Full text : Graf Georg Kankrin in nationalökonomischer und finanzwirtschaftlicher Beziehung

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die  »Kräfte  der  Natur«  als  die  »erste  Quelle  der  Produktion« 1 )
hinweist.  Wenn  er  dann  freilich  als  »zweite  Hauptquelle
der  Produktion« 2 )  auch  die  »organisch-physischen  Kräfte
der  Menschen  und  der  Tiere«  hinzuzieht,  so  nennt  Kankrin
im  »Weltreichtum«  jedoch  rein  produktiv  nur  die  Arbeit,
bei  welcher  »die  vegetabilische  oder  plastische  Kraft  der
Natur«,  wie  er  sagt,  mitwirke,  wie  z.  B.:  Ackerbau,  Viehzucht, ­
  Fischerei 3 ).  Somit  ist  die  Arbeit  als  solche  nach  dem
»Weltreichtum«,  ähnlich  wie  bei  den  Physiokraten,  nur  reproduktiv, ­
  bei  Kankrin  dabei  auch  noch  zerstörend. 3 )  Er  entfernt ­
  sich  aber  weit  von  den  Physiokraten,  wenn  er  außer
der  Produktivität  der  Naturkräfte  noch  diejenige  des  Genies,
der  Privation  und  sogar  des  Raubes  gelten  läßt 4 )  und  somit
die  an  sich  nur  —  seiner  Meinung  nach  —  reproduktive
Industrie 5 )  »durch  Einwirkung  des  Genies  oder  der  Privation« ­
 0 )  und  den  unproduktiven  Handel  »durch  privative
Gewinne«  produktiv  macht. 6 )
Die  hier  angedeutete  Stellung  Kankrins  in  der  Produktivitätsfrage ­
  zeigt  uns,  daß  er  in  dieser  Hinsicht  im
»Weltreichtum«  noch  stark  von  den  Physiokraten  beeinflußt
ist,  wenn  er  sie  auch  nicht  nur  in  dieser,  sondern  auch
sonst,  wie  wir  schon  im  vorhergehenden  Kapitel  konstatiert
haben,  mißverstanden  zu  haben  scheint.  Übrigens  wird  in
der  »Ökonomie«  einfach  schon  jede  Arbeit  produktiv  genannt, ­
  welche  »etwas  zum  Genuß  direkt  oder  indirekt,  kurz,
etwas  Nützliches  hervorbringt«. 7 )
Nach  dieser  Auseinandersetzung  wegen  der  Eingangs
angeführten  Äußerung  Kankrins  über  den  Charakter  seiner
Lehre,  wollen  wir  uns  nun  zur  eigentlichen  Frage  nach
seinem  eigenen  Standpunkte  wenden.
In  seiner  Lehre  geht  Kankrin  bekanntlich  vom  Weltre
 ichtume  aus,  den  er  als  »Inbegriff  der  Güter,  die  zum
Leben  der  Menschen  im  gesellschaftlichen  Zustand  auf  der
b  Weltr.  5.  —  2 )  Weltr.  6.  —  3 )  Weltr.  25.  —  4 )  Weltr.  33.  -
5 )  Weltr.  26.  —  «)  Weltr.  34.  —  7 )  Ök.  8/9.
            
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