Full text : Graf Georg Kankrin in nationalökonomischer und finanzwirtschaftlicher Beziehung

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vom  Wasserrecht«)  machen  eine  kleine  Bibliothek  aus  und
waren  damals  sehr  gut  bekannt.  Deshalb  ist  es  kein  Wunder,
daß  er  in  Petersburg,  wo  er  schon  am  28.  Februar  1784
hinkam,  gut  aufgenommen  wurde. 1 )  Von  der  Gunst,  die  er
von  Anfang  an  bei  der  russischen  Regierung  genoß,  zeugt
auch  die  Tatsache,  daß  ihm  von  1786  bis  1794  gestattet
wurde,  zur  Kräftigung  seiner  Gesundheit  und  zur  Herausgabe ­
  verschiedener  Schriften  in  Gießen  zu  leben.  Währenddessen, ­
  nämlich  1793,  wurde  er  zum  Staatsrat  ernannt.  Nach
Ablauf  des  Urlaubs  kehrte  Fr.  L.  Kankrin  wieder  nach  Rußland ­
  zurück  und  verblieb  bis  1813  in  Staraja  Russa,  wo  ihm
seit  1784  die  Oberleitung  der  Salinen  anvertraut  war,  um  dann
bis  zu  seinem  1816  erfolgten  Tode  als  Mitglied  des  Rats
fürs  Bergwesen  zu  wirken.
Beim  Wegzuge  aus  Deutschland  hatte  Fr.  L.  Kankrin
seinen  Sohn  Georg  zurückgelassen,  doch  ist  nicht  ganz  sicher,
an  welchem  Orte.  Soviel  steht  jedoch  fest,  daß  Georg  bis
zu  seinem  8.  Jahre  in  Hanau  lebte  und  dann  als  dreizehnjähriger ­
  Knabe  mit  seine,n  Eltern  1786  in  Gießen  zusammentraf ­
  und  8  Jahre  lang  zuerst  in  Gießen,  dann  in  Marburg
mit  ihnen  lebte,  ln  Gießen  hat  Georg  Kankrin  vermutlich
das  klassische  Gymnasium  absolviert  und  im  Jahre  1790  die
Universität  bezogen.  Er  widmete  sich  daselbst  juristischen
und  staatswissenschaftlichen  Studien,  die  er  (gegen  1792)
»durch  die  Franzosen  aus  Gießen  verscheucht«,  wie  er
sich  selbst  ausdrückt 2 ),  in  Marburg  1794  beendet  hat.
')  Auf  Befehl  der  Kaiserin  Katharina  II.  wurde  sein  Werk  über
das  Berg-  und  Salzwesen  ins  Russische  übersetzt  und  erschien  1785—1791
in  6  Teilen  mit  einer  Dedikation  des  Autors  an  die  Kaiserin.  Hier  sei
noch  gleich  bemerkt,  daß  die  deutsche  Ausgabe  desselben  Werkes  von
1773,  sowie  eine  noch  frühere  Schrift  (»Beschreibung  der  vorzüglichsten
Bergwerke  in  Hessen«)  von  1767  bereits  der  Kaiserin  Katharina  II.
dediziert  war.  Daraus  ergibt  sich,  daß  die  Beziehungen  Fr.  L.  Kankrins
zu  Rußland  schon  zur  Zeit  seiner  Hessischen  Dienste  bestanden  haben
müssen.  Vgl.  Boscherjanow,  5—8.
2 )  Rtgb.  II.  28.
            
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