Full text : Graf Georg Kankrin in nationalökonomischer und finanzwirtschaftlicher Beziehung

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des  Weltreichtums,  sich  einen  größeren  Anteil  zuzueignen,
als  ihm  nach  seinem  Grundkapital,  der  Masse  der  gebrauchten ­
  Kräfte  und  des  angewandten  beweglichen  Kapitals
billig  zukommt,  so  ersetzt  es  dadurch  eigene  Produktion
ganz  oder  zum  Teil,  oder  erwirbt  ein  außerordentliches
Plus,  indem  es  sich  den  Genuß  anderer  privativ  er  weise
anmaßt«. 1 )  Das  ist  der  sog.  »Privativhandel«  oder  die
»Produktion  der  Vervorteilung«,  unter  welcher  von  Kankrin
hauptsächlich  der  Monopolhandel  des  Mutterlandes  mit  den
Kolonien  verstanden  ist. 2 )  Daneben  unterscheidet  Kankrin
noch  die  sog.  »Produktion«  des  Raubes  oder  der  Gewalt,
die  sich  auf  »offenbare  Gewalt  und  militärische  Überlegenheit« ­
  gründe,  wie  z.  B.  Seeräuberei,  die  Politik  des  alten
Rom  gegenüber  seinen  damaligen  Provinzen 3 )  u.  s.  w.
Kankrin  geht  also  in  betreff  der  Beziehungen  zwischen
den  Nationen  ganz  im  Sinne  des  Merkantilismus  von  der
Voraussetzung  aus,  um  mit  Voltaire  zu  sprechen,  »qu’un
Pays  ne  peut  gagner  sans  qu’un  autre  perde« 4 ),  oder,  wie
er  selbst  im  »Weltreichtum«  sagt:  »so  wie  im  gemeinen
Leben  kein  Vermögen,  als  auf  Kosten  andrer  erworben
werden  kann,  •—  ..  —  ..  —  so  geht  es  auch  mit  dem  Handel ­
  gegen  das  Ausland«. 5 )  Demnach  kann  also  kein  Staat
etwas  gewinnen,  ohne  dass  der  andere  etwas  verliert.  So
ist  denn  auch  leicht  zu  verstehen,  warum  unser  Verfasser
von  der  Privation  oder  dem  Privativhandel  und  den  privativen ­
  Gewinnen,  ja  sogar  von  der  sog.  »Produktion«  des
Raubes  oder  der  Gewalt  spricht.  Der  Binnenhandel  fügt
na ch  Kankrin  dem  Nationalreichtum  nichts  hinzu;  er  ist
deshalb  in  dieser  Hinsicht  unproduktiv.  Nur  der  Aussenbandel
  vermehrt  den  Nationalreichtum  und  wirft  ihm  privative ­
  Gewinne  ab.

b  Weltr.  28.  —  2 )  Ök.  11;  Weltr.  28,  117.  —  *)  Weltr.  30.  —
4 )  Onck.  I.  152.  --  6 )  Weltr.  119/20.  Vgl.  auch  Ök.  23:  »Gewinn
ai *f  Kosten  anderer  liegt  —  .  .  —  .  .  —  in  der  Natur  der  menschlichen
Gesellschaft.«
            
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