Contents: Die wirtschaftlichen und politischen Motive für die Abschaffung des britischen Sklavenhandels im Jahre 1806/07

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lor en gegangen (nach Peuchet, „Wichtigkeit der Kolonien für 
das Mutterland“ im Moniteur 23, Messidor, an X, Nr. 293). 
Ebenso hatten auch Frankreichs Kolonialwarenexporte zu den 
übrigen europäischen Ländern (Deutschland, Kufsland, ¡Skandi 
navien, Italien usw.), die 1787 einen Wert von 157 Mill. fr. dar 
stellten, aufgehört. 
Mehr als durch seine militärischen Niederlagen zur See 
war Frankreich durch andere Schicksalsschläge in Westindien 
selbst getroffen worden. Die furchtbaren Negeraufstände auf 
Domingo, Guadeloupe und St. Lucie verwüsteten seit 1789/90 
den blühenden Kulturzustand dieser Inseln auf Jahre hinaus. 
Z. B. hatte Domingo 1790 93 »Mill. Pfund Rohzucker und 
70 Mill. Pfund weifsen Zucker produziert, hatte dann seinen 
Export lange Zeit einstellen müssen und produzierte erst 1800 
wieder I8V2 Mill. Pfund Rohzucker und 1(3500 Pfund weifsen 
Zucker. Mit Guadeloupe, wo der Aufstand erst 1802 be 
zwungen wurde, stand es nicht besser. Die übrigen Inseln, 
vor allem das reiche, von Negeraufständen verschont gebliebene 
Martinique und das Baumwolle produzierende Tabago befanden 
sich mitsamt ihrem Ein- und Ausfuhrhandel (letzterer im Werte 
von 1084000 fr., Brougham I, S. 52(3) in englischen Händen. 
Zweiter Teil. 
Zunahme des britischen Sklavenhandels. 
Für den Sklavenhandel hatten diese Ereignisse folgende 
Bedeutung: Der Krieg, die Negeraufstände, die Verwüstung 
der französischen Plantagen, der Ausfall ihrer Ernten sowie 
die Unterbrechung oder Vernichtung des nichtbritischen Kolo 
nialhandels hatten in Europa das Angebot von Kolonialwaren 
auf ein Mindestmafs reduziert und die Nachfrage auf eine 
seltene Höhe getrieben. Seit Jahrzehnten übertraf end 
lich wieder die Nachfrage nach Zucker das Angebot. Die 
Zuckerpreise waren seit 1790 bedeutend, nach einigen Quellen 
auf das doppelte und dreifache gestiegen (Report 1807, S. 84). 
Das reizte den britischen Geschäfts- und Unternehmungsgeist 
mächtig an. Der Zuckerbau auf den britischen Inseln wurde 
wieder lohnend. Letztere erholten sich auch infolge der 
Aufhebung der Navigationsakte zusehends von der jahrelangen 
Depressionszeit von 1774 — 90. „During the war the merchants 
of Jamaica had been more fortunate than any other class of 
men in the West-Indies“ (Bridges II, S. 2(35). The very high 
prices of sugar in the European market .... highest in 1798, 
excited speculations of extending the sugar plantations in 
Jamaica and other islands“ (Southey III, S. 249). Zui An 
lage neuer Kulturen bedurfte die Spekulation in erster Linie 
verstärkter Negerimporte. Der Sklavenhandel schwoll schon 
Forschungen XXV 1 (116). — Hochstetter. 6
	        
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