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selbständige Stellung einnahmen, wie z. B. Sigmund Rothut
in Hohenschwangau und Michael Han in Konzenberg. In allen
Paumgartnerschen Herrschaften sollte eine einheitliche Rechts
ordnung eingeführt werden, die die Pflichten der Untertanen
festsetzen und den Richtern bei der Urteilsfindung als Grund
lage dienen sollte. Bei der Ausarbeitung derselben wurde
Paumgartner unterstützt durch seinen Freund, den berühmten
Juristen Ulrich Zasius 1 ). Das Original dieses Rechtsbuches ist
auf uns gekommen und wird jetzt unter den Handschriften der
Münchener Hof- und Staatsbibliothek aufbewahrt 2 3 * * * * ).
Der Zustand der Schlösser und Gebäulichkeiten in manchen
Herrschaften entsprach nicht dem künstlerischen Geschmack
des neuen Besitzers, der in glänzenden Neubauten den Reichtum
seiner Familie zum Ausdruck bringen wollte. Vor allem wandte
er Hohenschwangau seine Fürsorge zu. Von seinen dortigen
drei Schlössern Vorder- und Hinter-Hohenschwangau und
Schwanenstein 8 ) liess er das letztere einreissen und an seiner
Stelle durch italienische Baumeister und Architekten einen
Neubau aufführen. Vom Jahre 1538 bis 1547 bauten italienische
Künstler, um ein der neuen südländischen Stilrichtung ent
sprechendes Schloss an die Stelle des alten zu setzen. Die innere
Einrichtung wird dem glanzvollen Aeusseren wohl entsprochen
haben.
Nach Beendigung des Neubaus in Hohenschwangau ging
Paumgartner daran, in seiner Herrschaft Erbach ebenfalls
ein neues Schloss zu errichten. Die Vorarbeiten dazu wurden
noch gemacht, über der Ausführung überraschte ihn der Tod.
Er bestimmte jedoch in seinen letzten Lebenstagen, dass aus
1 ) Näheres siehe u. S. 86.
2 ) Cgm 1514.
3 ) Ueber die gegenseitige Lage der drei (nach Muf f at S. 5 ff.
vier) Schlösser vgl. die Angabe des zeitgenössischen Geographen Philipp
A p i a n (Philipp Apians Topographie v. Bayern. Zur Feier des 700 jähr.
Herrscherjubiläums des Hauses Wittelsbach hrsg. v. Histor. Verein
v. Oberbayem. München 1880). Danach führte die westlich gelegene
Burg den Namen Hohenschwangau (jetzt Neuschwanstein), die östlich
gelegene den Namen Schwanenstein (das jetzige Hohenschwangau).
Auf den Trümmern des einst von Hans Paumgartner neugebauten
Schwanenstein errichtete der spätere König Maximilian II. in den Jahren
1832 ff. das Schloss Hohenschwangau. — Die Namen der italienischen
Künstler siehe bei H o r m a y r a. a. O. S. 191.