um  1600  fl
von  Ulrich  Jung,  der  Arznei  Doktor,  und  hielt  sich  auf  denselben ­
  wohl  wegen  der  Nähe  Augsburgs  häufig  auf 2 ).
In  die  Jahre  1530  bis  1535  fallen  sodann  die  grossen  Erwerbungen, ­
  die  der  Familie  einen  ausgedehnten  Grundbesitz
in  den  verschiedensten  Teilen  Süddeutschlands  verschafften.
Der  erste  grössere  Kauf  führt  uns  in  die  Markgrafschaft  Burgau.
Hier  besass  der  uns  schon  bekannte  Augsburger  Bankier  Philipp
Adler  das  Schloss  Konzenberg  mit  einigen  kleineren  Gütern,
das  er  im  Jahre  1524  von  Wolfdietrich  v.  Knöringen  erworben
hatte.  Am  17.  Mai  1530  genehmigte  der  Oberlehnsherr  jener
Herrschaft  die  Uebertragung  des  Lehens  auf  Hans  Paumgartner.
  Am  13.  Oktober  1530  wurde  sodann  der  Kauf  abgeschlossen, ­
  indem  Adler  das  Schloss  um  10  000  fl  an  Paumgartner
  abtrat.  Die  Uebernahme  der  Güter  durch  den  neuen
Besitzer  und  die  Vereidigung  der  Untertanen  hatte  schon  am
9.  Juni  stattgefunden,  wobei  Adler  durch  seine  Schwiegersöhne ­
  Lucas  Meuting  und  Franziskus  Welser  sich  vertreten
liess 3 ).  Hans  Paumgartner  erweiterte  dieses  Besitztum  durch

Hans  Paumgartners  ist  der  schon  mehrfach  erwähnte  Familienkodex
(jetzt  im  Reichsarchiv),  ein  mächtiger  Foliant  mit  schweren  Holzdeckeln. ­
  Die  Einträge  sind  auf  Pergament  durchweg  von  einer  Hand
geschrieben.  Hans  Paumgartner  selbst  hat  diesen  Kodex  anlegen
und  in  denselben  Abschriften  aller  Urkunden  eintragen  lassen,  die  sich
auf  die  Familie  bezogen.  Auch  Urbare  der  erworbenen  Herrschaften
und  die  schon  genannten  Bergwerksrechnungen  stehen  hier.
M  Luitpold  Brunner:  Die  Vöhlin  vonFrickenhausen,  Freiherrn
v.  Illertissen  u.  Neuburg  a.  d.  Kammei  (in:  Zeitschr.  d.  Hist.  Vereins  v.
Schwaben  u.  Neuburg  II  [1875]  S.  276).
2 )  Familienkodex  fol.  329a.  Das  Schloss  führte  den  Namen
,,Geyrenburg“.
3 )  Ebenda:  fol.  131a  ff.  Franz  Welser,  der  Vater  Philippine
Welsers,  war  seit  dem  Jahre  1524  mit  Anna  Adler  verheiratet  (W  ar  -
n  e  c  k  e  a.  a.  O.  S.  31).  Lukas  Meuting,  der  uns  schon  als  Vertreter
Hans  Paumgartners  d.  Ae.  in  Schwaz  begegnete,  hatte  seit  dem  Jahre
1502  Helena  Adler  zur  Gemahlin  (W  a  r  n  e  c  k  e  a.  a.  O.  S.  18).
            
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