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im Frieden und Kriege«, dessen Titel auf die ökonomische
Materie schließen läßt, enthält nur rein technische Er
örterungen über Verpflegung der Armee.
Beide Hauptwerke Kankrins fassen seine Minister
laufbahn, wie sich Roscher bildlich ausdrückt, »wie mit
einem Rahmen ein«. Das erste von ihnen, nämlich »Welt
reichtum, Nationalreichtum und Staatswirtschaft«, ist kurz
vor der Übernahme des Finanzministeriums erschienen, —
das letztere (»Die Ökonomie der menschlichen Gesell
schaften«) wurde gleich nach seiner Entlassung als Finanz
minister verfaßt. Das erstere ist selbst gegen Erwarten 1 )
des Autors bald zum Programm des von ihm 21 Jahre lang
geleiteten Ministeriums geworden, und das letztere darf
wohl als Testament eines Mannes bezeichnet werden, der
»vielfach — um mit den Worten des Verfassers selbst zu
sprechen — Gelegenheit gehabt, seine Ideen zu berichtigen
und die praktischen Ausnahmen von den Regeln der
Theorie kennen zu lernen«. 2 )
Der »Weltreichtum« ist später vom Verfasser selbst
als unreif bezeichnet worden, die Hauptideen aber, die
darin enthalten sind, sollen, wie er meint, ihre Gültigkeit
auch fürderhin behalten haben. »Ich habe nach
zwanzig Jahren — so spricht sich Kankrin 1840 in seinen
Tagebüchern darüber aus — die Überzeugung behalten,
das die Hauptgrundsätze über Weltreichtum und National
reichtum und über die Quellen der Produktion wahr sind«. 8 )
In einigem habe er allerdings seine Ideen weiter ausgebildet.
In welcher Weise das geschehen ist, hat er denn auch in
seinem letzten Werke, der »Ökonomie«, gezeigt.
In Bezug auf die Kankrinsche Klassifikation der sog.
»politischen Wissenschaften«, sowie die Titel und die
Gliederung der Stoffe beider Hauptwerke ist kurz folgendes
zu sagen.
>) Weltr. 240. — 2 ) Ök. III. — 3 > Rtgb. I. 58/9. —