Full text : Die Paumgartner von Nürnberg und Augsburg

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Die  Erziehung  seiner  Söhne  brachte  Paumgartner  in  der
Folge  noch  in  Verbindung  mit  verschiedenen  anderen  Gelehrten,
so  mit  Alciatus,  Viglius  von  Zwichem  u.  a.  Für  sie  alle  stand
sein  gastliches  Haus,  wenn  sie  nach  Augsburg  kamen,  offen,
und  keiner  verliess  es,  der  nicht  dort  reich  bewirtet  und  beschenkt ­
  worden  wäre.

f)  Hans  Paumgartners  Anteil  an  der  hohen  Politik 1 ).
Das  Jahrzehnt  von  1530  bis  1540  hatte  unserer  Familie
eine  Reihe  glänzender  Erfolge  gebracht.  Eine  stattliche  Anzahl
von  Gütern  nannte  sie  jetzt  ihr  eigen,  unter  denen  Hohenschwangau ­
  als  besonderes  Kleinod  glänzte.  Die  Reihe  wichtiger ­
  Privilegien,  die  sie  nacheinander  vom  Kaiser  erlangt
hatte,  fand  ihren  krönenden  Abschluss  im  Jahre  1543  durch
die  Erhebung  in  den  Freiherrnstand.  Die  Geldgeschäfte,  die
Hans  Paumgartner  mit  den  Habsburgern  abschloss,  führten
ihn  häufig  an  den  Wiener  Hof,  wo  er  auch  Gelegenheit  hatte,
die  Bekanntschaft  der  staatsmännischen  Persönlichkeiten  seiner
Zeit  zu  machen.  Die  kaufmännische  Tätigkeit  zwang  ihn,  der
Entwicklung  der  politischen  Verhältnisse  Europas  sein  Augenmerk ­
  zuzuwenden.  Seine  Vertreter  an  allen  bedeutenderen  Plätzen
hielten  ihn  stets  über  die  wichtigeren  Vorgänge  auf  dem  laufenden, ­
  so  dass  er  oft  rascher  mit  den  Ereignissen  bekannt
wurde  als  selbst  die  leitenden  Staatsmänner.  Kein  Wunder,
wenn  er  daher  jetzt,  nachdem  er  die  Zukunft  seiner  Familie
gesichert  sah,  seine  einflussreiche  Stellung  dazu  benützte,  um
mithandelnd  in  die  Politik  einzugreifen  und  auf  den  Gang  der
Ereignisse  in  seinem  Sinne  einzuwirken.  Die  nähere  Veranlassung ­
  dazu  gaben  ihm  die  Vorgänge  in  seiner  Vaterstadt
Augsburg.
Wie  Hans  Paumgartner  d.  Ae.,  hatte  sich  auch  sein  Sohn
gemäss  der  Augsburger  Verfassung  an  die  Kaufleutezunft  anschliessen
  müssen,  in  der  er  von  1520  bis  1536  als  Zwölfer  tätig
war 2 ).  Höhere  Aemter  bekleidete  er  niemals,  um  nicht  in
l )  Die  Grundlage  für  die  folgende  Darstellung  bildet  Friedrich
Roths  ausgezeichnetes  vierbändiges  Werk:  Augsburgs  Reformationsgeschichte.
  München  1901  ff.
a )  Augsburg,  Stadtarchiv:  Zunftbuch  der  Kaufleute.
            
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