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Bottoms gegen diejenigen erheben, weiche zu der Gehülfensrage diejenige
Stellung nehmen, die öden angedeutet wurde, lind in der That beharrt
eine große Zahl deutscher kaufmännischer Vereine heute in erster Reihe noch
aus diesem Standpunkt und kümmert sich so gut wie nicht um die aktuellen
Standesfragen wirtschaftlicher und socialer Natur.
Nun hat diese Stellungnahme sehr bald nicht ganz erwartete Folgen
gehabt. Die Wirklichkeit und rohe Notwendigkeit stieß die von den Ver
hältnissen am meisten mitgenommenen Gehülfen immer wieder darauf, wie
bthmcnb M qctübe für sic bie mit ben nenen
fei. ' Unb fo'entftonb mit bet Seit eine Ä# neues Betemäbtibungen,
Dumnifntionen, tocM,e aüc bie@#enaftaQe nuf t^cMne fciineben unb btc#c
durch Wort, Schrift (Zeitnngsorgane) und That (Kassen, Petitionen an den
Reichstag u. s. w.) zu fördern suchten. Nnninehr drohten dem kaufmännischen
Vereinswesen mehrfache Absplitterungen und Reibereien, unb hier muß es einer
zweiten Reihe kaufmännischer Vereine zur hohen Ehre angerechnet werden,
daß sie sich im Gegensatz zu vielen Schwestervereinen bestrebten, den neuen
Verhältnissen trotz ihrer oben berührten Vergangenheit Rechnung zu tragen
und die wirtschaftlichen wie gesellschaftlichen Fragen der kaufmännischen
Gegenwart aus ihr Arbeitsprvgramm zu setzen. Der Verein zu Frank
furt a M der dieses Bestreben neuerdings durch die Ausschreibung der
Doriicqcnb beonttoorteten ^tcWüufanbc beïunbetc, í)nt wo#;
in der neuen Richtung gethan, volkswirtschaftlich gebildete Kräfte zu Fach
vorträgen nicht bloß in der eigenen Mitte, sondern auch in anderen Vereinen
veranlaßt, die Lehrlingsfrage zur besonderen Diskussion gestellt und die
Angelegenheit des Krankenkassenzwanges für Handlungsgehulsen in şşit-
furt mit fördern Helsen. Ebenso haben die in dem ursprünglichen Vor-
ttometbanbe ^eutfl^ct ^m^f1nünnif^^ct Beteine befinbíi(^cn &0l^et1^^a^^cn
sich' der neuen Existenzfragen angenommen und dieselben lebhaft diskutiert
(z. B. der Mannheimer und Münchener Verein). Schließlich ist es bei
dieser Bewegung zu der auf dem kausmännischen Verbandstage zu Cheuiintz
1889 erfolgten Begründung einer „V>erbandsabteilung für kaufmännische
Standesfragen" gekommen, die als Centralftelle für wirtschaftliche
Fragen des Kaufmannsstandes eine große Zukunft zu haben verspricht.
Mit dieser Entwicklung hat sich wohl die Frage, „in wieweit die
kaufmännischen Vereine zur Verbesserung der Lage beizutragen vermögen ,
ganz von selbst entschieden. Die Antwort aus diese Frage kann nunmehr
dahin präcisiert werden: je eifriger jene Vereine die gemeinsame
Behandlung wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Fragen
betreiben, unb ¡e mctit sie hiebet Betuno noc^fetn^^e^enbcn
au M ^el:anaif^cn werben, befto Qto&et toitb
der Kreis der socialen Fragen sich gestalten, an deren Losung
sie mitzuarbeiten vermögen. Ja, noch mehr: gewisse oben, un zweiten
Abschnitt ausgestellte Rcformforderungen können erschöpfend sogar einzig
unb niiein üom Betbanb biefet Beteine ober toentgftcnö mit W|c
desselben erfüllt werden. Vorbedingung ist freilich die fortwährende Ver-
arc.*» s *ì"» » s£.£