Full text: Graf Georg Kankrin in nationalökonomischer und finanzwirtschaftlicher Beziehung

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Bottoms gegen diejenigen erheben, weiche zu der Gehülfensrage diejenige 
Stellung nehmen, die öden angedeutet wurde, lind in der That beharrt 
eine große Zahl deutscher kaufmännischer Vereine heute in erster Reihe noch 
aus diesem Standpunkt und kümmert sich so gut wie nicht um die aktuellen 
Standesfragen wirtschaftlicher und socialer Natur. 
Nun hat diese Stellungnahme sehr bald nicht ganz erwartete Folgen 
gehabt. Die Wirklichkeit und rohe Notwendigkeit stieß die von den Ver 
hältnissen am meisten mitgenommenen Gehülfen immer wieder darauf, wie 
bthmcnb M qctübe für sic bie mit ben nenen 
fei. ' Unb fo'entftonb mit bet Seit eine Ä# neues Betemäbtibungen, 
Dumnifntionen, tocM,e aüc bie@#enaftaQe nuf t^cMne fciineben unb btc#c 
durch Wort, Schrift (Zeitnngsorgane) und That (Kassen, Petitionen an den 
Reichstag u. s. w.) zu fördern suchten. Nnninehr drohten dem kaufmännischen 
Vereinswesen mehrfache Absplitterungen und Reibereien, unb hier muß es einer 
zweiten Reihe kaufmännischer Vereine zur hohen Ehre angerechnet werden, 
daß sie sich im Gegensatz zu vielen Schwestervereinen bestrebten, den neuen 
Verhältnissen trotz ihrer oben berührten Vergangenheit Rechnung zu tragen 
und die wirtschaftlichen wie gesellschaftlichen Fragen der kaufmännischen 
Gegenwart aus ihr Arbeitsprvgramm zu setzen. Der Verein zu Frank 
furt a M der dieses Bestreben neuerdings durch die Ausschreibung der 
Doriicqcnb beonttoorteten ^tcWüufanbc beïunbetc, í)nt wo#; 
in der neuen Richtung gethan, volkswirtschaftlich gebildete Kräfte zu Fach 
vorträgen nicht bloß in der eigenen Mitte, sondern auch in anderen Vereinen 
veranlaßt, die Lehrlingsfrage zur besonderen Diskussion gestellt und die 
Angelegenheit des Krankenkassenzwanges für Handlungsgehulsen in şşit- 
furt mit fördern Helsen. Ebenso haben die in dem ursprünglichen Vor- 
ttometbanbe ^eutfl^ct ^m^f1nünnif^^ct Beteine befinbíi(^cn &0l^et1^^a^^cn 
sich' der neuen Existenzfragen angenommen und dieselben lebhaft diskutiert 
(z. B. der Mannheimer und Münchener Verein). Schließlich ist es bei 
dieser Bewegung zu der auf dem kausmännischen Verbandstage zu Cheuiintz 
1889 erfolgten Begründung einer „V>erbandsabteilung für kaufmännische 
Standesfragen" gekommen, die als Centralftelle für wirtschaftliche 
Fragen des Kaufmannsstandes eine große Zukunft zu haben verspricht. 
Mit dieser Entwicklung hat sich wohl die Frage, „in wieweit die 
kaufmännischen Vereine zur Verbesserung der Lage beizutragen vermögen , 
ganz von selbst entschieden. Die Antwort aus diese Frage kann nunmehr 
dahin präcisiert werden: je eifriger jene Vereine die gemeinsame 
Behandlung wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Fragen 
betreiben, unb ¡e mctit sie hiebet Betuno noc^fetn^^e^enbcn 
au M ^el:anaif^cn werben, befto Qto&et toitb 
der Kreis der socialen Fragen sich gestalten, an deren Losung 
sie mitzuarbeiten vermögen. Ja, noch mehr: gewisse oben, un zweiten 
Abschnitt ausgestellte Rcformforderungen können erschöpfend sogar einzig 
unb niiein üom Betbanb biefet Beteine ober toentgftcnö mit W|c 
desselben erfüllt werden. Vorbedingung ist freilich die fortwährende Ver- 
arc.*» s *ì"» » s£.£
	        
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